«Absolutes robotisches Neuland»
«Idefix» hat vor dem Start laut DLR erfolgreich verschiedene Tests absolviert, darunter auch einen zur Beständigkeit bei extremen Temperaturen von minus 170 bis plus 70 Grad Celsius, wie sie auf Phobos herrschen.
Der Rover ist nach DLR-Angaben nur so groß wie eine Getränkekiste und wiegt etwa 25 Kilogramm. Aufgrund seines geringen Gewichts und der geringen Schwerkraft werde «Idefix» direkt auf Phobos landen können. Laut DLR ist noch nie ein Erkundungsfahrzeug mit Rädern auf einem Himmelskörper gefahren, der nur über weniger als ein Tausendstel der Erdanziehungskraft verfügt. «Auf Phobos zu landen und zu fahren ist absolutes robotisches Neuland», sagte Markus Grebenstein, DLR-Projektleiter für «Idefix».
Das Fahrwerk und die Tragstruktur wurde bei Airbus Bremen und am DLR-Standort in der Hansestadt entwickelt, gebaut und getestet. Einmal gelandet, soll sich «Idefix» selbstständig aufrichten und dann einsatzbereit sein, um die Marsmond-Oberfläche 100 Tage lang zu erkunden. Zuständig für den Betrieb von «Idefix» sind ein Kontrollzentrum des DLR in Köln und ein Kontrollzentrum in Toulouse.
Die Vorerkundung der Oberfläche des Mondes durch den Rover hilft nach DLR-Angaben später auch dabei, die Muttersonde möglichst gut vorbereitet auf Phobos zur Probensammlung zu landen. Die Mission werde die Topographie, die Zusammensetzung sowie die Schwerkraft von Phobos untersuchen und mindestens zehn Gramm an Proben aus einer Tiefe von mindestens zwei Zentimetern zurückbringen, teilte Jaxa mit.
«MMX» ist nicht die einzige Marsmission, die versucht, Proben zur Erde zurückzubringen. 2021 landete der Nasa-Rover «Perseverance» auf dem Mars. Er hat seither mehr als 45 Kilometer zurückgelegt und damit eine längere Strecke auf der Oberfläche eines anderen Planeten als je ein menschengemachtes Fahrzeug zuvor, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa kürzlich mitteilte. Auch dieser Rover sammelt Proben. Noch mindestens bis Ende 2028 soll «Perseverance» mit seinen sechs Rädern weiter über den roten Planeten rollen und ihn erforschen.
Auch China will Mars-Proben zur Erde holen
Auch China landete 2021 mit «Tianwen 1» einen Rover auf dem Mars. 2028 ist mit «Tianwen 3» der Start einer Mission zur Rückholung von Proben des Planeten geplant. Der Rücktransport der Proben zur Erde ist dabei um das Jahr 2031 geplant - möglicherweise früher als die Probenrückführung von Japans «MMX».
Die japanische Mission zum Marsmond Phobos knüpft an die Vorgängermission «Hayabusa2» an, bei der Jaxa 2014 eine Raumsonde zum Asteroiden Ryugu geschickt und nach sechs Jahren im All Proben zur Erde zurückgebracht hatte.
Auch an der «Hayabusa 2»-Mission hatte sich das DLR mit dem gemeinsam mit der französischen CNES entwickelten Lander «Mascot» beteiligt. Der war im Oktober 2018 auf Ryugu gelandet und hatte den aus hochporösem Material bestehenden Asteroiden erkundet.