Peter Schilling über KI in der Musik: "Ich schmücke mich nicht mit Federn, die mir nicht zustehen"

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Peter Schilling bei "Volle Kanne"
Peter Schilling hat im ZDF-Servicemagazin "Volle Kanne" über die Nutzung von KI in der Musikbranche gesprochen.
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Peter Schilling
Peter Schillings Hit "Major Tom" ist die aktuelle Torhymne der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
2026 Getty Images/Andreas Rentz

Musiker Peter Schilling hat im ZDF-Magazin "Volle Kanne" über den Einsatz künstlicher Intelligenz gesprochen und verraten, wie er die Zukunft von KI in der Musikbranche einschätzt.

Schon im Jahr 2024 im Rahmen der Fußball-EM war Peter Schillings (70) Klassiker "Major Tom" der offizielle Torsong des DFB. Und auch bei der laufenden WM in den USA, Mexiko und Kanada dürfen die deutschen Fans wieder zu dem 80er-Jahre-Hit jubeln. Der Song machte Schilling einst zum Star - und auch heute noch ist der 70-Jährige als Musiker aktiv. Im ZDF-Magazin "Volle Kanne" hat er erklärt, was er von dem Einfluss künstlicher Intelligenz in der Musikbranche hält und warum er seine ersten KI-Versuche schnell wieder abgebrochen hat.

Im Gespräch mit Moderatorin Nadine Krüger erinnerte Schilling sich an die 80er-Jahre zurück, in denen das Keyboard die Musikwelt revolutionierte. "Jedes Mal, wenn du eine Taste drückst, kommt ein vollkommen neuer Klang, ein Klang, den du vorher noch nie gehört hast", erklärt er. "Das war alles neu und das hat natürlich das Songwriting beeinflusst." Für ihn sei dies einer der Gründe, "warum so fantastische Songs in der Zeit entstanden sind", meint Schilling.

Diese Entwicklung sei nach seinem Empfinden in den 90ern wieder abgeflacht, "und jetzt sind wir bei der KI angekommen und heute kann jeder einen Song schreiben - ob er Songs schreiben kann oder nicht". Der Musiker gibt dabei offen zu, auch selbst schon mit künstlicher Intelligenz experimentiert, das Ergebnis aber schnell wieder verworfen zu haben.

Peter Schilling: "Es gibt KI, die kannst die Uhr nicht zurückdrehen"

Nachdem er die KI mit Informationen gefüttert hatte, habe er "zwei Minuten später einen fantastischen Song" erhalten. "Nur er war nicht von mir." Schilling stellt klar: "Ich schmücke mich nicht mit Federn, die mir nicht zustehen und ich habe es dann sofort wieder verworfen."

Sollte er eines Tages doch mit KI arbeiten, so würde er dies auch transparent machen, erklärt der Musiker. Denn er weiß auch: "Es gibt KI, die kannst die Uhr nicht zurückdrehen. Und bevor ich mich gegen KI wende, versuche ich, mit KI zu arbeiten."

Die Entwicklung lünstlicher Intelligenz sei einerseits "bedenklich", findet Schilling, andererseits habe er derartige Entwicklungen bereits zuvor erlebt. So seien auch Keyboards, Musikvideos, CDs oder MP3-Player anfangs von vielen Künstlern kritisch beäugt worden, "bis es dann integriert wurde und man Kunst daraus gemacht hat. Ich denke, das wird mit KI auch passieren", so Schilling. Man müsse künstliche Intelligenz mit Vorsicht betrachten, stimmt der Musiker Nadine Krüger zu, er hält sie dennoch für eine "neue Kunstform, mit der man arbeiten kann".

Quelle: teleschau – der mediendienst