Schauspielerin durch zu viel Kuchen depressiv geworden - geht das wirklich?

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Vicky Krieps hat am Filmset durch zu viel Kuchen-Konsum ein Gefühlschaos erlebt. Was steckt hinter dem Phänomen?

Die luxemburgisch-deutsche Schauspielerin Vicky Krieps (42) machte beim Dreh des neuen Films von Jim Jarmusch eine neue Erfahrung: Sie bekam zum ersten Mal einen sogenannten Zucker-Flash. Der Grund dafür war, dass sie zuvor zu viel Kuchen gegessen hatte. Beim Dreh zu dem Film "Father Mother Sister Brother" wollten ihre Kolleginnen Charlotte Rampling und Cate Blanchett für die Kamera nichts essen.

Deshalb musste Vicky Krieps alle Kuchenszenen selbst bewältigen. Bei den vielen Wiederholungen aß sie immer wieder den Kuchen – bis sie schließlich einen Zucker-Flash bekam. "Ich war diejenige, die abbeißen musste. Einer musste essen und ich habe gegessen. Immer wieder", sagte Krieps in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Depressiv nach Kuchen-Überdosis - was sagt die Forschung?

Nach den häufigen Wiederholungen habe sie einen schrecklichen Lachanfall bekommen: "Es war unglaublich und auch überhaupt nicht mehr lustig. Ich war hysterisch. Und dann, eine Stunde später, tief depressiv." Die Schauspielerin, die sonst für ihre disziplinierten Rollenporträts bekannt ist, war erschrocken: "Erst habe ich das selbst nicht verstanden. Aber dann wurde mir klar: Oh Gott, das war mein erster Zucker-Flash. Das kannte ich vorher nur von meinen Kindern. Erst war ich völlig neben mir und dann depressiv." Bei zu großem Zuckerkonsum helfen bestimmte Lebensmittel dem Körper.

Studien zeigen tatsächlich, dass industriell verarbeiteter Zucker und Depressionen in Zusammenhang stehen. Diese beziehen sich jedoch in der Regel auf längere Beobachtungszeiträume. Das Portal zentrum-der-gesundheit.de etwa verweist auf britische Wissenschaftler, die herausgefunden haben, dass Menschen, die jeden Tag mehr als 67 Gramm Zucker in Süßigkeiten oder gesüßten Getränken zu sich nehmen, innerhalb von fünf Jahren deutlich häufiger psychische Probleme entwickeln. Menschen mit einem niedrigeren Zuckerkonsum von weniger als 40 Gramm täglich sind davon seltener betroffen.

Zu den festgestellten psychischen Problemen zählen zum Beispiel Angstzustände und Depressionen. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung hat sich ebenfalls wissenschaftlich mit dem Phänomen beschäftigt und teilte im September 2025 mit, dass "starke Hinweise" bestehen, dass zuckerhaltige Getränke die psychische Gesundheit speziell bei Frauen beeinträchtigen. Dies könne an hormonellen Unterschieden oder geschlechtsspezifischen Reaktionen des Immunsystems hängen. Bei einem kurzzeitigen Zucker-Flash steigt das Energielevel durch hohen Zuckerkonsum stark an, gefolgt von einem rasanten Abfall des Blutzuckerspiegels. Das kann zu Stimmungsschwankungen führen.

Vicky Krieps plaudert aus dem Nähkästchen - so tickt Cate Blanchett

Über das Wesen von Weltstar Blanchett äußerte Krieps eine überraschende Beobachtung. Während Blanchett oft als unnahbarer Freigeist wahrgenommen werde, erlebte Krieps sie anders: "Am Set haben wir dann festgestellt: Cate Blanchett ist in Wahrheit ein Streber - genau wie ihre Figur. Sie ist vollkommen ernst und lernt immerzu ihren Text. Alles an ihr muss passen und wird wieder und wieder geprüft."

Krieps selbst sieht sich als Gegenentwurf zu dieser Akribie: "Ich dagegen sitze irgendwo hinten am Set, mache Späße mit dem Tonmann und habe die Schuhe auf dem Tisch. So bin ich als Mensch und so ist auch meine Figur." Die Zusammenarbeit mit den beiden Schauspiel-Ikonen bezeichnete Krieps trotz der "Kuchen-Strapazen" als "Geschenk". Sie habe das Set kaum verlassen, um die Kolleginnen zu beobachten: "Wie ein Zuschauer im eigenen Film".

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Vorschaubild: © Christoph Soeder/dpa; Regina Ferraz/pexels.com; Collage: inFranken.de