"Checker Tobi" Tobias Krell zur deutschen PISA-Misere: "Eines der größten Probleme unseres Landes"

1 Min
Tobias Krell
Die FAZ erhob ihn zum "Volkslehrer der Nation": Tobias Krell alias "Checker Tobi".
Hannes Magerstaedt/Getty Images

Seine "Checker Tobi"-Reihe bringt Millionen deutschen Kindern wertvolles Wissen näher. Den Vergleich mit der laut PISA-Studie schwächelnden deutschen Schulbildung findet ARD-Moderator Tobias Krell aber unfair, wie er in einem Interview betonte.

Die neue PISA-Studie spiegelt die schlechtesten Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich seit Beginn der Erhebung vor rund 25 Jahren. Tobias Krell, bekannt als "Checker Tobi" aus den gleichnamigen Kinder-Wissenssendungen der ARD, erkennt dahinter ein "strukturelles Problem", wie er im Interview mit dem "Spiegel" darlegte.

"Die Lehrkräfte, die ich kenne, sprechen von Lehrermangel und Überlastung", sagte der 40-jährige TV-Moderator: "Alle rennen dem Soll hinterher." Der Träger des Bayerischen Verfassungsordens ist überzeugt: "Die Bedingungen werden dem nicht gerecht, was Lehrkräfte leisten müssen. Das ist wahrscheinlich eines der größten Probleme unseres Landes."

An den ersten, so apostrophierten "PISA-Schock" im Jahr 2001, hat das langjährige Gesicht der "Checker Tobi"-Reihe vage Erinnerungen: "Ich war 15, also so alt wie die Jugendlichen im PISA-Test." "PISA" sei ein Schlagwort, das zu seiner Schulzeit gehöre. "Aber ich glaube nicht, dass ich die gesellschaftliche Bedeutung verstanden habe. Ich habe damals mitbekommen, dass wir Schülerinnen und Schüler in Deutschland bis dahin als toll galten - und plötzlich waren wir das nicht mehr. Von einem anschließenden Ruck habe ich aber nichts gemerkt."

Tobias Krell: "Es ist unfair, unsere Sendung mit schulischem Lernen gleichzusetzen"

Dass seine "Checker Tobi"-Reihe, die allerlei Wissensfragen kindgerecht veranschaulicht, regelmäßig im Unterricht gezeigt wird, freut den Wahl-Münchner sehr: "Es ist ein tolles Kompliment für unsere Sendung, dass Lehrkräfte sie für so niveauvoll halten, dass sie uns einen Platz im Unterricht geben - übrigens nicht nur zur Vertretung, sondern oft auch, um in ein Thema einzuführen." Gleichwohl finde er es den Lehrkräften gegenüber "unfair, unsere Sendung mit schulischem Lernen gleichzusetzen".

Natürlich sei es schwieriger, "in einem womöglich schlecht ausgestatteten Klassenzimmer die Aufmerksamkeit von Kindern zu kriegen, zu halten und zu steigern", erklärte der Vater eines 2025 geborenen Kindes gegenüber dem "Spiegel". Krell: "Das ist was anderes, als wenn ich etwa für den Zucker-Check auf den Acker gehe, den Bauern treffe und die Rübe mit eigenen Händen aus dem Boden hole. Ich kann Wissen viel unmittelbarer erlebbar machen, wir haben ganz andere Mittel."

Quelle: teleschau – der mediendienst