In Deutschland wurden sie zu Superstars: Wie ein Busfahrer die Backstreet Boys zum Erfolg lenkte

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Backstreet Boys
Wie es begann: Im Mai 1999 kündigten die Backstreet Boys ihre erste große Welttournee an. Von links: Brian Littrell, AJ McLean, Howie Dorough, Nick Carter, Kevin Richardson.
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Backstreet Boys
Wie es (noch nicht) endet: Im Sommer spielen Backstreet Boys in der Super-Arena Sphere in Las Vegas 21 Konzerte. Im Herbst kommt die Show für sechs Konzerte, die einzigen in Europa, nach Düsseldorf.
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Vor 30 Jahren erschien das Debüt-Album der Backstreet Boys und machte sie zu Superstars. Auch 2026 geben sie ausverkaufte Konzerte, auch in Deutschland. Nur mit dem Tourbus sind sie nicht mehr unterwegs. Dabei begann damals alles mit einem Busfahrer ...

Warum heißen die Backstreet Boys eigentlich Backstreet Boys? Nachdem sich Nickolas Gene Carter, Howard Dorough, Alexander James McLean, Kevin Scott Richardson und Brian Littrell am 20. April 1993 erstmals als Quintett gegenüber gestanden hatten, wurde der Bandname zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Denn die Boys waren keine gewachsene Clique, sondern ein zusammengewürfelter Haufen. Was sie verband, war Orlando, wo sie jetzt lebten und sich in schwülen Proberäumen den Hintern abtanzten und nächtelang an ihren Gesangsharmonien schraubten.

Auf der Suche nach einem verbindenden Element für den Bandnamen wurde man beim Backstreet Market fündig. Das war ein riesiger Flohmarkt am International Drive im Herzen von Orlando und ein bei Kids beliebter Treffpunkt. "Abhängen, mit dem Cabrio rumprotzen, Musikhören, Girls treffen", beschrieb Kevin Richardson den "Tatort" mal in einem Interview.

Den Backstreet Market gibt es längst nicht mehr. Die Backstreet Boys schon. Zwischen 25. September und 2. Oktober werden sie in der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf sechs Konzerte spielen, die einzigen in Europa. Sie werden, wie immer, ausverkauft sein, denn die Backstreet Boys sind sie erfolgreichste und langlebigste Boygroup der Welt.

Daran war am 6. Mai 1996 noch nicht zu denken. Aber damals ging es richtig los. An diesem Tag erschien ihr Debüt-Album "Backstreet Boys".

In Deutschland gelang den Backstreet Boys der Durchbruch

Die Boys - das waren Howard Dorough, Alexander James McLean, Nick Carter, Kevin Richardson und dessen Cousin Brian Littrell. Die wollten im Showbiz landen. Und Lou Pearlman, ein millionenschwerer Unternehmer, wollte im Musikgeschäft mit jungen Jungs die große Kohle verdienen. Man fand zusammen: Lou finanzierte alles. Trainer, Proberäume, Outfits, Reisen, Wohnungen, erste Konzerte. Und die Boys tanzten - sich die Hacken wund und nach Pearlmans Pfeife.

New Kids On The Block (NKOTB) waren für den Unternehmer das große Vorbild. Die waren durch einen Entdecker-Manager (Maurice Starr) zu Weltstars gemacht worden. Für sie war das Wort Boyband erfunden worden. Weil Pearlman zwar Geld, aber keine Ahnung vom Musikgeschäft hatte, heuerte er einen erfahrenen Mann an - Johnny Wright. Der war bei NKOTB einst Tourbusfahrer gewesen und sollte BSB nun als Manager zum Durchbruch lenken.

Er tat es - und er karrte das Quintett 1995 nach Deutschland. Denn die erste Single "We've Got It Ging On" war in der Heimat USA gefloppt. In Deutschland aber feierten Boygroups wie Take That oder Caught in The Act Erfolge. BSB kamen, sangen - und siegten. "We've Got It Going On", im September 1995 veröffentlicht, wurde sofort zum Hit, die Fans wollten mehr. Den ersten Auftritt der Jungs in Deutschland bejubelten im Herbst 10.000 Fans in Nürnberg bei der "Popcorn Pop-Explosion", es folgten Live-Einsätze bei Sechstage-Rennen und als Vorgruppe von Caught In the Act bei deren Weihnachtstour 1995.

Mit ihrem Debüt-Album schrieben die Backstreet Boys deutsche Musikgeschichte

Am 6. Mai, als das Debüt-Album erschien, hatten die Backstreet Boys bereits drei Top-Fünf-Singles in Deutschland vorzuweisen. Die dritte, "Get Down (You're the One for Me)", stammt übrigens von den deutschen Musikproduzenten Bülent Aris und Toni Cotturo. Dank der Tournee im Vorprogramm mit DJ BoBo waren BSB zudem das heißeste Live-Eisen am Markt. Als das Album "Backstreet Boys" erschien, erreichte es sofort Platz eins und innerhalb von Tagen Goldstatus. Es wurde zum erfolgreichsten Debüt-Album in der deutschen Chartsgeschichte.

Von da an waren die Jungs vom Orlando Flohmarkt nicht mehr aufzuhalten. Sie waren aus dem Hinterhof ins Rampenlicht getreten. Sie blieben da 30 Jahre lang. Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Im Sommer gibt es erneut 21 Konzerte ihrer "Into The Millennium"-Show in der gewaltigen Arena Sphere in Las Vegas. Im Herbst kommt die "Into The Millennium"-Show dann nach Deutschland.

Ihr Entdecker und Förderer Lou Pearlman starb im Gefängnis

Die Wege mit dem Förderer (und Ausbeuter) der Anfangszeit haben sich längst - und tragisch - getrennt. Multimillionär Lou Pearlman, der sowohl die Backstreet Boys als auch NSYNC und andere Talente zwar zu Stars machte, aber auch amtlich über den Tisch zog, ging spektakulär bankrott und wurde 2008 wegen Geldwäsche und Insolvenzbetrugs zu einer 25-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er starb 2016 infolge eines Herzstillstands im Alter von 62 Jahren im texanischen Bundesgefängnis Texarkana.

Johnny Wright (65) blieb im Management- und Show-Business. Er betreute auch Britney Spears und leitete die Solo-Karriere von Justin Timberlake. Von den Backstreet Boys zählte zuletzt nur noch AJ McLean zu seinen Schützlingen.

Quelle: teleschau – der mediendienst