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Risiken

Wetterextreme, Katastrophen & Co.: Was bedroht die Welt aktuell?

Auf dem Weltwirtschaftsgipfel beraten Politiker, Manager und einflussreiche Persönlichkeiten über die Zukunft der Erde. Umwelt- und Klimathemen spielen dabei eine besondere Rolle. Zusätzlich droht der Kampf zweier Generationen.
 
Das "Weltwirtschaftsforum" hat eine Studie zu den fünf größten Gefahren für die Menschheit veröffentlicht. Symbolfoto: unsplash.com
Das "Weltwirtschaftsforum" hat eine Studie zu den fünf größten Gefahren für die Menschheit veröffentlicht. Symbolfoto: unsplash.com

Jährlich findet in den Schweizer Alpen der Weltwirtschaftsgipfel statt - so auch vom 21. bis zum 24. Januar 2020. Im Vorfeld veröffentlicht das "World Economic Forum" den "Globale-Risiken-Report". Der diesjährige Bericht listet die fünf größten Gefahren für die Menschheit und die Erde auf. Diese spielen auf dem Gipfel in Davos eine übergeordnete Rolle und stehen oben auf der Agenda.

Dabei werden die Risikothemen in fünf Kategorien unterteilt:

  • Wirtschaft
  • Umwelt
  • Geopolitik
  • Gesellschaft
  • Technologie

Erstmals fallen die Top-5 der Risikothemen in die Kategorie "Umwelt". Diese sind 2020:

  • 1.: "Wetterextreme"
  • 2.: "Versagen beim Klimaschutz"
  • 3.: "Naturkatastrophen"
  • 4.: "Verlust der Artenvielfalt"
  • 5.: "Menschengemachte Umweltkatastrophen"

Die Themen gelten als klassische "grüne" Themen. 2015 bestimmten beispielsweise noch "Konflikte zwischen Staaten", "schlechte Regierungsführung", "Staatskrisen" oder "Arbeitslosigkeit" die Agenda.

Umweltschutz: Generationen sind sich nicht einig

Neben den thematischen Veränderungen des Reports, zeigt der Bericht erstmals die Unterschiede von Altersgruppen. Dabei wird zwischen "Global Shapers", das sind junge, einflussreiche Persönlichkeiten und "Multistakeholders", das sind Politiker, Manager oder NGO-Mitglieder, unterschieden. Am Gipfel in Davos nehmen vor allem "Multistakeholder" Teil.

Und das veranschaulicht, wie die Meinungen zu den Risikothemen auseinander driften. Zwar dominiert in beiden Gruppen die Sorge um Klima- und Umweltschutz. Aber die Wahrnehmung der Handlungsdringlichkeit weicht stark voneinander ab.

Für jüngere Teilnehmer der "WEF"-Umfrage, die Grundlage des erstellten Reports war, dominiert 2020 die Sorge um das Klima auf der Erde. Die ältere Generation sieht das anders - genauer gesagt: Differenzierter. In dieser Gruppe spielen Themen wie "extreme Hitzewellen" oder "Zerstörung der Ökosysteme" ebenfalls eine wichtige Rolle. Ganz oben auf der Agenda steht allerdings die Sorge um "ökonomische Konfrontationen" und "politische Polarisierung". Fast 80 Prozent der Befragten in der "Multistakeholder"-Gruppe rechnen in diesem Jahr damit, dass das Risiko für Handelskriege steigt. Diese Sorge findet sich bei den "Global Shapers" im Mittelfeld des Rankings wieder.

Der "WEF"-Bericht ordnet diese unterschiedliche Risikowahrnehmung ein: "Kurzfristig sind viele der derzeitigen Wähler möglicherweise nicht bereit, den radikalen Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft mitzugehen."

Weiter heißt es in der Erklärung, dass es im Zeitalter wirtschaftlicher Angst auch Bedenken bezüglich der Folgen durch den Umbau von Arbeitsplätzen, Lebenshaltungskosten oder Wettbewerbsfähigkeit gebe: "Diese Besorgnis kann die Wähler gegen den Klimaschutz aufbringen oder ihre Unterstützung für die Klimapolitik infrage stellen."