Bei "Markus Lanz" (ZDF) wurde die WM nicht nur als Sportevent, sondern als politisches Risiko diskutiert. Fußball-Experte Lucas Vogelsang warnte, dass das Turnier in den USA zur Bühne für Macht und Inszenierung werden könnte, mit Folgen weit über den Rasen hinaus.
Bei "Markus Lanz" äußerte sich Fußball-Experte Lucas Vogelsang kritisch zur diesjährigen Weltmeisterschaft in Amerika. Er erklärte offen, dass "eine große Ambivalenz" in ihm als Fußballfan tobe. "Der Elfjährige in mir will Fußball schauen (...) und der Realist und der Journalist in mir sagt natürlich: 'Du kannst dieses Turnier nicht einfach so schauen wie früher'." Vogelsang ergänzte, dass dem Fußball mittlerweile "die Unschuld verloren gegangen" sei "und deswegen ist auch die WM in den USA eine andere, als sie vor 32 Jahren war".
Noch im März hatte US-Präsident Donald Trump den Iran vor einer Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft gewarnt. Jetzt wollte Lanz wissen: "Nimmt irgendjemand noch ernst, was dieser Präsident sagt?"
Vogelsang konterte amüsiert: "Welchen meinen Sie? Infantino oder Trump?" Lanz lachte laut, während der Fußballkenner in Bezug auf den US-Präsident und den FIFA-Boss mahnte: "Da treffen sich ja wirklich auch zwei Despoten. Einer Präsident eines sehr großen Landes, der eine Präsident eines sehr kleinen Landes und die haben sich einfach gefunden und sind im schlimmsten Sinne Waffenbrüder."
Lucas Vogelsang warnte abschließend vor den politischen Folgen, die das Turnier haben könnte. Demnach gebe es ein "großes Dilemma", wie er erklärte: "Je schöner und je größer diese WM wird, desto größer wird auch die Bühne für Trump." Demnach sei es laut Vogelsang "ein großes Glück und gleichzeitig eine große Drohkulisse für dieses Turnier, dass Trump noch gar nicht stattgefunden hat. Also er ist ja noch der Mann im Hintergrund".
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Quelle: teleschau – der mediendienst