Schon Anfang der 90er moderierte Sandra Maischberger ihre erste politische Talkshow. Das Abenteuer sei "nicht gut ausgegangen für mich", sagte sie nun als Gast des NDR-"Käpt'ns Dinner". Auch weil sie mit Mitte 20 noch zu jung gewesen sei.
Seit 2002 moderiert Sandra Maischberger die nach ihr benannte Talkshow im Ersten. Zunächst hieß sie "Menschen bei Maischberger", nach Änderungen an Konzept und Sendeplatz ist die Gesprächsreihe inzwischen nur noch "maischberger" betitelt und läuft in der Regel dienstags und mittwochs gegen 23 Uhr im Ersten. Es ist eine der größten Bühnen, die Politikerinnen und Politik-Experten im deutschen Fernsehen bekommen können.
Was viele Zuschauerinnen und Zuschauer womöglich nicht (mehr) wissen: Ihren ersten Auftritt als Polit-Talkerin hatte Maischberger nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sondern beim Privatsender SAT.1. 1991 wurde sie mit damals Mitte 20 Co-Moderatorin des 36 Jahre älteren Erich Böhme. Die Zusammenarbeit war nur von kurzer Dauer. Nach rund einem Jahr kehrte Maischberger der Sendung den Rücken.
Sandra Maischberger über Erich Böhme: "Wir passten einfach nicht zusammen"
Das Abenteuer "Talk im Turm" sei "nicht gut ausgegangen für mich", sagte die 59-Jährige nun im NDR-Talk "Käpt'ns Dinner". Auf die Frage nach dem Warum von Gastgeber Michel Abdollahi antwortete Maischberger: "Weil ich zu jung war, glaube ich, Erich Böhme war zu alt. Wir passten einfach nicht zusammen." Auch habe sie sich oft inhaltlich überfordert gefühlt, etwa durch den Zweiten Golfkrieg, der damals im Gange war. "Ich habe gemerkt, wie groß meine Lücken waren", gestand die Moderatorin im Rückblick. "Ich habe ernsthaft Lücken gehabt und musste mir das alles irgendwie draufpacken."
Dennoch verdanke sie der Sendung ihr erstes "Aha-Erlebnis" in Bezug auf Politikerinnen und Politiker. Die seien auf der Talk-Bühne ganz anders als abseits derselben: "In der Sendung erbitterte Feinde, nach der Sendung am Kamin beim Glas Wein plötzlich ein völlig anderer Ton. Das hat meinen Blick auf Politik sofort verändert, von einem Moment auf den anderen."
Kenntnis-Lücken über ihre Gesprächs-Gäste kommen bei der Journalistin heute nicht mehr in dem früheren Maße vor. "Ich bin wirklich gut vorbereitet", sagte Maischberger über ihre Arbeit. "Es ist der beste Teil des Jobs manchmal." Sie finde es wichtig zu wissen, was jemand macht, gerade wenn es ein großes Personen-Interview sei.
Quelle: teleschau – der mediendienst