Jimmy Kimmel sorgt mit einem Witz gegen First Lady Melania für Empörung im Lager von Donald Trump. Nun hat der Moderator auf den Vorwurf des US-Präsidenten reagiert, mit seiner Bemerkung zu Gewalt aufgerufen zu haben.
Nachdem Jimmy Kimmel in seiner Sendung "Jimmy Kimmel Live!" vergangene Woche einen Witz über First Lady Melania Trump gemacht hatte, forderte US-Präsident Donald Trump den sofortigen Rauswurf des Moderators. Nun hat Kimmel auf die Empörung aus dem Trump-Lager reagiert - auf gewohnt spitzzüngige Weise.
Kimmel hatte am Donnerstag in seiner Abendshow über Melania Trump gesagt, sie habe das "Leuchten einer werdenden Witwe". Für Trump und sein Team ist das ein Beleg für einen "Aufruf zur Gewalt", wie der Präsident am Montag auf dem sozialen Netzwerk Truth Social schrieb. Zwei Tage nach Ausstrahlung der Sendung kam es bei einer Dinner-Veranstaltung der White House Correspondents' Association in Washington zu einem Zwischenfall, als ein bewaffneter Mann versucht hatte, den Kontrollbereich außerhalb des Festsaals zu überwinden. Bei der Festnahme des 31-Jährigen fielen mehrere Schüsse, ein Sicherheitsbeamter wurde leicht verletzt.
Gegen den Vorwurf des Gewaltaufrufs verwehrte sich Kimmel am Montag in seiner Live-Sendung. Es sei ein harmloser Witz gewesen über den Altersunterschied zwischen dem 79-jährigen Trump und seiner 23 Jahre jüngeren Frau, erklärte er. Seine Äußerungen hätten nichts mit dem zu tun, was man unter "Aufruf zu Gewalt" verstehe.
Außerdem verwies der Moderator darauf, dass er sich schon immer gegen Waffengewalt ausgesprochen habe. Und natürlich sei auch er gegen "hasserfüllte und gewalttätige Rhetorik". Diesen Vorwurf hatte ihm Melania Trump auf der Plattform X gemacht, wo sie Kimmels "Monolog" als "zerstörerisch" und "spalterisch" verurteilte.
Kimmele verweist auf Meinungsfreiheit
Mit seiner Äußerung will Kimmel vielmehr von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht haben. Das sei das Recht eines jeden Bürgers und Bürgerin der Vereinigten Staaten, auch das Recht des Präsidenten, fügte er hinzu und meinte damit auch dessen Anschuldigungen - so wenig einverstanden Kimmel damit auch offenbar ist.
Wie abwegig die Vorwürfe sind, machte der Moderator mit Blick auf eine Aussage der Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, deutlich. In einem Interview am Rande der Gala-Veranstaltung und vor dem mutmaßlichen Angriffsversuch ging sie auch auf die bevorstehende Rede Donald Trumps ein. Diese werde "witzig" und "unterhaltsam" sein, versprach sie. Und es würden "ein paar Schüsse abgefeuert", fügte sie mit Blick auf die gewohnte Angriffslust des Präsidenten hin.
Die Steilvorlage ließ sich Kimmel nicht entgehen.: "Wissen Sie, wer sauer sein wird, wenn sie das hört?", fragte er rhetorisch und lieferte prompt die Antwort: "Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wird sauer sein." Leavitt hatte sich ebenfalls über Kimmels Witz über Melania empört. "Diese Rhetorik über den Präsidenten, die First Lady und ihre Unterstützer ist völlig verrückt", erklärte sie in einer Stellungnahme.