An Leichen wurde nicht gespart

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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Anwalt Thomas Borchert (Christian Kohlund) muss in diesem "Zürich-Krimi"-Zweiteiler von 2024 eine umfangreiche Mordserie aufklären. Die größte aller Fragen (Teil 2 am kommenden Donnerstag) lautet erst einmal: Was haben die Opfer überhaupt gemein?
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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Ein Jahrhundertereignis, das einen staunen lässt: Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) und seine On-Off-Liebe, Anwältin Dominique (Ina Paule Klink), beobachten die Sonnenfinsternis. Ein knappes Jahr später werden sie auf die Tage rund um das Ereignis zurückkommen.
ARD Degeto Film/Graf Film/Roland Suso Richter
Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Hier wurde ein Koch ermordet. Borchert (Christian Kohlund) und Dominique (Ina Paule Klink, rechts) besuchen den Gasthof von Frau Stark (Regula Imboden).
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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Andrea (Anne Bennent) kümmert sich um ihren schwer angeschlagenen Bruder Jürg Dolmas (David Bennent). Was hat es mit dem geheimnisvollen Geschwisterpaar auf sich? Der 1966 in Lausanne geborene Schauspieler David Bennent  verkörperte 1979 den jungen Oskar Matzerath in Volker Schlöndorffs Oscar-prämierten Film "Die Blechtrommel".
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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) steht vor einem Rätsel. Wo ist die Verbindung zwischen den vielen Toten, die er fast im Tagesrhythmus in Zürich vorfindet?
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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Die coole Profilerin Ayla Deniz (Oona Devi Liebich) ist eine alte Freundin von Hauptmann Furrer. Weil die Frau nicht nur schlau, sondern auch attraktiv ist, schiebt Dominique mal wieder eine Beziehungskrise.
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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Furrers Kollege Lueger (Sebastian Krähenbühl) macht sich Hoffnungen auf den bald frei werdenden Chefposten und sabotiert seinen Kollegen in der Pole-Position deshalb gern ein wenig. Dabei käme ihm eine nicht aufzuklärende Mordserie ganz gelegen ...
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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst (1)
Borchert (Christian Kohlund, links) und Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) besprechen die Umstände des jüngsten Mordes.
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Zum 20. Mal ermittelte Thomas Borchert (Christian Kohlund) Ende 2024 als Anwalt ohne Lizenz in Zürich. Das Erste spendierte dem charismatischen TV-Veteranen mit "Der Zürich-Krimi: Bochert und die Stadt in Angst" einen Zweiteiler. Viel Raum für eine Mordserie, deren gemeinsamer Nenner ein Rätsel ist.

Es war vor zehn Jahren, als sich TV-Veteran Christian Kohlund ("Die Schwarzwaldklinik") neu erfand. In den 80-ern galt der Schweizer Schauspieler als zeitgemäßer Beau: groß gewachsen, tiefe Stimme und mit einer leichten Traurigkeit ausgestattet, die ihm ein gewisses Charisma verlieh. Lange machte der 1950 in Basel geborene Kohlund professionellen Urlaub als Luxus-Bleiben-Manager in der ARD-Wohlfühlreihe "Das Traumhotel" (2004-2014). So lange, bis er 2016 als desillusionierter Anwalt und Wohnwagen-Bohemien zu etwas Substanziellerem zurückkehrte: der dunklen Philip Marlowe-Figur Borchert, die das Licht sucht, indem sie den Armen und Schwachen hilft.

Das Erste wiederholt den 20. Fall Kohlunds, "Der Zürich-Krimi: Borchert und die Stadt in Angst", vom Dezember 2024. Teil zwei steht eine Woche später, am Donnerstag, 28. Mai, 20.15 Uhr, auf dem Programm. Im düsteren Zweiteiler wirkt die Züricher Polizei ziemlich ratlos. Vor allem in Person von Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt), der On-Off-Liebe von Borcherts Kanzleipartnerin Dominique (Ina Paule Klink). Bisher hatte man es vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, dass eine Mordserie die schicke Stadt am See erschüttert. Kann das kluge Anwalts-Duo helfen?

Das Problem an Furrers Mordserie ist, dass die Opfer offenbar keinerlei Verbindung aufweisen. Das ist auch der Grund, warum der Polizist seine Anwaltsfreunde um Hilfe bittet - auch wenn es in der Realität wohl eher selten vorkommt, dass ein Polizist so etwas tun würde. Schließlich handelt es sich ja um klassische Polizeiarbeit, doch der TV-Fiktion ist so etwas egal. Schon immer waren die "Zürich-Krimis" viel mehr Detektiv- als Gerichts- oder Juristenfilme, sei's drum. Tatsächlich ist es sogar über zweimal 90 Minuten ziemlich spannend, wie Stammregisseur Roland Suso Richter in stimmungsvollen, oft dunklen Bildern die verzaubernde Landschaft der Schweiz und Zürichs ins Verhältnis zu einer vertrackten Geschichte (Drehbuch: Wolf Jakoby, ebenfalls Stammautor) rückt. Man rätselt und fiebert mit dem reifen Anwalt ohne Lizenz sowie seiner jüngeren Kollegin, wenn sie immer wieder die scheinbar nicht zusammenpassenden Puzzleteile der Mordserie drehen und wenden.

Ist die KI wirklich besser als ein Old School-Denker?

In der Rolle eines geheimnisvollen Geschwisterpaares, das der Krimi auf zwei Zeitebenen erzählt, sieht man - als Erwachsene - die echten Schweizer Geschwister Anne und David Bennent. Der nur 1,55 Meter große David Bennent wurde 1979 durch Volker Schlöndorffs Oscar-prämierten Film "Die Blechtrommel" berühmt. Auch im Ermittlerteam der Polizei taucht ein neues Gesicht auf: Oona Devi Liebich spielt die Profilerin Ayla Deniz, die Hauptmann Furrer von früher kennt und deshalb bei Dominique mal wieder für Beziehungsfrust sorgt. Ayla ist eine Expertin darin, per KI-gestützter Big Data-Analyse die Nadel im Heuhaufen zu finden: jenes eine Merkmal, in dem die Toten vielleicht eine Gemeinsamkeit aufweisen. Doch ist eine KI wirklich besser als Old School-Denker Thomas Borchert?

Christian Kohlund sieht in seiner Detektivfigur vor allem dessen Hartnäckigkeit als Pfund. "Borchert ist stur", sagt er, "auch wenn er nur eine geringe Ahnung hat, in welche Richtung ein Fall gehen könnte. Er ist ein Zweifler. Er zweifelt an dem, was er sieht, und hinterfragt Dinge."

Mittlerweile ist die Erfolgsreihe bei 24 Filmen angelangt. Zuletzt lief im Dezember 2025 "Der Zürich-Krimi: Borchert und die Glut des Bösen". Zwei neue Fälle sind jedoch fürs Jahr 2026 angekündigt: "Der Zürich-Krimi: Borchert und das bedrohte Paradies" und "Der Zürich-Krimi: Borchert und der Tod auf dem Gleis", die beide im Herbst 2025 abgedreht wurden.

Der Zürich-Krimi: Bochert und die Stadt in Angst (1) - Do. 21.05. - ARD: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst