Sie war ein "Bravo"-Gesicht, ein "böses Mädchen" und dann die Partnerin von "Hubert und Staller", doch dann verloren sich allmählich ihre Spuren. Was macht Annett Fleischer heute?
Nein, damit steht sie beileibe nicht alleine da in der Unterhaltungsbranche, erwähnenswert ist es dennoch: Annett Fleischer ist eine Frau mit vielen Talenten. Und wie die Moderatorin, Schauspielerin, Podcasterin und Influencerin sich im Beruf nie festgelegt hat, so vielseitig ist sie auch im Leben allgemein. "Ich bin auf verschiedenen Ebenen zu Hause", so beschreibt sie sich in ihrem YouTube-Kanal, "in der Öffentlichkeit, im Hintergrund, mitten drin im Leben zwischen Geburt und Tod und darüber hinaus".
Das öffentliche Leben des 1979 in DDR-Berlin geborenen Multitalents begann als Moderatorin für Bravo TV, also jene Jugendsendung, mit der schon Kristiane Backer, Heike Makatsch, Jasmin Gerat oder Enie van de Meiklokjes durchgestartet waren. Fleischer führte durch "Bravo TV" von 2003 bis 2004. Entdeckt wurde sie für den Job, wie es heißt, an der Uni Lüneburg, wo sie Angewandte Kulturwissenschaften studiert hatte.
"Intensivste und gehaltvollste" Zeit
"Bravo TV" war Fleischers Sprungbrett für eine Schauspielkarriere, in kaltes Wasser war sprang sie jedoch nicht. Schon als Jugendliche nahm sie in Berlin Schauspielunterricht, was ihr bei der NDR-Sketch-Sendung "Sehr witzig" zugutekam. Witzig war Fleischer auch in "Tramitz & Friends" ( (Pro7), witzig auch in "Böse Mädchen" (RTL) und witzig in "Dennis und Jesko - Die Sketchköppe" (NDR) - auch das allesamt Sketch-Revuen.
Doch sie konnte auch anders und vor allem: sie konnte auch länger als kurze TV-Nummern. Schon 2004 hatte Fleischer einen Auftritt in der Sitcom "Axel will's wissen". Dem schlossen sich Gastrollen in "Alarm für Cobra 11 ", "Großstadtrevier" oder "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" an. 2011 landete sie ihren bislang größten Coup: In "Hubert und Staller" (ab 9. Februar vom Ersten wiederholt) spielte sie von Anfang an bis zur 100. Folge die Polizeikommissarin Sonja Wirth.
Die Jahre in der Öffentlichkeit, in die auch ihr Foto-Shooting für den Playboy (2016) fällt, waren für Fleischer die "intensivsten und gehaltvollsten", wie sie in einem Video ihres YouTube-Kanals sagte. Seither agiert sie eher im "Hintergrund". Dem Menschen gilt aber auch hier ihr Interesse. 2020 startete sie den Podcast "Haus am See", wo sie mit ihren Gästen - prominent oder normal sterblich - über emotionale Erfahrungen und den Umgang mit Krisen und Herausforderungen unterhielt.
Ernst des Lebens
Die dunklen Seiten des Lebens bis zum unausweichlichen Ende und der Trost, die der Mensch trotz allem schöpfen kann, das treibt Fleischer auch im Hintergrund um. 2023 verriet sie im genannten YouTube-Video, dass sie "seit einigen Jahren" als Sterbeamme arbeite, als die sie also alleinstehende und einsame Menschen beim Sterben begleitet und tröstet. Fleischer dazu: "Wie eine Hebamme komme ich nach Hause und helfe bei der Geburt - nur andersrum."