Torsten Sträter ist heute aus der deutschen Comedy-Landschaft kaum wegzudenken. Doch bevor er mit schwarzer Mütze und trockenem Humor die Bühnen eroberte, ging er einem ganz anderen Beruf nach. So begann seine ungewöhnliche Karriere.
Im September 2026 geht Torsten Sträter mit seinem neuen Programm "Die Zyklopen von Saint-Tropez" auf Tour. Wenige Tage vorher, am 4. September, feiert er seinen 60. Geburtstag. Sträter gehört mittlerweile zu den bekanntesten Comedians Deutschlands. Dabei arbeitete er lange Zeit in völlig anderen Berufen - fernab von der Bühne.
Nach der Schule machte Sträter zunächst eine Ausbildung zum Herrenschneider. Danach arbeitete er unter anderem als Herrenausstatter und schließlich mehrere Jahre in der Spedition seiner Familie. Seine künstlerische Karriere begann 2004, als der gebürtige Dortmunder anfing, Kurzgeschichten zu schreiben. Wenige Jahre später ging es für Sträter das erste Mal auf die Bühne. Bei einem Poetry Slam.
Über den Auftritt sagte er gegenüber "Blue News": "Ich stellte mich auf die Bühne, versteckte mich hinter meinem Text und las ihn vor. Es ging ganz gut, obwohl ich die Befürchtung hatte, mich würde auf der Bühne das Lampenfieber verschlingen." Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. "Vielleicht hat es mit meinem zu großen Ego zu tun oder ich bin einfach zu dumm für Lampenfieber", scherzt Sträter. Denn tatsächlich verlief der Auftritt besser als erwartet - und sollte der Beginn seiner Bühnenkarriere werden.
Keine "Expresskarriere"
Im Poetry Slam gewann er neben zahlreichen regionalen Meisterschaften den Landeswettbewerb NRW-Slam in den Jahren 2009, 2010 und 2012. 2020 gewann er für sein Solo-Programm "Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein" den Deutschen Comedypreis, 2021 folgte der Sieg in der ersten Staffel der deutschen Ausgabe der Comedyshow "LOL: Last One Laughing".
Aus den anfänglichen Kurzgeschichten und Slam-Auftritten entwickelte sich schließlich seine Karriere als Kabarettist und Bühnenkomiker. Parallel schrieb Sträter unter anderem für das Satiremagazin "Pardon" und das Sportmagazin "Kicker".
Laut Sträter selbst sei seine Karriere "langsam" gewachsen: "Es gibt ja immer wieder Menschen, die mir eine Expresskarriere nachsagen. Denen sei hier und heute erklärt: Das stimmt nicht", stellt er im Gespräch mit "Blue News" klar. Er wünsche sich jedoch manchmal, früher mit der Komik und dem Kabarett angefangen zu haben.
Immer auf der Bühne mit dabei ist die schwarze Beanie-Mütze, die über die Jahre zu einem Markenzeichen des Komikers wurde. Dabei stecke laut Sträter selbst vor allem ein praktischer Nutzen hinter dem Accessoire: "Ich schwitze am Kopf. Mit Mütze bleibt mein Gesicht trocken", so erklärte er es gegenüber der "Neue Westfälische".