In ihrem Podcast "M wie Marlene - Wie gelingt das Leben?" hat Moderatorin Marlene Lufen mit einem Kriminalhauptkommissar über seinen Arbeitsalltag als Polizist gesprochen. Dabei verriet der Beamte auch, warum vermeintlich harmlose Einsätze oftmals gefährlich enden können.
In der neusten Episode ihres Podcasts "M wie Marlene - Wie gelingt das Leben" hat Marlene Lufen mit einem Kriminalhauptkommissar über den Alltag deutscher Polizisten gesprochen. Der Kontakt kommt nicht von ungefähr - so erklärt Lufen, dass sie und ihr Gesprächspartner sich durch ihre Kinder schon seit über 20 Jahren kennen.
Marcel - seinen Nachnamen verrät er im Podcast nicht - arbeitet seit 30 Jahren als Polizist und ist mittlerweile Kriminalhauptkommissar. Davor war er im Wach- und Wechseldienst, sowie bei der Autobahnpolizei tätig. Heute beschäftige er sich vor allem mit dem Thema Geldwäsche und Geldwäscheermittlungen.
Vor allem in seiner Zeit als "Streifenpolizist", wie es umgangssprachlich genannt wird, habe er Einsätze aller Art erlebt. Von Verkehrsunfällenüber Ruhestörungen bis hin zu Leichenfunden. "Es gibt nichts, was es nicht gibt", stellt er im Gespräch mit Lufen klar. Dabei habe er auch lernen müssen, dass viele vermeintlich kleine Einsätze schnell zu einer echten Gefahrenlage werden können.
Polizist warnt vor Einsätzen, "die eigentlich gar nicht so bedrohlich wirken"
Er erklärt: "Die richtig gefährlichen Sachen sind die, wo du nicht damit rechnest." Der Polizist erinnert sich an einen Einsatz in der Düsseldorfer Hooligans-Szene zurück. Damals sei in der Gruppe der Fußball-Fans auch eine Frau dabei gewesen, die "gar nicht so aussah, aber grundaggressiv" gewesen sei. "Die hat geschlagen, getreten und versucht, zu beißen", berichtet der Kommissar.
Marlene Lufen hakt bei ihrem Podcast-Gast genauer nach: "Wie oft kommt denn so was vor, dass jemand wirklich in einer Bedrohungslage ist?" Der Kommissar betont, das Problem sei, dass man dies oftmals vorher nicht wisse. So könne es sein, dass man als Einsatzkraft zu einer Ruhestörung gerufen werde, "die auf einmal total eskaliert".
"Es sind oft Einsätze, die eigentlich gar nicht so bedrohlich wirken, die aber nachher eine ganz andere Dynamik nehmen (...) Da rechnest du einfach nicht mit." Marcel erklärt, dass "gerade heutzutage, wo ganz viele Leute bewaffnet sind", beispielsweise eine einfache Verkehrskontrolle schnell eskalieren könne. Man wisse eben nicht, wer da in dem Auto sitzt und ob die Person möglicherweise bewaffnet sein könnte, gibt er zu Bedenken. Solche vermeintlichen "0815-Einsätze" seien daher die, "die eigentlich viel, viel gefährlicher sind."
Anders sei es bei Einsätzen von Spezialkräften, wie etwa dem SEK. "Ich sag' es jetzt mal plakativ: Eigentlich haben die den einfachen Job." So würden die Spezialkräfte immer genau wissen, dass eine akute Gefahren- oder Bedrohungslage vorliegt und dementsprechend vorbereitet in den Einsatz gehen. Der Kommissar weiß: "Da gehst du mit der Situation ganz anders um und gehst auch ganz anders an den Einsatz ran."