"Phantastische Tierwesen": Was wurde aus den Teilen 4 und 5?

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Newt Scamander und der Cast von "Phantastische Tierwesen" stehen auf der Straße
Was Harry Potter vormachte, sollte Newt Scamander auch schaffen: das Publikum in ein magisches Universum entführen. Doch Magie wollte sich in der "Phantastische Tierwesen"-Reihe nicht so recht einstellen.
2016 Warner Bros. Entertainment Inc.

Die "Phantastische Tierwesen"-Reihe sollte ein ähnlich großes Kinofranchise werden wie die "Harry Potter"-Filme, letztlich entstanden aber nur drei statt den geplanten fünf Filmen. Was ist passiert?

Nach dem enormen Erfolg der "Harry Potter"-Reihe wähnte sich Warner Bros. auf einer wahren Goldader. Kaum war das Kapitel rund um den legendären Zauberschüler abgeschlossen, richtete sich der Blick nach vorn - und die Zuversicht war groß. Immerhin hatte Joanne K. Rowling selbst die Grundlage geliefert: Neben den "Harry Potter"-Romanen existierte mit "Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind" bereits ein weiteres Werk aus dem Hogwarts-Universum, das sich für die große Leinwand anbot.

Also wurde das Projekt zügig umgesetzt: 2016 kam der erste Film in die Kinos. Doch der erhoffte Auftakt zu einer neuen, epischen Saga blieb aus. Zwar folgten mit "Grindelwalds Verbrechen" (2018. jetzt wieder im TV zu sehen am Samstag, 18. April. 20.15 Uhr, SAT.1) und "Dumbledores Geheimnisse" (2022, Sonntag, 19. April, 20.15 Uhr, SAT.1) zwei Fortsetzungen, doch die angekündigten Teile vier und fünf sind bis heute nicht realisiert worden. Der Grund dafür liegt vor allem im schwindenden Interesse des Publikums.

Zu wenig Zuspruch des Publikums?

Finanziell entwickelte sich die Reihe rückläufig. Während der erste Film mit über 800 Millionen Dollar weltweit noch als solider Erfolg galt, verlor die Fortsetzung deutlich an Zugkraft und kam nur noch auf rund 650 Millionen. Spätestens mit "Dumbledores Geheimnisse" wurde klar, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher handelte: Das Einspielergebnis sackte auf etwa 407 Millionen Dollar ab - ein Wert, der für eine Produktion dieser Größenordnung schlicht zu niedrig ist.

Gerade beim dritten Teil wird das Missverhältnis deutlich. Die Produktionskosten beliefen sich auf rund 200 Millionen Dollar, hinzu kamen erhebliche Marketingausgaben. Unter diesen Voraussetzungen dürfte der Film seine Kosten bestenfalls knapp gedeckt haben. Für Warner Bros. war das offenbar das Signal, die Reißleine zu ziehen und die Reihe vorerst auf Eis zu legen.

Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus. Ein Teil des Publikums hatte sich ohnehin bereits von der Reihe abgewandt und nahm das Ende entsprechend gelassen hin. Für viele Fans des Hogwarts-Kosmos hingegen war der Abbruch ein herber Dämpfer - nicht zuletzt, weil "Dumbledores Geheimnisse" mit einem offenen Ende schließt. Die Geschichte um Newt Scamander bleibt damit unvollendet.

Eddie Redmayne: Habe die Rolle des Newt Scamander wohl zum letzten Mal gespielt

Auch die Aussagen der Beteiligten deuten kaum auf eine Fortsetzung hin. Hauptdarsteller Eddie Redmayne erklärte im Gespräch mit "Comic Book", dass er die Rolle des Newt Scamander vermutlich ein letztes Mal gespielt habe. Man müsse zwar bei Warner Bros. und Rowling nachfragen, doch seinem Kenntnisstand nach sei die Geschichte abgeschlossen. Regisseur David Yates äußerte sich ähnlich zurückhaltend: Seit Fertigstellung des dritten Films habe es keine weiteren Gespräche gegeben. Stattdessen widme er sich inzwischen Projekten, die "meilenweit von Zauberern entfernt" seien.

All das lässt nur einen Schluss zu: Aus dem geplanten Großprojekt ist eine unvollendete Trilogie geworden - und die Chancen, dass die Geschichte doch noch zu Ende erzählt wird, stehen derzeit denkbar schlecht.

Quelle: teleschau – der mediendienst