Die besten Filme mit Mel Gibson - und seine schlechtesten

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Mel Gibson
Als "Mad Max" wurde Mel Gibson international bekannt. Mit "Braveheart" wurde er mit einem Oscar für die beste Regieleistung des Jahres belohnt. Zwei Höhepunkte in der Karriere des Schauspielers und Regisseurs, die aber auch von manchen Tiefpunkten gesäumt ist.
John Phillips/Getty Images
Mad Max (1979)
Ein dystopischer Abgesang auf die Bestie Mensch: In "Mad Max" spielt Mel Gibson einen Mann, der nach dem brutalen Mord an seine Frau und sein Kind rot sieht.
Warner Bros.
Mad Max II - Der Vollstrecker (1981)
In der großartigen Fortsetzung "Mad Max II - Der Vollstrecker" ist Max nur mehr ein "ausgebrannter Außenseiter".
Warner Bros.
"Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis"
Eine zündende Actionkomödie: In "Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis" spielt Mel Gibson einen hitzköpfigen Polizisten.
Warner
Braveheart (1995)
Bei "Bravheart" führte Mel Gibson Regie und spielte gleichzeitig die Hauptrolle des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace.
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Panama - The Revolution is Heating Up (2022)
Kein Highlight in seiner Karriere: In "Panama - The Revolution is Heating Up" spielt Mel Gibson (rechts) einen Ex-Kommandeur, den früheren Marinesoldaten Becker (Cole Hauser) mit einem besonderen Auftrag überrascht.
EuroVideo
Hot Seat (2022)
Unterklassige Actionfilme wie "Hot Seat" (2022) dominierten zuletzt Mel Gibsons Karriere.
Lionsgate

Er war Mad Max und Braveheart, und nun feiert Mel Gibson seinen 70. Geburtstag. Wir zeigen seine besten, aber auch einige seiner weniger gelungenen Filmrollen.

Mel Gibson ist einer der größten Stars Hollywoods. Als Schauspieler schrieb der Oscar-Preisträger ebenso Filmgeschichte wie als Regisseur. Aber: Sein Stern leuchtet längst nicht mehr so hell wie einst. Verglichen etwa mit der Zeit, als er mit den "Mad Max"-Filme zum Superstar aufstieg und mit "Braveheart" einen weiteren Karriere-Höhepunkt erreichte. Diverse Skandale, aber auch so manches filmische Machwerk in den vergangenen Jahren haben an seinem Image genagt. Am 3. Januar feiert Gibson seinen 70. Geburtstag, was wir zum Anlass nehmen, um auf seine besten Rollen zurückzublicken - aber auch den einen und anderen künstlerischen Tiefpunkt seiner Karriere nicht auszublenden.

Mad Max (1979)

Diese Rolle allein hätte genügt, um Mel Gibson unsterblich zu machen. Mit "Mad Max" ist dem australischen Regisseur George Miller ein Film gelungen, der in Sachen Pessimismus seinesgleichen sucht. Die Welt befindet sich in der nahen Zukunft, die Miller hier mit ausgeblichenen Farben ausmalt, am Rande des Abgrunds. Doch waren es keine Viren und auch keine Atombomben, die sie dorthin gebracht haben, sondern das Abdriften des Menschen von der Moral. Moralische Indifferenz, Gewalt und Barbarei sind im Australien von morgen an der Tagesordnung, was selbst das letzte Flämmchen Gutes zu ersticken droht.

Das Gute, dafür stehen wird Max Rockatansky (Mel Gibson) und seine kleine Familie. Der Polizist hat es aufgegeben, für Recht und Ordnung zu sorgen, weiß er doch: Der Kampf ist sinnlos. Noch sinnloser aber ist seine Flucht aus Welt des allgemeinen Verfalls. Die Barbarei erreicht auch die letzte kleine Idylle, in die sich Max und seine Lieben zurückziehen. Als eine marodierende Rockerbande seine Frau und sein Kind für nichts und wieder nichts tötet, reißt auch der letzte Faden, der ihn noch am Guten festhielt. Max wird zur wilden, seelisch abgestorbenen Furie, die Vergeltung sucht und findet. Auch das ist "Mad Max", einer der schönsten Rachegeschichten des Kinos.

Mad Max II - Der Vollstrecker (1981)

Nach dem Erfolg von "Mad Max" - der Film spielte mehr als das Vierzigfache seiner Produktionskosten ein - legten die Macher um George Miller nach und drehten mit "Mad Max II - Der Vollstrecker" einen Film, der noch düsterer ausfiel als selbst der Vorgänger. Drei Jahre nach den Ereignissen in "Mad Max" ist die Welt im Chaos versunken, und anders als dort, wird die Ursache hier konkret benannt: Der Mensch hat im brutalen Kampf um Öl "ein Feuer entfacht", wie es im Prolog heißt, das einen Großteil der Menschheit verschlungen und die Städte hat explodieren lassen. Übrig geblieben sind nur karge Wüstenlandschaften und einige wenige Überlebende, die zwischen Sand und Sonne zu überleben versuchen.

"Mad Max II - Der Vollstrecker" schildert diesen Überlebenskampf, der zunächst ein Kampf um eine der letzten Ölquellen ist. Auf der einen Seite befinden sich die Bewohner eines Forts, die um die Quelle eine Raffinerie aufgebaut haben. Auf der anderen Seite eine skrupellose, schwerbewaffnete Bande, die in den Besitz der Treibstoffreserven gelangen will und deshalb die Raffinerie belagert. In diesem Konflikt schlägt sich Max, der ehemalige Polizist, der nun als "ausgebrannter Außenseiter" durch die Wüste streift, auf die Seite der Fortbewohner. Er hilft ihnen, sich aus der Umklammerung die Boliden-Marodeure zu befreien. Und während er, der "Vollstrecker" Menschen rettet, gelingt Miller eine fulminante, schlichtweg Atem raubende Verfolgungsjagd.

Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis (1987)

Einen "ausgebrannten Außenseiter" spielt Mel Gibson auch in "Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis", nur ist dieser Film bei weitem nicht so defätistisch wie die "Mad Max"-Filme. Im Gegenteil, die Actionkomödie sprüht vor Witz genauso wie vor Action und schwingt sich zuletzt, wie die meisten Buddy-Filme, zu einer wohlfühligen, alle Konflikte überwindenden, Werte-konformen Botschaft auf. Gibson spielt in der handwerklich perfekten, wenn auch allzu schematisch geratenen Actionkomödie von Richard Donner ("Superman") den einen "stahlharten Profi", Danny Glover den anderen. Und doch könnten beide Polizisten nicht unterschiedlicher sein.

Martin Riggs (Gibson) ist Vietnam-Veteran, impulsiv und unberechenbar im Charakter und seit dem Tod seiner Frau selbstmordgefährdet. Roger Murtaugh (Glover) ist glücklicher Familienvater, er das Risiko scheut und schon lange die Tage bis zu seinem Ruhestand zählt. Ein brisanter Fall führt die beiden Hitzköpfe zusammen: Die Tochter eines alten Freundes Murtaughs wurde tot aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch dann kommen Riggs und Murtaugh einem Rauschgiftring aus ehemaligen CIA-Agenten auf die Spur. "Lethal Weapon" war der Auftakt einer populären Action-Reihe, die es auf insgesamt vier Teile brachte.

Braveheart (1995)

Dieser Film darf auf der Liste mit den besten Filmrollen von Mel Gibson natürlich nicht fehlen. Schließlich erreichte Mel Gibson mit "Braveheart" (1995) den Höhepunkt seiner Karriere. Es ist die zweite Regiearbeit des Schauspielers nach "Der Mann mit dem zweiten Gesicht" und der zweite Film, in dem er gleichzeitig auch vor der Kamera steht. Die Kritiker waren über die Qualität zwar unterschiedlicher Ansicht, bei den Oscars war der Film dennoch mit fünf Auszeichnungen - darunter Bester Film und Beste Regie - trotzdem der Abräumer des Jahrgangs. Hinzu kam der Zuspruch des Publikums, die "Braveheart" mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 200 Millionen US-Dollar zum Blockbuster hievten.

In epischer Breite und nicht frei von Pathos erzählt "Braveheart" die gewaltvolle Geschichte des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace (Gibson), der um 1270 geboren wurde und 1305 durch Hinrichtung starb. Das Drama spielt zwischen den Jahren 1275 und dem Jahr von Wallace' Tod. Der achtjährige William verliert im Zuge der schottischen Unabhängigkeitskriege gegen England Vater und Bruder und landet als Vollwaise bei seinem Onkel. Nachdem er später auch seine Frau durch die englischen Besatzer verliert, steigt William, bis dahin politisch unauffällig, zu einer Führungsfigur der schottischen Unabhängigkeitsbewegung auf. Politischer Idealismus und mehr noch persönliche Rache - das verknüpft "Braveheart" mit den "Mad Max"-Filmen - bestimmen nun das Handeln von William Wallace.

Mel Gibsons Machwerke

Als sich Regisseur George Miller in den 2010er-Jahren nach mehreren Verzögerungen endlich daran machte, den vierten Teil der "Mad Max"-Reihe zu drehen, besetzte er in "Mad Max: Fury Road" Tom Hardy in der Titelrolle und nicht Mel Gibson. Eine bezeichnende Entscheidung. Gibson war nach diversen Alkohol-Eskapaden und Skandalen für großbudgetierte Film zu einem Risiko geworden. Zu diesen "Schwierigkeiten", wie es Regisseur Miller taktvoll verkürzend formulierte, kamen weitere geschäftsschädigende Faktoren hinzu, neben dem fortgeschrittenen Alter Gibsons vor allem die Tatsache, dass er, der einstige Superstar, seinen Zenit als Schauspieler schon überschritten hatte.

Tatsächlich wurden die sehenswerten Filme immer seltener. Als Regisseur feierte Gibson zwar immer wieder Achtungserfolge, wie etwa mit dem Kriegsdrama "Hacksaw Ridge - Die Entscheidung", als Schauspieler jagt er jedoch seinen früheren Erfolgen bis heute hinterher. Zweit- bis drittklassige Produktionen, von denen es viele nicht einmal ins Kino schaffen, dominieren Gibsons Schaffen der letzten Jahre. Darunter der Politthriller "Panama - The Revolution is Heating Up" (2022) um einen ehemaligen Marinesoldaten (diese Hauptfigur wird nicht einmal von Gibson gespielt), der in Panama für ein Rüstungsunternehmen ein Waffengeschäft abschließen soll. Die Kritiken des überwiegend im Internet veröffentlichten Films waren vernichtend.

Nicht besser kam "Agent Game" (2022) weg, auch das ein Action-Thriller oder schlicht ein "undurchsichtiger Unsinn", wie ein Kritiker vernichtend schrieb. Ein Machwerk auch das Drama "New York Confidential" (2023), wo Gibson die Nebenrolle eines Polizisten verkörpert. Größer sein Auftritt im Hacker-Thriller "Hot Seat", in dem er einen Bomben-Experten gibt, der einen Cyberkriminellen dingfest machen muss. Auch dieser Streifen schaffte es nicht ins Kino, weil die Verleiher offenbar weder ihn, den Film, noch Mel Gibson, den einstigen Kassenmagneten, als erfolgversprechend angesehen hatten.

Quelle: teleschau – der mediendienst