Louis Klamroth spricht in Podcast über "heftige Auseinandersetzungen" hinter den "Hart aber fair"-Kulissen

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Louis Klamroth
Louis Klamroth hat im Podcast "Deutschland3000" über seine Arbeit als ARD-Polittalker gesprochen.
2021 Getty Images/Joshua Sammer

Seit drei Jahren führt Louis Klamroth regelmäßig durch den Polittalk "Hart aber fair". Wie er nun in einem Podcast verriet, gebe es nach der Aufzeichnung der ARD-Sendung häufig Beschwerden vonseiten seiner politischen Gäste.

"Sofort nach der Sendung wird sich beschwert - eigentlich immer", offenbart Louis Klamroth. Im Podcast "Deutschland3000" spricht der Polittalker offen darüber, was oftmals nach der Aufzeichnung seines ARD-Formats "Hart aber fair" geschehe. So gebe es pro Sendung meist mehrere Gäste, die unzufrieden seien, "dass die nicht genug drangekommen wären, dass ich sie zu doll unterbrochen hätte".

Klamroth verrät: "Es gab auch schon heftige Auseinandersetzungen nach der Sendung - dass sich entweder weiter gestritten wurde zwischen den Gästen, oder eben mir Sachen vorgeworfen wurden." Bisweilen seien die Vorwürfe gerechtfertigt, räumt der Moderator ein: "Ich habe ja keine Stoppuhr. Und ich habe auch nicht den Anspruch, alle gleich viel drankommen zu lassen, sondern ich will eine gute Diskussion bauen."

Dennoch habe er vollstes Verständnis für den Unmut einiger Politikerinnen und Politiker. "Da ist so viel Druck auf diesen 75 Minuten für die Gäste drauf, dass sich das dann manchmal danach total entlädt, wenn nicht alles abgerufen werden konnte, was sie sich vorgenommen hatten." Meistens lege sich die Wut auch schnell wieder - auch, weil er selbst gelassen bleiben könne: "Für mich, der das ja öfter macht, ist das dann nicht mehr ganz so eine Aufregung. Und deswegen kann ich da mit Ruhe dann nach so einer Sendung diskutieren."

"Ich habe mich dann auch schon in Momenten erwischt, dass ich sauer wurde"

Mit dem Talk an sich sei er nicht immer zufrieden. "Es gibt Sendungen, aus denen gehe ich raus und denke: Boah, das hat uns jetzt im Diskurs nicht weitergeholfen", gesteht der 36-Jährige. Meist handle es sich dabei um Ausgaben, die während eines Wahlkampfes aufgezeichnet würden. "Weil die politischen Gäste, die da sind, dann oft in so einem Tunnel sind und unter so einem großen Druck stehen - die haben die Umfragewerte hinten im Kopf."

Ein weiteres Problem entstehe durch Instagram, TikTok und Konsorten: "Politikerinnen und Politiker kommen ja mittlerweile auch in so eine Sendung und wissen, sie wollen daraus ihre drei, vier, fünf Clips haben." Die Gäste würden "dann manchmal so 20-Sekünder" abliefern, "die überhaupt nicht auf meine Frage eingehen, sondern wo ich genau weiß: Das haben sie vorbereitet. Daraus schneidet ihr Social-Media-Team jetzt einen Clip."

Klamroth findet: "Das macht natürlich eine Diskussion kaputt." Neutral bleiben könne er in derartigen Situationen nicht immer, gibt der Moderator zu. "Ich habe mich dann auch schon in Momenten erwischt, dass ich sauer wurde innerlich", gesteht er. Er habe "dann die Person einfach die nächsten fünf, sechs Minuten nicht mehr dran genommen", schildert Klamroth - und räumt ein: "Das ist natürlich auch keine gute Reaktion."

Quelle: teleschau – der mediendienst