Einfach darauf warten, dass Hollywood bei ihr anklopft? Das war noch nie Sydney Sweeneys Art. Im Gespräch verrät die Schauspielerin, warum sie lieber selbst zum Telefon greift - und welche körperlichen Grenzen sie für ihre neue Rolle auslotete.
Sydney Sweeney gehört längst zu den gefragtesten Schauspielerinnen Hollywoods. Darauf, dass die nächste große Rolle von allein kommt, will sich die 28-Jährige trotzdem nicht verlassen. "Abwarten liegt mir überhaupt nicht", sagt Sweeney lachend im Gespräch mit der Agentur teleschau. "Ich war noch nie jemand, der einfach herumsitzt und darauf wartet, dass das Telefon klingelt. Ich bin lieber diejenige, die selbst anruft."
Gerade ist Sweeney in "That's Why the Lady Is a Champ" im Kino zu sehen. Darin spielt sie die ehemalige Boxweltmeisterin Christy Martin, die in den 90er-Jahren zur Pionierin des Frauenboxens wurde. Hinter ihren Erfolgen im Ring verbarg sich ein dramatisches Privatleben: Martin wurde von ihrem Ehemann und Trainer kontrolliert und misshandelt und kämpfte schließlich um ihr Leben.
Für Sweeney, die 2025 mit einer Werbekampagne für Jeans eine politische Kontroverse in den USA ausgelöst hatte, war die Rolle auch körperlich eine Herausforderung. Sie nahm rund 15 Kilo zu und hatte nur zweieinhalb bis drei Monate Zeit für die Vorbereitung. Jeden Morgen machte sie eine Stunde Krafttraining, danach drei Stunden Boxen und abends noch einmal eine Stunde Krafttraining.
Dass Sweeney ein solches Pensum nicht abschreckt, passt zu ihr. "Ich glaube nicht ans Aufgeben", sagt sie im Gespräch mit teleschau. Und Druck scheint sie eher anzutreiben als zu bremsen. "Ehrlich gesagt funktioniere ich unter Druck sogar besser. Wenn ich unglaublich viel zu tun habe, arbeite ich auf einem völlig anderen Level, als wenn ich nur herumsitze und darauf warte, dass etwas passiert." Sie wolle mitreden, Entscheidungen treffen und Dinge selbst voranbringen.
Auch bei ihren Rollen sucht Sweeney ganz bewusst nach Herausforderungen. "Ich möchte mich immer wieder auf neue Arten herausfordern", sagt sie. Sie wolle Neues lernen, ihre Fähigkeiten erweitern und Menschen kennenlernen, die sie inspirieren. Ein bisschen Angst darf sogar dabei sein. "Wenn ich keine Angst habe oder nichts Neues lerne, ist es für mich nicht aufregend."
Dabei sah Sweeneys Leben früher ganz anders aus. Luxushotels, wie sie heute bei Reisen und Presseterminen dazugehören, kannte sie als Kind nicht. "Meine Familie konnte sich damals keine schönen Hotels oder solchen Luxus leisten", erzählt sie gegenüber teleschau. Stattdessen übernachtete die Familie auf Reisen eher in kleinen, familiengeführten Unterkünften. Sweeney erinnert sich daran gerne. Gerade dadurch habe sie viel von der jeweiligen Kultur mitbekommen. "Das habe ich geliebt."
Bis heute versucht sie, sich diese Neugier zu bewahren. Beim Reisen sollte man "Augen, Ohren und den Kopf offenhalten", findet die Schauspielerin. "Man kann unglaublich viel aufsaugen, wenn man wirklich versucht, eine Kultur kennenzulernen und mehr über die Welt zu erfahren."