Die rechte und die linke Hand des Teufels (1970)
"Die rechte und die linke Hand des Teufels" ist die eigentliche Geburtsstunde des Comedy-Prügelduos Bud Spencer und Terence Hill. Mit dieser Westernkomödie legten sie den Grundstein für ihre Weltkarriere, von nun an galten sie mit Fug und Recht als "Stan Laurel und Oliver Hardy des Italo-Western und das größte Erfolgsgespann des Spaß-Western", wie Kritiker und Western-Koryphäe Joe Hembus es formulierte.
Für Hill war der Film auch in einer anderen Hinsicht ein besonderer, denn wieder waren am Set Beruf und Privatleben verquickt. In einer Szene kitzelt die von Hill gespielte Figur einem Baby mit einer Pistole das Kinn. Dieses Baby hieß im echten Leben Jess und war Hills 1969 geborener Sohn.
Zwei Asse trumpfen auf (1981)
In "Zwei Asse trumpfen auf" spielen Bud Spencer und Terence Hill zwei Abenteurer, die sich nicht ausstehen können und die es auf eine einsame Insel verschlägt. Dort wird ein Schatz von einem japanischen Soldaten bewacht. Das Sonderbare: Der Militär wurde nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Zweite Weltkrieg längst vorbei ist. Und: Hinter dem Mann sind sowohl Gangster als auch Piraten her. Klingt gaga? Ist es auch. Aber dann wiederum doch nicht.
Denn die Handlung erinnert stark an die nicht weniger absurd anmutende Geschichte des japanischen Offiziers Hirō Onoda, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch bis 1974 auf einer philippinischen Insel allein militärische Stellung hielt. Die Geschichte griff zuletzt Werner Herzog in seinem Buch "Das Dämmern der Welt" noch einmal auf. Man beachte: "Zwei Asse trumpfen auf" erschien 1981, Herzogs Buch 2021 - 40 Jahre waren Spencer und Hill dem visionären Filmemacher also voraus.
Vier Fäuste für ein Halleluja (1971)
Ihrer Zeit voraus waren die Schauspieler schon im Jahrzehnt davor. So wirkten sie in Blockbustern mit, als es dieses Wort noch gar nicht gab. "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1971) gilt nicht nur als einer ihrer besten Filme, die Komödie war mit über 12 Millionen Zuschauern in Deutschland auch der erfolgreichste Film der 70er-Jahre. Dagegen sind die als Blockbuster-Erfinder verschrienen Steven Spielberg und George Lucas geradezu Waisenknaben. Lucas' "Krieg der Stern" kam 1978 hierzulande auf vergleichsweise mickrige 8,2 Millionen Kinobesucher, Spielbergs Hit "Der weiße Hai" gar nur auf 7,5 Millionen. Da konnten die "zwei bärenstarke Typen" ja nur lachen.
Mit Zahlen kommt man "Vier Fäuste für ein Halleluja" aber auch von einer anderen Richtung bei. Wohl in keinem anderen ihrer Filme waren die Haudrauf-Profis mehr in ihrem Element als hier. Wie Filmfans nachgezählt haben, verteilen sie in der Action-Komödie drei Tritte, sieben Bauchschläge, genauso viele Schulterklopfer, zwölf Ohrfeigen und 85 Kopftreffer. Und doch war weder "Vier Fäuste für ein Halleluja" noch irgendein ein anderer ihrer Filme - mit Ausnahme vielleicht ihrer ersten - je mit Gewaltvorwürfen konfrontiert. Der Grund: Die Filme setzten nie auf rohe Gewalt und blutige Konflikte waren, sondern vermischten Action mit Klamauk und Slapstick. Auch das erklärt den immensen Erfolg der Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme.
Das Krokodil und sein Nilpferd (1979)
Bud Spencer war bekanntlich multitalentiert. Vor seiner Laufbahn war er Olympia-Schwimmer, er betätigte sich als Erfinder und er hatte offenbar auch ein Händchen für Musik. "Grau, Grau, Grau", den von Walter Rizzati komponierten Titelsong der Action-Komödie "Das Krokodil und sein Nilpferd" (1979) sang Spencer nicht nur selbst, er steuerte zu dem Lied auch den Text bei.
Während sich Spencer bei "Das Krokodil und sein Nilpferd" neben der Schauspielerei musikalisch betätigte, war Kollege Hill sein eigener Stuntman. Etliche Stunts in der Action-Komödie über die Abenteuer zweier Cousins, "Krokodil" Slim und "Nilpferd" Tom, in Afrika führte Hill Berichten zufolge selbst aus. So auch jene Szene, für die er sich in einen Löwenkäfig gewagt haben soll.
Die Troublemaker (1994)
Keine Frage, Bud Spencer und Terence Hill waren eines der erfolgreichsten Leinwand-Gespanne der Filmgeschichte, doch nicht alle ihrer Filme waren von Erfolg gekrönt. Vor allem ihre späteren Arbeiten hatten gegenüber den früheren oft das Nachsehen, bei Kritikern ebenso wie beim Publikum. "Die Troublemaker" (1994), ihr letzter gemeinsamer Film, war regelrecht ein Flop. Der Versuch, die Marke Spencer/Hill rund zehn Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Auftritt in "Die Miami Cops" wiederaufleben zu lassen, scheiterte gründlich.
Der Ärger darüber wird hoffentlich nicht ins Private der Schauspieler getragen worden sein. Denn "Die Troublemaker" war eine reine Familienangelegenheit. Regie führte Terence Hill, übrigens zum dritten Mal bei einem Spielfilm nach "Keiner haut wie Don Camillo" (1984) und "Lucky Luke" (1991). Das Drehbuch schrieb Hills Sohn Jess und zum Produzentenstab gehörte Giuseppe Pedersoli, seines Zeichens Sohn von Bud Spencer.
Quelle: teleschau – der mediendienst