Rockabilly-Sänger Chris Isaak wird 70. Natürlich werden bei diesen Anlass viele an das berühmte Musikvideo zu "Wicked Game" erinnert. Sie werden sich den Clip erneut anschauen und sich unausweichlich wieder die Frage stellen: Was lief eigentlich wirklich zwischen dem Sänger und dieser bildhübschen Frau?
Sanftes Meeresschaukeln, Wolken stürmen vorüber und werfen Schatten auf den feinen weißen Sandstrand, auf dem sich zwei Liebende, Mann und Frau, räkeln. Zärtlich säuselt er ihr etwas ins Ohr, streichelt sie, blickt ihr tief in die Augen. Und sie? Sie scheint es zu genießen, begehrt zu werden, ihre Gänsehaut verrät das.
Die Szenen, um die es hier geht, gehören zu einem der erotischsten Musikvideos, das zu einer der romantischsten Ballade je gedreht wurden. Was in dem Clip vor der Kamera so sexy aussieht, dazu singt die hauchzarte Rockabilly-Stimme von Chris Isaak die passenden Worte in seinem Song-Klassiker "Wicked Game" (1989): "The world was on fire and no one could save me but you".
Nicht nur die Welt, auch die Schwarzweiß-Bilder des Musikvideos von Modefotograf Herb Ritts brannten geradezu. Denn es ging heiß her im Clip zwischen dem von Isaak selbst und dem dänischen Supermodel Helena Christensen gespielten Liebespaar, das an einem Strand in irgendeinem Paradieswinkel der Erde seiner Leidenschaft frönte.
"Sie war nicht meine Freundin"
Die Illusion war perfekt. Zu perfekt vielleicht, denn nicht wenige nahmen Liedtext, Stimme und Bilder für bare Münze und glaubten, Isaak und Christensen seien auch abseits des Kamerablicks ein Liebespaar gewesen. Weit gefehlt, ja, sogar im Gegenteil: Gerade die intimsten Momente vor der Kamera verdanken sich eiskalten Arbeitsbedingungen dahinter.
Er werde bis heute gefragt, ob zwischen ihm und Christensen etwas gelaufen sei, sagte Isaak in einem Videointerview, das von der Rock and Roll Hall of Fame Foundation auf Youtube geteilt wurde. "Und ich habe immer den Eindruck, ich muss ihnen erklären: 'Es ist nur ein Video. Helena ist eine gute Schauspielerin. Sie war nicht meine Freundin. Sie hatte auch keinen Sex mit mir'."
Nicht nur Christensen, auch andere Mitarbeiter sind "schuld" an den falschen Schlussfolgerungen. Etwa die Person, die die Idee hatte, über die Darsteller immer wieder einen Eimer kalten Meerwassers zu kippen. Nicht aus Böswilligkeit, sondern damit ihre Haut immer feucht war - sei es aus Gründen des Realismus (das Liebespaar befindet sich immerhin am Strand) oder weil nasse Haut fotogener sein könnte.
Chris Isaak fand das Video nicht so sexy
Jedenfalls: Romantisch und sexy wie vor der Kamera war die Situation dahinter für die Darsteller ganz und gar nicht. "Es war windig und ihr (Christensen) war kalt. Sie zitterte", erinnert sich Isaak. Und indem er sie während des Drehs an sich gedrückte und sie umarmt hätte - auch das ist im Video zu sehen - habe er sie nur warmhalten wollen.