Sebastian Vettel spricht in der vierteiligen ARD-Serie "Being Sebastian Vettel" über die Zeit nach seiner Formel-1-Karriere. In der Doku melden Ex-Weltmeister Lewis Hamilton und Ex-Vizekanzler Robert Habeck lobend zu Wort. Doch es gibt auch kritische Stimmen.
2022 beendete Sebastian Vettel nach vier Weltmeister-Titeln seine Formel-1-Karriere - und schlägt seitdem eine vollkommen andere Richtung ein. Der Mann, der 15 Jahre lang in der Motorsport-Serie aktiv war, kritisiert die Formel 1. Er fordert, dass sie ihren ökologischen Fußabdruck verringert und umweltfreundlicher agiert. Dafür bekommt er reichlich Gegenwind aus Teilen der Szene. In der neuen ARD-Doku "Being Sebastian Vettel" schildert der heute 39-Jährige, wie es zu seinem Sinneswandel kam.
"Ich würde nicht sagen, dass das eine Droge war. Aber ich sage mal, die Öffentlichkeit fehlt mir nicht. Aber die Validierung in gewisser Weise - 'Was ich jetzt mache, ist das denn auch gut?' -, das fehlt schon. Das hat eine Weile gedauert, mir diesen Selbstwert in gewisser Weise selbst zu bestimmen", sagte Sebastian Vettel 2025 über sein Karriereende in der Formel 1. Champagnerduschen gibt es für den früheren Rennfahrer inzwischen nicht mehr. Und ohnehin dürfte er von dieser Praxis längst nicht mehr allzu viel halten.
Denn seit einigen Jahren setzt sich Vettel aktiv für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein. "Als mir diese Thematik rund um die Klimakrise (...) mehr und mehr bewusst geworden ist, war mir das irgendwie von Natur aus wichtig", erklärt Vettel in der ARD-Doku. Dieser Einsatz kommt allerdings längst nicht bei allen gut an.
Vettel fragte sich: "Was mache ich hier überhaupt?"
"Ist ja gut, dass sich jemand Gedanken macht. Nur, wenn du Formel-1-Weltmeister bist, dann kannst du als Bienen-Unterstützer halt nicht ganz diese Glaubwürdigkeit erreichen", sagt Dr. Helmut Marko, der von 2005 bis 2014 als Motorsportchef bei Red Bull aktiv war und in dieser Zeit auch mit Vettel zusammenarbeitete. Worauf er anspielt: Schon seit vielen Jahren setzt sich Vettel aktiv für den Artenschutz und den Erhalt von Lebensräumen für Bienen und Insekten ein.
Vettel kann die Kritik an sich durchaus nachvollziehen. "Der fährt da die ganze Zeit rennen, fliegt um die Welt, teilweise noch im Privatjet, verbrennt so viel Benzin und sein Fußabdruck ist größer als von vielen Menschen auf dieser Welt - und jetzt redet er davon, dass wir was machen müssen und umdenken müssen beziehungsweise, dass wir aufpassen müssen auf unsere Welt und achtsam mit Ressourcen umgehen und so weiter ... Das passt nicht zusammen, der ist nicht glaubwürdig, weil der macht was ganz anderes, als was er predigt", fasst er die Kritik im ARD-Interview selbst zusammen.
Seine Reaktion liefert er auch direkt mit: "Ja und Nein. Das stimmt, ich habe das lange gemacht. Ich glaube, in dem Moment, wo ich mir dessen bewusst geworden bin, (...) habe ich natürlich erst mal selbst geschaut: 'Was mache ich hier überhaupt?' Und dann wollte ich sofort eine Lösung finden."
Weiter sagt er: "Ich glaube, es wurde mir jetzt rückblickend mehr und mehr bewusst, dass die Zukunft eben nicht nur mich angeht, sondern auch mindestens meine Tochter, meine Kinder und die Generationen, die folgen."