Für die einzig echte Skulptur aus dem Jahr 1974 stellte Berding 400 bis 500 Euro in Aussicht. Also deutlich mehr noch! Ausschlaggebend war die geringe Stückzahl: Von der originalen Xanthippe existierten lediglich 30 Exemplare. Horst Lichter jubelte mit: "Ich sag et doch!"
Händler drückt Kollegen fiesen Spruch
Im Händlerraum fanden vor allem die Körperrundungen der Bronze Beachtung. "Das war ganz angesagt und modern", erklärte Jan Čížek. Jos van Katwijk konnte sich einen Seitenhieb auf Walter "Waldi" Lehnertz nicht verkneifen und ergänzte mit einem Augenzwinkern in Richtung des Kollegen: "Noch immer."
Waldi ließ die Anspielung nicht unbeantwortet und setzte eine eindeutige Handbewegung ein: Er zeigte seinem Kollegen den Stinkefinger! Beim Thema Gewicht war der Eifeler offenbar nicht zu jedem Scherz aufgelegt.
Zwar stieg auch der Gefoppte ins Bietergefecht ein, den Zuschlag sicherte sich jedoch Wolfgang Pauritsch. Für 350 Euro wechselte die Bronze den Besitzer. Wenn zwei sich streiten ...
"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung
Anschließend wurde es auf dem Expertentisch noch figurenreicher: Ein Schachspiel aus Lego stand zum Verkauf. Annika Raßbach war von dem ungewöhnlichen Set begeistert. "Ich bin richtig froh und stolz, dass mal in live zu sehen und anfassen zu dürfen", schwärmte sie.
Das Ritter-Schachspiel stammte aus dem Jahr 2008 und brachte sogar seine besondere Originalverpackung samt Anleitung mit. Wegen fehlender Teile und deutlicher Gebrauchsspuren taxierte Raßbach den Wert auf 600 bis 700 Euro. Vater und Sohn hatten andere Vorstellungen: Unter 1.000 Euro wollten sie es nicht abgeben.
Ein funkelndes Erbstück ließ Horst Lichter an sakrale Baukunst denken. "Sieht aus wie ein Fenster in der Kathedrale." Schmuckexperte Patrick Lessmann erkannte in der Brosche den "Klassiker der Klassiker": ein streng geometrisch gestaltetes Art-déco-Stück aus den Jahren 1920 bis 1930.
Auch Jan Čížek zeigte sich begeistert: "Mehr Art-déco geht nicht". Die nicht punzierte Brosche aus Gold und Platin fand im Händlerraum Anklang. An die erhofften 2.500 Euro reichten die Gebote jedoch nicht ganz heran. Lisa Nüdling sicherte sich das Schmuckstück für 1.900 Euro.
Danach wurde es bei "Bares für Rares" messerscharf. Ein Solinger Rasiermesser-Set aus den 1920er-Jahren kam unter den Hammer - mit sieben Klingen, einer für jeden Wochentag. Nicht nur die außergewöhnliche Verarbeitung beeindruckte die Expertin: "Mir fehlen die Worte, wie scharf die Messer sind." Ihre Einschätzung lag bei 200 bis 250 Euro.
Im Händlerraum drohte Waldi seinem Kollegen Jos van Katwijk scherzhaft: "Du gehst unrasiert nach Hause". Doch daraus wurde nichts. Mit 210 Euro setzte sich ausgerechnet van Katwijk durch und schnappte seinem Rivalen die Messer weg. Waldi nahm die Niederlage sportlich: "Obwohl wir uns ja wirklich mögen, das gehört dazu."
Eine Puderdose mit Spiegel aus dem Hause Van Cleef et Arpels war das nächste Verkaufsobjekt. Das Etui aus 950er-Silber stammte aus der Mitte der 1930er-Jahre und sollte laut Expertise 800 bis 900 Euro einbringen. Wolfgang Pauritsch erkannte sofort den Reiz des Stücks: "Das ist was Besonderes." Entsprechend lebhaft verlief die Bieterrunde, die Pauritsch mit 1.300 Euro für sich entschied.
Zum Abschluss lag bei "Bares für Rares" ein ganz besonderer Duft in der Luft. "Oh là là", staunte Horst Lichter angesichts des riesigen Flakons mit 1,1 Litern "Organza" von Givenchy. Bianca Berding stimmte zu: "Das ist 'ne Menge. So viel muss frau erst mal verbrauchen." Da diese Sondergröße nie regulär verkauft worden war, schätzte sie den Wert auf 350 bis 500 Euro.
Nach einer Schnupperprobe fand der Parfümflakon aus den 1990er-Jahren einen neuen Besitzer. Waldi ließ sich den Duft 400 Euro kosten und stach damit Jos van Katwijk aus. Diesmal hatte der Eifeler die Nase vorn.
Quelle: teleschau – der mediendienst