Ein Rocker liegt leblos am Boden, ein Verdächtiger schweigt und Polizisten ringen mit sich - sowie um Anstand, Moral und die Wahrheit. Wie löst das Team diesen Fall und lohnt sich das Einschalten?
Dass da etwas nicht mit rechten Dingen zuging, wird schnell klar. Die Stimmung ist angespannt. Als die Polizistinnen und Polizisten sich unterhalten, fallen Sätze wie: «Wir ziehen das jetzt durch», «Wir haben alles besprochen» und «In der Scheiße, in der wir stecken, halten wir zusammen». Nur einer will offenkundig nicht mitmachen, er muss sich sogar übergeben.
Was genau passiert ist, erfährt das «Tatort»-Publikum heute nur Stück für Stück. Jedenfalls liegt eines Nachts in einem Freiburger Club ein Toter: ein Rocker, mit massiver Gewalt niedergeschlagen. Und einen dringend Tatverdächtigen gibt es auch, der sitzt schon im Präsidium beim Verhör.
Doch so einfach ist der Fall nicht, denn da ist ja noch die Gruppe der Bereitschaftspolizei, von der ein Teil ganz klar etwas zu verbergen versucht. Das Erste zeigt die neue Folge «Innere Angelegenheiten» ab 20.15 Uhr.
Welche Kräfte in Gruppen wirken
24 Drehnächte haben das Schwarzwald-Team um Schauspielerin Eva Löbau als Kommissarin Franziska Tobler und ihr Kollege Hans-Jochen Wagner alias Kommissar Friedemann Berg vor der Kamera gestanden. Herausgekommen ist ein Film, der in unterschiedlichen Konstellationen Gruppengefüge beleuchtet. Wer kann wen beeinflussen, wie bringt man Schweigende zum Reden?
Da sind zum einen die sechs Polizisten und Polizistinnen, die im Grunde zwei verschiedene Sichtweisen vertreten. Ihre Beweggründe sind dabei sehr unterschiedlich. Und mitunter wechselt der eine oder andere auch mal seine Position. Spannend ist es, die Diskussionen zu verfolgen.
Von Charaktertest ist da die Rede, im Kern geht es um Anstand, Moral und nicht zuletzt die Wahrheit. Man hört Sätze wie: «Denk' nach und bau' keinen Scheiß.» Auf Anfragen via Funk reagieren sie hingegen zunächst nicht. Und das dringend benötigte Protokoll zum nächtlichen Einsatz lässt auf sich warten.
Tatverdächtiger und Opfer hatten Streit
Zum anderen ist da der Verdächtige, der in Anwesenheit seiner Anwältin von Kommissar Berg verhört wird. Ein Intensivtäter, der in diesem Fall aber seine Unschuld beteuert und sichtlich damit kämpft, sich angesichts der Vorwürfe unter Kontrolle zu halten. Dabei spricht vieles gegen ihn - war er doch mit dem Opfer im Clinch und hatte den Mann in einen Nebenraum verfolgt.