Weil die Arbeit in diesen gelben Anzügen so anstrengend ist, dürfen die Fachleute laut Feldt maximal zwei bis drei Stunden darin arbeiten. Dann wird gewechselt.
Wo in Deutschland gibt es Sonderisolierstationen?
Insgesamt gibt es sieben davon - in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart. Sie sind von überall in der Bundesrepublik auf dem Landweg innerhalb von wenigen Stunden erreichbar.
Die Kapazität ist unterschiedlich. In Düsseldorf können maximal drei Patienten mit der gleichen Krankheit behandelt werden, in der Berliner Charité sind es bis zu 20 Personen - das ist die größte Station. Insgesamt liegt die Kapazität im mittleren zweistelligen Bereich.
Sind diese Sonderisolierstationen immer aktiv?
Nein, sie werden nur aktiviert, wenn es einen entsprechenden Verdachtsfall gibt, wie Oberarzt Feldt erklärt. «Das wichtigste dabei ist, das Team zusammenzutrommeln, denn die Personalstärke, die benötigt wird für die Versorgung der Patientinnen und Patienten, ist doch beträchtlich.» Für einen Patienten seien etwa 50 Fachleute nötig, da die Teams im Schichtsystem arbeiten müssten.
Im normalen Alltag sei die Sonderisolierstation bei ihm im Klinikum eine Infektionsstation, erläutert Feldt - das bedeute, dass alle Betten mit infektiösen Patienten belegt seien. Diese müssten erst einmal verlegt werden, entweder innerhalb des Hauses oder in andere Krankenhäuser. «Die Vorbereitung nach der Alarmierung dauert etwa vier Stunden - manchmal geht es etwas schneller.»
Wie häufig wird so ein Alarm ausgelöst?
«Das ist ein seltenes Ereignis, das kommt alle Jahre einmal vor», sagt der Tropenmediziner. In Düsseldorf seien bisher noch keine viral hämorrhagischen Fieber wie Ebola oder Lassa behandelt worden, aber 2016 mehrere Lassa-Verdachtsfälle. In jüngster Vergangenheit befand sich dort auch eine Kontaktperson jener Menschen, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» mit dem Hantavirus infiziert hatten.
Auf der Sonderisolierstation in Frankfurt am Main hat man Erfahrung mit hämorrhagischem Fieber: «Wir haben hier mehrere Patienten mit der Sars-Erkrankung, dem Lassa-Fieber sowie einen mit dem Ebolavirus infizierten Patienten erfolgreich behandelt», heißt es auf der Webseite. Im Jahr 2014 waren schon einmal drei Ebola-Patienten aus Afrika nach Deutschland geflogen worden.
Warum wird der Patient in Deutschland behandelt?
Die USA haben die Bundesregierung bereits in der Vergangenheit um Hilfe bei der Behandlung eines mit Ebola infizierten US-Staatsbürgers gebeten, wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Webseite mitteilt. Als Grund nennt das Ministerium die im Vergleich zum Reiseziel USA kürzere Flugzeit vom Kongo nach Deutschland sowie die vorhandene medizinische Infrastruktur. Neben den sieben Sonderisolierstationen gibt es auch das bundesweite Expertennetzwerk Stakob, das auf die Behandlung von Patienten mit hochpathogenen Erregern spezialisiert ist.