Die Rolle brachte dem 1926 geborenen Leslie Nielsen einen längerfristigen Vertrag mit dem Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer und damit diverse Engagements in größeren Hollywoodproduktionen ein. Eine Hauptrolle blieb ihm jedoch jahrelang verwehrt. Der Sohn eines dänischstämmigen kanadischen Mounties schien mit seiner grundsoliden Ernsthaftigkeit weder zum Helden noch zum Antagonisten gemacht.
Neben einigen Auftritten in Serien wie "Bonanza" oder "Die Straßen von San Francisco" war sein Part als Schiffskapitän Harrison im Katastrophenfilm "Die Höllenfahrt der Poseidon" im Jahr 1972 die signifikanteste Rolle. "Ich spielte den Kapitän und brachte das Schiff zum Kentern", sagte er später, na klar, augenzwinkernd.
So richtig glücklich war Leslie Nielsen mit seinen Rollen selten. "Ich war in Produktionen, bei denen ich auf dem Weg ins Studio heftigen Brechreiz hatte", gestand er mal. Und fügte schulterzuckend hinzu: "Immerhin konnte ich damit meine Miete bezahlen."
"Nicht verhandeln, akzeptieren!" wies Leslie Nielsen seinen Agenten an
Als das Angebot kam, bei "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" mitzuspielen, zögerte Nielsen keine Sekunde. "Ich sagte meinem Agenten: 'Nicht verhandeln, akzeptieren! Für diese Rolle würde ich sogar zahlen'", verriet Nielsen 1988. Da hatte er gerade einen Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame" bekommen.
Denn sein Stern strahlte in den späten 1980ern hell wie nie zuvor. Die Zusammenarbeit mit dem Regie-Team Zucker-Abrahams-Zucker erwies sich für beide Seiten als Volltreffer - spätestens mit "Die nackte Kanone". Als gleichermaßen selbstbewusster wie trotteliger Ermittler Frank Drebin hatte Nielsen seine Berufung gefunden. "Ich liebe diesen Humor einfach, weil er ein fester Teil meines Humors ist", sagte der Schauspieler voller Dankbarkeit. "Ich liebe es, die Essenz von Dummheit im Menschen zu finden. Früher dachte ich, ich müsste große Anstrengungen unternehmen, um sie zu entdecken, aber dann merkte ich, dass sie die ganze Zeit in mir war - direkt an der Oberfläche."
Leslie Nielsen als ernsthafter Darsteller? Es gab kein Zurück mehr
Zwei weitere "Nackte Kanone"-Filme folgten. Dazu eine ganze Reihe ähnlicher irrwitziger Parodien. "Von allen Geistern besessen" persiflierte 1990 die "Exorzist"-Horrorfilme, "Agent 00 - Mit der Lizenz zum Totlachen" Agententhriller à la James Bond, "2002 - Durchgeknallt im All" knöpfte sich Weltraum-Abenteuer vor.
Leslie Nielsen hatte, besser spät als nie, mit Mitte 50 seinen Platz in Hollywood gefunden. Er hätte später durchaus gerne mal einen Part wie Willie Loman in der Tragödie "Tod eines Handlungsreisenden" gespielt. Der Weg dorthin war indes nun verbaut. Was nichts daran ändert, dass der Kanadier bis zu seinem Tod im Jahr 2010 seinen Spaß hatte - nicht nur wegen der Furzkissen, die er ständig bei sich trug.
Am 11. Februar wäre Leslie Nielsen 100 Jahre alt geworden.
Quelle: teleschau – der mediendienst