Hape Kerkeling über seine Paraderolle: "Horst Schlämmer war für mich immer eine Tortur"

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Horst Schlämmer sucht das Glück
Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) begibt sich in "Horst Schlämmer sucht das Glück" auf eine Reise durch Deutschland.
Leonine Studios

Hape Kerkeling und Horst Schlämmer sind wieder vereint: Nach 17 Jahren kehrt der Komiker mit seiner Paraderolle ins Kino zurück. Dabei war sein Verhältnis zu der Kunstfigur anfangs alles andere als harmonisch, verriet Kerkeling nun.

Das übergroße Gebiss, das wallende Haar und der unverkennbare, grunzende Sprachstil: Horst Schlämmer gehört bis heute zu den charakteristischsten Kunstfiguren aus dem Repertoire von Hape Kerkeling. 17 Jahre nach dem letzten Kino-Auftritt in "Isch kandidiere" holt der 61-Jährige den Kultcharakter wieder aus der Mottenkiste: für den neuen Kinofilm "Horst Schlämmer sucht das Glück". "Der Horst passt jetzt genau in die Zeit", zeigte sich Kerkeling im Gespräch mit "Bild" nun überzeugt.

Dabei habe er 2009, nach dem letzten Kinofilm, eigentlich genug von der Figur gehabt - inklusive "dieses blöden Gebisses" und dem "stinkenden Kleber unter der Nase". "Horst Schlämmer war für mich gewissermaßen immer eine Tortur", verriet Hape Kerkeling. Doch heute sei das anders, Fortschritten in der Maskenbildnerei sei Dank. "In Horsts Hose schwitze ich auch nicht mehr so, wie früher, die macht jetzt jeden Spaß mit", zählte der Komiker einen weiteren Vorteil auf.

Politische Situation lässt bei Hape Kerkeling "die Alarmglocken schellen"

Die lange Pause hat Kerkelings Spielwitz als Horst Schlämmer keinen Abbruch getan. "Wenn man einmal schwimmen gelernt hat, verlernt man das nicht", erklärte der 61-Jährige. "Ich habe gemerkt, dass ich mich in dem Charakter sehr wohlfühle. Und obwohl Horst und ich uns abrupt getrennt haben, haben wir uns gefreut, dass wir uns wiedergesehen haben."

Angesichts der aktuell von Krisen gebeutelten Welt komme eine Figur wie Horst Schlämmer gerade recht, befand Hape Kerkeling. "Die Welt war vor 20 Jahren noch verträglicher", zeigte er im "Bild"-Interview die Diskrepanz zur Gegenwart auf: "Da kommt einem Horst Schlämmer so vor, wie ein alter Perserteppich: Man will ihn eigentlich loswerden, aber wenn man ihn aus dem Wohnzimmer herausnimmt, geht auch die Gemütlichkeit flöten." Genau das sei womöglich der Grund, weshalb sich viele Menschen über die Rückkehr Schlämmers freuen würden, vermutete Kerkeling.

In Bezug auf die aktuelle politische Gemengelage diagnostizierte der TV-Star: "Wir verlieren Maß und Mitte." Das lasse sich in ganz Europa ebenso beobachten wie in den USA. "Wir können uns nicht mehr darauf einigen, dass wir alle einer bestimmten Idee treu anhängen. Nämlich der Vorstellung, dass wir in Freiheit und Demokratie leben." Doch vermehrt könne sich die Gesellschaft darauf laut Hape Kerkeling "nicht mehr verständigen": "Bei mir schellen jedenfalls die Alarmglocken."

"Horst Schlämmer sucht das Glück" ist ab 26. März in den deutschen Kinos zu sehen.

Quelle: teleschau – der mediendienst