Moderatorin Ina Müller war im Podcast "feinstoff" von Guido Maria Kretschmer zu Gast. Mit dem Designer und "Shopping Queen"-Star sprach sie über ihre Ängste und darüber, wie sie mit früheren Panikattacken auf der Bühne umgegangen ist.
Vergangenes Jahr feierte Ina Müller 30-jähriges Bühnenjubiläum. Die 60-Jährige steht damit bereits ihr halbes Leben im Rampenlicht, als Sängerin, Moderatorin und Autorin. Doch wie sie nun im Podcast "feinstoff" von Guido Maria Kretschmer erklärte, litt sie lange Zeit unter Panikattacken. Auch auf der Bühne. Wie sie diese überwunden hat und warum sie keine Medikamente nehmen wollte, hat sie dem Designer im Gespräch erklärt.
So sagte Müller, noch heute unter Flugangst zu leiden und Flüge weitestgehend zu vermeiden. Sie habe im Flieger schon oft unter Panikattacken gelitten und früher im Notfall sogar auf Medikamente zurückgegriffen. "Ich bin dann aufgelöst. Ich kann dann nicht mehr." Dennoch stellte sie mit Blick auf ihre Ängste klar: "Ich mache alles, weil es war immer klar: Wenn du aufhörst, weil du eine Panikattacke hast, auf die Bühne zu gehen, wirst du da nie wieder raufgehen."
Guido Maria Kretschmer hakte nach: "Hattest du das auf der Bühne schon mal?" Müller: "Ja und ganz schlimm. Richtig mit Zeichen geben: Wenn ich schiele, nur noch eine Zugabe. Weil du bist ja kurz vor dem Umkippen." Wenn man eine Panikattacke erleidet, müsse man "atmen, dich bewegen, und zwar so bewegen, wie du es willst."
Still am Ständer zu stehen und ein "Liebeslied zu singen" sei in solch einem Moment einfach nicht möglich. "Du kannst auch nicht mehr singen, weil du musst atmen", so die 60-Jährige. Die Bühne zu meiden oder aufzugeben sei für sie nie eine Option gewesen: "Ich wusste, ich ziehe es durch."
Ina Müller über Panikattacken: "Ich wusste, ich zieh es durch"
Zwar habe sie für Notfälle - etwa bei ihrer Flugangst - Medikamente, die sie akut nehmen könnte, auf diese habe sie allerdings seit Jahren nicht mehr zurückgegriffen. "Ich will keine Tabletten dagegen nehmen, gegen meinen Kopf, meine Psyche. Ich bin stark", stellte die gelernte Apothekerin klar. Auch eine Verhaltenstherapie habe die Moderatorin ausprobiert.
Doch am Ende habe ihr vor allem eine Emotion geholfen: Wut. "Irgendwann kippte das ins Positive, als ich so wütend war auf die schei... Panik", so Müller. "Ich hatte so eine Wut in mir, dass ich ständig mit der Panik gesprochen habe und gesagt habe: 'Komm doch, du Schwein. (...) Du machst mich nicht fertig!"
Mittlerweile habe sie ihre Angst gut unter Kontrolle: "Heute ist es so, wenn ich auf der Bühne stehe, ganz, ganz selten oder auch, wenn ich eine Sendung habe, sitzt die so im Nacken und man spürt sie atmen." Sie lasse die Angst dann einfach kommen und singe weiter: "Und sie hat es noch nie wieder geschafft", betonte Müller.