Gesunde Kalorienbombe
Die kleine Australierin hat nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Gesundheit. Besonders ihr hoher Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren macht sie ernährungswissenschaftlich interessant.
Auch andere Nüsse sind gute natürliche Quellen für diese Fette. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kann regelmäßiger Nussverzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken: «Das liegt an der Kombination aus ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.»
Eine Studie mit Menschen mit leicht erhöhten Cholesterinwerten zeigte 2008, dass eine Ernährung mit Macadamia den Cholesterinspiegel senken kann. Die Supernuss verfügt über den höchsten Fettgehalt all ihrer Kolleginnen und gleichzeitig über wenig Kohlenhydrate. «Der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Verzehr nur minimal an», betont die World Macadamia Organisation (WMO). Auch enthält die Nuss wichtige B-Vitamine, Vitamin E, Calcium, Eisen und Magnesium.
Hinzu kommt ihr fein-buttriges Aroma: Ihre Konsistenz ist weich, fast cremig. Wenn man beim Knabbern nicht aufpasst, kann das Geschmackserlebnis aber auch schnell auf die Hüften schlagen: 100 Gramm bringen es auf mehr als 700 Kalorien. Daher gilt: Eine kleine Handvoll am Tag reicht völlig aus.
Warum sind Macadamia-Nüsse so teuer?
Das fällt beim Blick auf das Sortiment aber nicht so leicht: Es gibt Macadamia mit Wasabi, Rosmarin und Meersalz sowie Fingerlimette und Jalapeño - oder süß mit Manuka-Honig, Ahornsirup oder Salzkaramell. Besonders beliebt ist die «Easy Crack»-Variante: Eine kleine Kerbe in der Schale hilft, die Nuss mit Hilfe eines Metall-Schlüssels kinderleicht selbst zu knacken.
Doch bevor überhaupt eine einzige Nuss entstehen kann, müssen Bestäuber ans Werk. «Um eine Macadamia anzubauen braucht es mehr als Sonnenschein und gute Stimmung - es braucht Bienen», sagt der Insektenkundler Fuller. Honigbienen und stachellose Bienen bestäubten gemeinsam die Blütenstände - aber am Ende werde nur etwa ein Prozent der Blüten tatsächlich zu einer Nuss.
Auch tragen die Bäume überhaupt erst nach fünf bis sieben Jahren nennenswerte Früchte, und die Ernte und Weiterverarbeitung ist extrem aufwendig. Macadamia gilt somit als Luxusprodukt und ist im Handel deutlich teurer als etwa Walnüsse, Cashews oder Mandeln.
Fokus auf deutschen Markt
Die australischen Erzeuger werden derweil von Produzenten wie China immer mehr an den Rand gedrängt. Auch Länder wie Malawi und Vietnam hätten große Macadamia-Pläne, sagt Fuller. Der Fokus liege jetzt darauf, Europa und vor allem Deutschland als größere Abnehmer für nachhaltig produzierte und möglichst Chemikalien-freie australische Nüsse zu gewinnen.
Vielleicht, so hofft er, könnte ein großer Trend helfen. Er denkt an die Pistazie und den Boom der Dubai-Schokolade. Nach deren Erfolg sei die Nachfrage nach Pistazien geradezu explodiert. Selbst hohe Preise schreckten die Käufer nicht ab. «In Australien brauchen wir so etwas wie unseren eigenen Dubai-Schokoladen-Moment für die Macadamia», sagt er lächelnd. Dann fährt er durch die Baumreihen der Plantage davon, vorbei an Kängurus und den letzten Nüssen der Saison.