Nutzung von Mooren trägt viel bei
Die Entwässerung von Mooren führt dazu, dass der im Torf gespeicherte Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird. «Für die Erzeugung von Nahrungsmitteln entstehen auf landwirtschaftlich genutzten Mooren jährlich etwa 27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente», heißt es im Bericht. Der überwiegende Teil dieser Moore liege in Deutschland und werde für die Produktion tierischer Lebensmittel, meist Rinderhaltung, genutzt.
Der hohe Beitrag des Konsums tierischer Produkte an den Emissionen insgesamt geht Agora Agrar zufolge vor allem auf drei Faktoren zurück: Umwandlungsverluste – Tiere brauchen auch für den eigenen Stoffwechsel Energie –, die Futtermittelproduktion und die Verdauung von Wiederkäuern. Dabei entsteht Methan, welches eine rund 30-mal stärkere Klimawirkung hat als CO2.
Hartkäse hat eine schlechte Klimabilanz
Von den tierischen Produkten wiederum ist der Konsum von Milchprodukten mit den anteilig höchsten Treibhausgas-Emissionen verbunden, etwa die Hälfte davon geht auf Käsekonsum zurück. «Je größer die für die Käseproduktion benötigte Milchmenge ist, desto höher sind auch die Treibhausgas-Emissionen», hieß es. Für ein Kilogramm Frischkäse würden etwa 4 Liter Milch benötigt, für Hartkäse etwa 13 Liter.
Bei den pflanzlichen Lebensmitteln geht ein großer Teil der Emissionen auf Herstellung und Einsatz von Düngemitteln zurück, sowie – bei Gewächshauskulturen – auf den Energieverbrauch für Heizung und Beleuchtung.
Berücksichtigt wurden zudem die Emissionen aus dem Konsum von Getränken wie Mineralwasser, Softgetränke, Bier, Tee und Kaffee. Ihre Klimawirksamkeit beträgt demnach 13,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, ist also vergleichsweise gering. «Der Grund dafür ist, dass Getränke zu einem großen Teil aus Wasser bestehen, dessen Produktion kaum Treibhausgase verursacht.»
Wert soll Klima-Beitrag der Ernährung zeigen
Die Agora-Agrar-Experten schlagen einen Indikator «Klimawirksamkeit der Ernährung» vor, der die Treibhausgas-Emissionen der Ernährung pro Person und Jahr darstellt. Über einen längeren Zeitraum erhoben könne er den Beitrag der Ernährung zur Erreichung der Klimaziele zeigen. «Zudem ermöglicht er Rückschlüsse auf die Wirksamkeit politischer Maßnahmen, die auf die Klimarelevanz der Ernährung abzielen.»
Derzeit liege der Wert bei etwa 2,8 Tonnen CO2-Äquivalenten. Mitte des Jahrhunderts könnten mit ambitionierter Politik etwa 0,7 Tonnen pro Person und Jahr erreicht werden. Als Voraussetzungen sehen die Agora-Agrar-Experten an, dass die Energieproduktion in Deutschland weitestgehend auf erneuerbare Energiequellen umgestellt ist, Menschen im Mittel nur noch halb so viele tierische Produkte konsumieren, in der Produktion Treibhausgas-mindernde Technologien eingesetzt werden und landwirtschaftlich genutzte Moore zum großen Teil wiedervernässt sind.