Vier Abende hat es Kira (31) bereits mit vier Männern beim "perfekten Dinner" in Hannover ausgehalten. Eigentlich verstehen sich alle gut und freuen sich auf das Finale bei Sascha (48). Doch dann sinkt die Stimmung plötzlich in den Keller ...
"Exil-Schwabe" Sascha wohnt seit 25 Jahren in Hannover und mit seiner Familie in Langenhagen. Am "Dinner" nimmt der Strategische Accountmanager nicht wegen der 3.000 Euro teil: "Ich gucke die Sendung zwar regelmäßig, aber mir war gar nicht bewusst, dass es tatsächlich auch eine Siegprämie gibt." Sein Menü wird wie erwartet schwäbisch, jedoch gibt es nicht die Klischee-Spezialität schlechthin: Spätzle. Stattdessen serviert er unter dem Motto "Aus Schwaben in die Welt" folgende drei Gänge:
- Vorspeise: "Einmal schnell durch's Schwobaland" Herrgottsbscheißerle auf Alblinsengemüse / Schwaben-Sushi / Grombierasalad
- Hauptspeise: "Da geht dem Schwoba des Herz auf" Schwäbischer Roschdbrohda / Serviettenknödel / Sößle / Riable
- Nachspeise: "Zum Abschluss die Kehrwoch' auf dem Teller" Träubleskucha / Rotweineis / Pitzauf auf Zwetschga
Andreas (56) rechnet mit Maultaschen und Spätzle. Immerhin steht Ersteres tatsächlich auf der Karte. Doch die schwäbischen Wörter sorgen für ratlose Gesichter. "Was ist Pitzauf?", fragt Adib (38) seine Mitstreiterin Kira (31). "Weiß ich nicht", zuckt die mit den Schultern. Dass es als Nachtisch keinen Traubenkuchen geben wird wie gedacht, kann auch keiner ahnen. Der Grombierasalad wird "wahrscheinlich mit Bier abgeschmeckt", vermutet Adib. Und was ist dieses Schwaben-Sushi?
Mamas Kartoffelsalat bleibt der beste
"Ich habe gerade richtig Gänsehaut, zum einen, weil es so schön ist, dass ihr da seid, zum anderen, weil es so traurig ist, weil es der letzte Abend ist", begrüßt Sascha seine Gäste mit einer kleinen Ansprache. Dann bereitet er die Vorspeise zu.
Hinter Herrgottsbscheißerle, Grombierasalad und Schwaben-Sushi verbergen sich Maultaschen, schwäbischer Kartoffelsalat und Pfannkuchenröllchen mit Räucherforelle und Meerrettich. "Zum ersten Mal esse ich Maultaschen", freut sich Adib auf die berühmte Teigtasche. Sein Fazit: "Die war wirklich lecker!" Vom Linsensalat ist Kira etwas enttäuscht: "Ich hab halt einfach was anderes erwartet." Mit dem Grombierasalad wird Franky (50) nicht ganz warm: "Den besten Kartoffelsalat hat immer noch meine Mama gemacht. Der war mit Mayonnaise."
Schlechtes Gewissen wegen Wartezeit
So ein Zwiebelrostbraten mit Knödel und Möhren braucht seine Zeit. Das merkt Kira an ihrem Hungergefühl. "Meint ihr, es dauert noch lange?", fragt sie die Runde am Tisch. Die Männer haben Verständnis für die Wartezeit bei einem guten Stück Fleisch. Sascha selbst hadert in der Küche mit dem Zeitmanagement: "Im Moment habe ich echt ein schlechtes Gewissen, weil ich glaube, dass meine Gäste viel zu lange warten müssen."
Aber hilft ja nichts. Die Serviettenknödel waren Saschas Lieblingsessen von seiner Oma: "Da meine Oma letztes Jahr im segensreichen Alter von 102 Jahren verstorben ist, dachte ich mir, das ist eine kleine Reminiszenz." Der Knödel schmeckt, nur die Möhren hätten noch ein paar Minuten länger garen dürfen. Und noch was fällt allen beim angebratenen Steak auf: "Das war kein Braten."