Mit Schauspieler Colin Farrell habe sie dann eine kurze, aber leidenschaftliche Affäre gehabt. In einem «zweiwöchigen Handgemenge» seien sie praktische übereinander hergefallen, führt Spears aus.
Sie stürmte die Charts, räumte Preise ab, doch fühlte sich unsicher und verletzlich, offenbart die Sängerin. Bei ihrer Blitzhochzeit 2004 mit ihrem Sandkastenfreund Jason Alexander in Las Vegas sei sie völlig besoffen gewesen. Die Ehe wurde bereits nach 55 Stunden annulliert. Kurz danach heiratete sie Kevin Federline, doch der sei auf «Ruhm und Macht» aus gewesen. Spears bilanziert: Nach den Enttäuschungen mit Timberlake und Federline, dem Vater ihrer beiden Söhne, habe sie nie wieder wirklich jemandem vertraut.
Das Paar trennte sich 2007 und trug danach einen bitteren Sorgerechtsstreit aus. Sie habe bei ihren Schwangerschaften alle Anzeichen einer Wochenbettdepression gehabt: Traurigkeit, Angst, Erschöpfung und Verwirrung. Dazu sei sie von Paparazzi verfolgt und von den Medien als Mutter heruntergemacht worden. Wochenlang habe sie ihre Kinder nicht sehen dürfen.
Schwere Vorwürfe gegen ihren Vater
2008 war die Sängerin während des Sorgerechtsstreits um die kleinen Söhne psychisch zusammengebrochen. Von der Polizei eskortiert und von Paparazzi verfolgt wurde sie in Los Angeles mit dem Krankenwagen in die Psychiatrie gebracht. Sie war ständig in den Schlagzeilen. Bei einem Friseur ließ sie sich eine Glatze rasieren. Sie sei «verrückt vor Schmerz» gewesen, weil ihr die Kinder weggenommen wurden, schreibt Spears.
Damals wurde ihr Vater als Vormund für seine Tochter eingesetzt. «Ihm ging es immer nur um Geld», wirft Spears dem Vater vor. Er und seine Helfer hätten ihr Leben bis ins Kleinste kontrolliert. «Ab sofort bin ich Britney Spears», habe er ihr damals zu ihrem Entsetzen gesagt. Sie habe ihren Kampfgeist verloren und sei zu einem «Roboterkind» geworden.
Die «Free Britney»-Bewegung
Nur langsam habe sie die Kraft gefunden, sich zu wehren. Promis und Fans hatten die «Free Britney»-Bewegung ins Rollen gebracht. Nach einem Gerichtsstreit erhielt Spears im November 2021 ihre Freiheit zurück. In emotionalen Anhörungen warf sie ihrem Vater und anderen Betreuern vor, sie völlig kontrolliert und sich an ihr bereichert zu haben.
13 Jahre habe sie sich der Vormundschaft unterworfen, ihre Freiheit aufgegeben und an auferlegte Regeln gehalten, nur um ihre Söhne sehen zu dürfen. Nichts sei ihr wichtiger auf der Welt, als ihre Kinder, schreibt Spears. «Ich würde mein Leben für sie geben.»
Das Erlebte habe Spuren hinterlassen. Sie leide an Migräneanfällen. Doch ihr Selbstvertrauen sei zurück, auch habe sie «Riesenspaß», sich auf Instagram ihren Fans «in neuen Outfits oder sogar nackt» zu zeigen, schreibt Spears im letzten Kapitel.
Das jüngste Ehe-Aus mit Sam Asghari kommt in «The Woman in Me» nicht vor. Mitte August hatte der Fitnesstrainer die Scheidung eingereicht, nur ein gutes Jahr nach ihrer Hochzeit.
Britney Spears: The Woman in Me - Meine Geschichte, Penguin Verlag, München, 288 Seiten, EUR 25,00, ISBN: 978-3-328-60297-2