In Kopenhagen wird eine ermordete Prostituierte gefunden. Todesursache: Ein Schuss ins linke Auge. Außerdem wurde ihr ein Finger abgeschnitten. Kurz darauf finden Polizisten auch in Berlin und Antwerpen Leichen, die genauso zugerichtet wurden.

Um die Morde aufzuklären, setzt Europol ein "Joint Investigation Team" ein, das aus Ermittlern aus Deutschland, Dänemark und Belgien besteht. Unter der Leitung des Dänen Harald Bjørn (Lars Mikkelsen) versuchen die Deutsche Jackie Mueller (Jasmin Gerat) und die Belgierin Alicia Verbeek (Veerle Baetens) mit ihren jeweiligen Kollegen die Mordfälle zu lösen. Dabei stoßen sie auf ein scheinbar undurchdringliches Geflecht aus Menschenhandel, Zwangsprostitution, Geldwäsche, Steuerbetrug und Auftragsmorden, das von europaweit agierenden Kriminellen gesteuert wird.

Ständiger Wechsel

Das besondere an "The Team" ist nicht so sehr das Mordmotiv oder die Mordopfer, sondern die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird. Da gibt es schnelle Schnitte und ständige Wechsel zwischen den Hauptquartieren der Kriminalpolizisten in Kopenhagen, Antwerpen und Berlin und den Tatorten, bei denen schon mal das österreichische Alpenpanorama fernsehwirksam in Szene gesetzt wird.
Da gibt es aber auch Komissare, die nicht nur mit ihrem Privatleben zurechtkommen müssen. Sie nutzen selbstverständlich auch alle modernen Hilfsmittel, die ihnen wie die regelmäßige Videoschaltkonferenzen, die Zusammenarbeit erleichtern. Die Dänen haben - ganz tech nik affin - mit Kit Ekdal (gespielt von Ida Engvoll) eine "Digital Investigator", eine digitale Ermittlerin mit im Team, die sehr plakativ vor zahlreichen Monitoren das Verbrechen mit Hilfe des Internets und anderer technischen Helferchen im Auge behält.

Überragender Lars Mikkelsen

Lars Mikkelsen, bei uns bekannt als Bösewicht Charles Augustus Magnussen in "Sherlock" und als Politiker Troels Hartmann in "Kommissarin Lund", ist nicht nur Kopf des Teams. Seine schauspielerische Präsenz ist auch dann überragend, wenn er seinen mehr als wacker mithaltenden Kollegen nur zuhört.

"Europäisches Original"

Das ZDF startet spätestens mit dieser Serie den Versuch, mit seinem altbackenen Image aufzuräumen. Die Tatsache, dass sieben Folgen (statt der vier in der Fernsehfassung) vorab in der Mediathek stehen, ist ein Angebot an eine Zielgruppe, die wie bei Streamingdiensten üblich, mehrere Folgen einer Serie hintereinander schauen möchte. Dieses Binge Watching wird im Fall von "The Team" auch dadurch interessant, dass die Folgen im "europäischen Original" wie es das ZDF formuliert, online stehen. Die Ermittler sprechen in ihren Teams also in ihrer jeweiligen Muttersprache - Deutsch, Dänisch, Flämisch oder Französisch - untereinander Englisch. Deutsche Fernsehzuschauer erhalten für die jeweiligen Fremdsprachen deutsche Untertitel. Das mag gewöhnungsbedürftig sein, es macht aber gerade den Reiz dieser Serie aus, die damit zu einer wirklich europäischen wird und es auch dem deutschen Zuschauer ermöglicht, alle Nuancen der Originalsprache zu hören, die selbst die beste Synchronfassung nicht transportieren kann.

"The Team", Sonntag, 22.00 Uhr, ZDF. In der Mediathek stehen bereits sieben Folgen online.