Noch "die ganzen Sprüche von früher kloppen" - das will Atze Schröder nicht. Im Podcast "Zwischen den Zeilen" sprach der 60-Jährige nun über seine Entwicklung als Komiker. Dabei erlaubte er sich auch einen Seitenhieb gegen Thomas Gottschalk.
Atze Schröder sei nun schon "rund 30 Jahre auf dem Comedy-Olymp", hält Bettina Böttinger fest. "Und das ist ja auch mal eine Leistung, sich da so lange zu halten und nicht peinlich zu werden." In ihrem Podcast "Zwischen den Zeilen" spricht die Moderatorin mit dem 60-Jährigen über Männer seines Alters, die "sich jetzt darüber beklagen, dass sich alles verändert hat, dass ihr Witz nicht mehr verstanden wird, dass man nicht mehr alles sagen darf".
Von ihrem Gast will Böttinger wissen, wie es ihm gelungen sei, "nicht zu der Generation alte weiße Männer" zu gehören. "Klar sagen einige, man dürfe nicht mehr sagen, was man denkt. Unter anderem Thomas Gottschalk - wo man dann selbst für sich denkt: Vielleicht liegt es daran, was du so denkst", stichelt Schröder gleich zu Beginn des Podcasts gegen den ehemaligen "Wetten, dass..?"-Moderator.
Gottschalk hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit fragwürdigen Äußerungen für Empörung gesorgt. Im Dezember 2025 zog sich der an Krebs erkrankte Entertainer schließlich aus der Öffentlichkeit zurück, um sich auf seine Genesung zu konzentrieren.
"Wie uninteressant wäre mein Job, wenn ich immer die alten Kamellen weitermachen würde"
Schröder selbst habe sich - im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen - von vielen seiner alten Gags verabschiedet. "Wenn ich jetzt die ganzen Sprüche von früher noch kloppen würde wie vor 25, 30 Jahren, dann wäre ich der älteste weiße Komiker, den es überhaupt nur gibt", räumt er ein. Er habe sich "dem Zeitgeist nie gebeugt", sich aber immer dafür interessiert. "Und wie uninteressant wäre mein Job, wenn ich immer die alten Kamellen weitermachen würde."
Böttinger merkt an: Es sei interessant, "dass man gerade im Comedy-Bereich sensibler mit gewissen gesellschaftlichen Themen umgeht, wohingegen in der Gesellschaft alles irgendwie rauer und auch durch das Netz brutaler" werde. "Auch polarisierter", ergänzt Schröder. "Auf der einen Seite wird es super rau, auf der anderen Seite sehr empfindlich." Als Comedian mache es ihm "Spaß, auf solche Sachen einzugehen und mal so den Finger in den Wind zu halten, wie die Gesellschaft gerade so tickt".
Schröder sei bewusst, dass eine Sendung wie "Alles Atze" heute "nicht mehr möglich" wäre. "Es gibt Szenen, da würde ich heute - auch wenn es im Drehbuch stände - sagen: Würde ich nicht machen." Bei so manchem Sketch "wäre heute ein Aufschrei - zu Recht", gibt Schröder zu. Nichtsdestotrotz habe er schon damals bewusst mit Klischees gespielt: "Darum ging es ja immer in meiner öffentlichen Figur, dass ich das aufs Korn nehmen wollte."
Quelle: teleschau – der mediendienst