Zwei Paare, ein eskalierender Konflikt - doch für Oscar Isaac wurde "Beef" überraschend persönlich. Im Interview erzählt er, warum ihn die Serie an sein eigenes Leben erinnert hat.
Für viele Schauspieler beginnt eine Rolle mit Vorbereitung. Für Oscar Isaac war es diesmal etwas anderes. Schon früh in seiner Arbeit an "Beef" (Staffel 2 startete jetzt bei Netflix) ging es nicht um Szenen oder Figuren - sondern um Gespräche. "Wir haben einfach über unser Leben gesprochen", berichtet er im Interview mit der Agentur teleschau vom Austausch mit Serienmacher Lee Sung Jin.
Keine klassische Herangehensweise, keine Analyse - sondern Austausch. Und genau dabei passierte etwas, womit er nicht gerechnet hatte.
"Ich dachte wirklich: Woher weiß dieser Mann das alles?", berichtet der 47-Jährige. "Es hat sich plötzlich auf eine Weise vertraut angefühlt, mit der ich nicht gerechnet hatte. Plötzlich erkennt man sich in Dingen wieder, mit denen man gar nicht gerechnet hat."
Je länger diese Gespräche gingen, desto klarer sei ihm geworden, dass hier etwas anders ist. "Ich hatte das Gefühl, er versteht etwas sehr genau", sagt Isaac über Lee Sung Jin. Es ging nicht um einzelne Erlebnisse. Sondern um Gedanken, Muster - Dinge, die man selbst oft gar nicht ausspricht. "Das ist ein ziemlich seltsamer Prozess."
"Man denkt, man versteht Dinge - bis man merkt, dass es nicht so ist"
In der zweiten Staffel von "Beef" geraten zwei Paare nach einem eskalierenden Streit immer tiefer in einen Konflikt, der sich kaum noch aufhalten lässt. Ein heimlich aufgenommenes Video setzt eine Spirale aus Druck, Misstrauen und Machtspielen in Gang.
Was Isaac daran besonders interessiert hat: wie schnell sich vermeintliche Sicherheit auflöst.
"Man denkt, man versteht Dinge - bis man merkt, dass es nicht so ist." Ein Gedanke, der bleibt. Für ihn liegt genau darin die Stärke der Serie. Nicht im großen Knall - sondern in den Momenten davor. "Das passiert schneller, als man denkt", sagt Isaac. Diese kleinen Verschiebungen, die man erst kaum bemerkt - und die dann alles verändern.
Gerade deshalb sei die Arbeit an "Beef" so intensiv gewesen. "Wir wussten, dass wir uns gegenseitig den Rücken freihalten", sagt er über die Zusammenarbeit mit Carey Mulligan. "Man muss sich dafür wirklich öffnen." Denn nur so könne man sich auf eine Geschichte einlassen, die so nahe geht.
Quelle: teleschau – der mediendienst