Er war Mad Max und Braveheart, und nun feiert Mel Gibson seinen 70. Geburtstag. Wir zeigen seine besten, aber auch einige seiner weniger gelungenen Filmrollen.
Mel Gibson ist einer der größten Stars Hollywoods. Als Schauspieler schrieb der Oscar-Preisträger ebenso Filmgeschichte wie als Regisseur. Aber: Sein Stern leuchtet längst nicht mehr so hell wie einst. Verglichen etwa mit der Zeit, als er mit den "Mad Max"-Filme zum Superstar aufstieg und mit "Braveheart" einen weiteren Karriere-Höhepunkt erreichte. Diverse Skandale, aber auch so manches filmische Machwerk in den vergangenen Jahren haben an seinem Image genagt. Am 3. Januar feiert Gibson seinen 70. Geburtstag, was wir zum Anlass nehmen, um auf seine besten Rollen zurückzublicken - aber auch den einen und anderen künstlerischen Tiefpunkt seiner Karriere nicht auszublenden.
Mad Max (1979)
Diese Rolle allein hätte genügt, um Mel Gibson unsterblich zu machen. Mit "Mad Max" ist dem australischen Regisseur George Miller ein Film gelungen, der in Sachen Pessimismus seinesgleichen sucht. Die Welt befindet sich in der nahen Zukunft, die Miller hier mit ausgeblichenen Farben ausmalt, am Rande des Abgrunds. Doch waren es keine Viren und auch keine Atombomben, die sie dorthin gebracht haben, sondern das Abdriften des Menschen von der Moral. Moralische Indifferenz, Gewalt und Barbarei sind im Australien von morgen an der Tagesordnung, was selbst das letzte Flämmchen Gutes zu ersticken droht.
Das Gute, dafür stehen wird Max Rockatansky (Mel Gibson) und seine kleine Familie. Der Polizist hat es aufgegeben, für Recht und Ordnung zu sorgen, weiß er doch: Der Kampf ist sinnlos. Noch sinnloser aber ist seine Flucht aus Welt des allgemeinen Verfalls. Die Barbarei erreicht auch die letzte kleine Idylle, in die sich Max und seine Lieben zurückziehen. Als eine marodierende Rockerbande seine Frau und sein Kind für nichts und wieder nichts tötet, reißt auch der letzte Faden, der ihn noch am Guten festhielt. Max wird zur wilden, seelisch abgestorbenen Furie, die Vergeltung sucht und findet. Auch das ist "Mad Max", einer der schönsten Rachegeschichten des Kinos.
Mad Max II - Der Vollstrecker (1981)
Nach dem Erfolg von "Mad Max" - der Film spielte mehr als das Vierzigfache seiner Produktionskosten ein - legten die Macher um George Miller nach und drehten mit "Mad Max II - Der Vollstrecker" einen Film, der noch düsterer ausfiel als selbst der Vorgänger. Drei Jahre nach den Ereignissen in "Mad Max" ist die Welt im Chaos versunken, und anders als dort, wird die Ursache hier konkret benannt: Der Mensch hat im brutalen Kampf um Öl "ein Feuer entfacht", wie es im Prolog heißt, das einen Großteil der Menschheit verschlungen und die Städte hat explodieren lassen. Übrig geblieben sind nur karge Wüstenlandschaften und einige wenige Überlebende, die zwischen Sand und Sonne zu überleben versuchen.
"Mad Max II - Der Vollstrecker" schildert diesen Überlebenskampf, der zunächst ein Kampf um eine der letzten Ölquellen ist. Auf der einen Seite befinden sich die Bewohner eines Forts, die um die Quelle eine Raffinerie aufgebaut haben. Auf der anderen Seite eine skrupellose, schwerbewaffnete Bande, die in den Besitz der Treibstoffreserven gelangen will und deshalb die Raffinerie belagert. In diesem Konflikt schlägt sich Max, der ehemalige Polizist, der nun als "ausgebrannter Außenseiter" durch die Wüste streift, auf die Seite der Fortbewohner. Er hilft ihnen, sich aus der Umklammerung die Boliden-Marodeure zu befreien. Und während er, der "Vollstrecker" Menschen rettet, gelingt Miller eine fulminante, schlichtweg Atem raubende Verfolgungsjagd.
Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis (1987)
Einen "ausgebrannten Außenseiter" spielt Mel Gibson auch in "Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis", nur ist dieser Film bei weitem nicht so defätistisch wie die "Mad Max"-Filme. Im Gegenteil, die Actionkomödie sprüht vor Witz genauso wie vor Action und schwingt sich zuletzt, wie die meisten Buddy-Filme, zu einer wohlfühligen, alle Konflikte überwindenden, Werte-konformen Botschaft auf. Gibson spielt in der handwerklich perfekten, wenn auch allzu schematisch geratenen Actionkomödie von Richard Donner ("Superman") den einen "stahlharten Profi", Danny Glover den anderen. Und doch könnten beide Polizisten nicht unterschiedlicher sein.
Martin Riggs (Gibson) ist Vietnam-Veteran, impulsiv und unberechenbar im Charakter und seit dem Tod seiner Frau selbstmordgefährdet. Roger Murtaugh (Glover) ist glücklicher Familienvater, er das Risiko scheut und schon lange die Tage bis zu seinem Ruhestand zählt. Ein brisanter Fall führt die beiden Hitzköpfe zusammen: Die Tochter eines alten Freundes Murtaughs wurde tot aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch dann kommen Riggs und Murtaugh einem Rauschgiftring aus ehemaligen CIA-Agenten auf die Spur. "Lethal Weapon" war der Auftakt einer populären Action-Reihe, die es auf insgesamt vier Teile brachte.