Der Manga-Hype geht weiter: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

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"One Piece", Staffel zwei
Monkey D. Ruffy (Iñaki Godoy, Mitte) schart eine illustre Gang um seinen Strohhut, darunter Meisterdiebin Nami (Emily Rudd) und Scharfschütze Lysop (Jacob Romero).
2025 Netflix, Inc.
"Scarpetta"
Zurück in ihrer Heimat wird Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta (Nicole Kidman) mit einer Mordserie konfrontiert, die sie an ihren schicksalhaften ersten Fall von vor 28 Jahren erinnert.
Amazon MGM Studios
"The Veil"
Im Spionage-Thriller "The Veil" soll MI6-Agentin Imogen (Elizabeth Moss) herausfinden, ob die Französin Adilah wirklich einen Anschlag im Auftrag des IS im Sinn hat.
ZDF / 2024 FX
"Rooster"
Mit der von ihm erdachten, heldenhaften Romanfigur Rooster hat Autor Greg (Steve Carrell) wenig gemeinsam, doch dann lässt er sich auf einen waghalsigen Deal ein ...
HBO Max

Netflix schickt die Realverfilmung des beliebten Piraten-Mangas "One Piece" in die zweite Staffel, während Nicole Kidman bei Amazon Prime Video eine beliebte Romanfigur verkörpert. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Furchteinflößend ist sie nicht gerade, diese Flagge mit dem grinsenden Totenkopf, der einen Strohhut trägt. Aber das soll sie auch gar nicht sein. Die Flagge aus der erfolgreichen japanischen Manga-Serie "One Piece" ist ein Zeichen für Freiheit und Selbstbestimmung - und zu einem Symbol von Protesten der Gen Z auf der ganzen Welt geworden. Sie weht überall dort, wo junge Menschen gegen Korruption und Unterdrückung auf die Straße gehen. "One Piece" ist ein internationales Phänomen - die äußerst gelungene Realverfilmung von Netflix, die nun in die zweite Staffel geht, trägt ihren Teil dazu bei. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"One Piece", Staffel zwei - Netflix

"One Piece" (zweite Staffel mit acht Episoden, ab Dienstag, 10. März, bei Netflix) basiert auf der gleichnamigen Vorlage von Eiichirō Oda. Seit 1997 haben sich weit mehr als 100 Bände über 500 Millionen Mal verkauft. Dazu kommt eine Anime-Serie, die auch schon mehr als 1.000 Episoden zählt. Aber man muss nicht alle Mangas kennen, um die Netflix-Version zu genießen. Im Zentrum der Fantasy-Piratenserie steht Monkey D. Ruffy (Iñaki Godoy), der mit seiner Crew - Zorro (Mackenyu), Nami (Emily Rudd), Lysop (Jacob Romero Gibson) und Sanji (Taz Skylar) - einem legendären Schatz, dem titelgebenden "One Piece", nachjagt. Den hatte Piratenkönig Gold Roger einst versteckt und die Menschen aufgefordert, nach ihm zu suchen. "Befreit euch selbst, stecht in See", waren seine letzten Worte, bevor er von der Obrigkeit hingerichtet wurde.

Diesem Aufruf zur Freiheit folgen Ruffy und seine Crew allzu gern. Piraten, finden sie, sollen nicht plündern, sondern träumen. Nachdem die erste Staffel den "East Blue"-Handlungsstrang erzählte und in die komplett irrsinnige Wasserwelt einführte, setzt Netflix in Staffel zwei einen drauf und schickt die Strohhutbande auf die sagenumwobene Grand Line. Dort warten das Kopfgeldjäger- Syndikat Baroque Works, die Wüsteninsel Alabasta und ein unbeirrbarer Marinekapitän auf die Strohhutbande.

Die Konflikte werden größer, die Gegner skrupelloser - und die Schauwerte gigantischer: Netflix ließ sich jede Folge wieder rund 18 Millionen US-Dollar kosten. Und klar, macht der visuelle Bombast Spaß. Doch das ist nicht der Grund, warum "One Piece" so faszinierend ist. Es ist vielmehr die Fantasie, die kindliche Freude, mit der Ruffy und seine Freunde auf der Jagd nach dem mythischen Schatz eigentlich nur die größtmögliche Freiheit suchen. Das ist abenteuerlich, überdreht, manchmal albern - und überraschend politisch.

"Scarpetta" - Amazon Prime Video

Sie ist eine Legende der Gerichtsmedizin: Seit 1990 ermittelt Dr. Kay Scarpetta in mittlerweile fast 30 Bestsellern der US-Autorin Patricia Cornwell. Nach mehr als 120 Millionen verkauften Büchern bekommt die berühmte Forensikerin nun ihren ersten Serienauftritt: Nicole Kidman übernimmt bei Amazon Prime Video ab Mittwoch, 11. März, in "Scarpetta" die Titelrolle. An ihrer Seite: Jamie Lee Curtis als durchgeknallte Schwester Dorothy.

Die Rückkehr hatte sie sich anders vorgestellt: Kaum kehrt Kay Scarpetta nach vielen Jahren in ihren Heimatort in Virginia zurück, wird sie mit einer Mordserie konfrontiert, die unheilvoll an ihren ersten großen Fall vor 28 Jahren erinnert. Aber nicht nur die alten Morde holen die brillante Gerichtsmedizinerin ein: Auch mit ihrer Familie ist sie nicht wirklich im Reinen.

Seltsam aus der Zeit gefallen, verknüpfen die acht Episoden Vergangenheit und Gegenwart (Highlight: Rosy McEwen als junge Kay), aktuelle Ermittlungen mit alten Versäumnissen. Das ist mit altmodisch anmutenden Bildern durchaus spannend und hübsch anzusehen, wirkt aber immer auch etwas spröde.

"The Veil" - ZDFmediathek

Die sechsteilige Serie "The Veil" (Dienstag, 10. März, ab 23.20 Uhr in der ZDF-Mediathek) erzählt von MI6-Agentin Imogen Salter (Elisabeth Moss, "The Handmaid's Tale"), die in einem Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze eine Frau aufspürt. Angeblich ist Adilah (Yumna Marwan) nur eine verzweifelte Mutter - doch Hinweise verdichten sich, dass sie eine Schlüsselfigur des IS und an der Planung eines Anschlags in Europa beteiligt sein könnte. Imogen soll Adilah nach Europa eskortieren, sie schützen, verhören und zugleich testen, ob sie eine tickende Zeitbombe oder ein Bauernopfer ist.

Die sechsteilige Miniserie von "Peaky Blinders"-Macher Steven Knight arbeitet mit klassischen Agentenserien-Motiven: Ver- und Misstrauen, Versteckspiele und Actionmomenten. Dabei lässt sie jedoch trotz starker Roadmovie-Bilder aus ganz Europa ein wenig Originalität vermissen.

Auf der Reise über Istanbul und Paris bis nach London schalten sich amerikanische Dienste, französische Behörden und verschiedene Geheimnisträger ein: Loyalitäten verschieben sich, und Imogen muss entscheiden, wem sie überhaupt noch trauen kann - einschließlich sich selbst. Stärken der Serie liegen im intensiven Zweipersonenstück zwischen Imogen und Adilah. Elisabeth Moss verkörpert Imogen als nervöse, emotional beschädigte Profilerin, die ihre Empathie genauso als Waffe nutzt wie ihre Fähigkeit zur Brutalität. Visuell bietet "The Veil" eine elegante, leicht unterkühlte Bildsprache, die gut zum moralischen Grau der Geschichte passt.

"Rooster" - HBO Max

Mit der von ihm erdachten, heldenhaften Romanfigur Rooster hat Autor Greg (Steve Carrell) in der gleichnamigen Comedyserie wenig gemein. Seiner inzwischen erwachsenen Tochter Katie (Charly Clive, "The Lazarus Project") ist er allerdings schon immer in allen Lebenslagen zur Seite gestanden. Nicht anders ist es in der derzeitigen Ausnahmesituation, in der sich die Collegedozentin befindet: Ihr Mann (Phil Dunster"Ted Lasso"), ebenfalls Universitätsprofessor, hat sie kürzlich für eine Studentin (Lauren Tsai, "Legion") verlassen. Katie griff ihn wenig später nicht nur an, sondern steckte aus Versehen auch noch ein Fakultätsgebäude auf dem Uni-Campus in Brand.

Um ihren Job an der Universität trotzdem zu retten, lässt sich Greg auf einen Deal mit weitreichenden Konsequenzen ein. Was das für ihn bedeutet, gibt es ab Montag, 9. März, in der zehnteiligen Comedyserie "Rooster" bei HBO Max zu sehen. Hauptdarsteller Steve Carrell fungiert gemeinsam mit "Ted Lasso"-Macher Bill Lawrence und Matt Tarses ("Mad Love") als Executive Producer. Lawrence und Tarses sind außerdem als Showrunner tätig. In weiteren Rollen sind Danielle Deadwyler ("Station Eleven") und John McGinley ("Scrubs: Die Anfänger") zu sehen.

Quelle: teleschau – der mediendienst