In einer autoritären, von Rassisten geprägten Gesellschaft machen sie gegen Abtreibungsverbote mobil und fordern freie Grenzen. Die Satire wirkt manchmal wie ein Echtzeit-Kommentar zum Amerika des Donald Trump.
Skarsgård und Moura gewinnen Preise
Der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgård holte den Preis als bester Nebendarsteller. Der 74-Jährige überzeugte in dem Familiendrama «Sentimental Value» des Norwegers Joachim Trier in der Rolle eines Vaters, der von seinen Töchtern entfremdet ist. Er habe sich für zu alt gehalten, um zu gewinnen, witzelte der sichtlich überraschte Skarsgård in seiner Dankesrede. Er sei froh darüber, dass ein kleiner norwegischer Film ohne ein großes Budget diese Aufmerksamkeit bekomme.
Der Brasilianer Wagner Moura holte den Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama mit seiner Rolle in dem Thriller «The Secret Agent». Der brasilianische Film von Regisseur Kleber Mendonça Filho über einen Akademiker, der in den 1970er Jahren während der Militärdiktatur verfolgt wird, gewann auch den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film.
Deutsche gehen leer aus
Das Drama «In die Sonne schauen» der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski hatte es nicht auf die Nominiertenliste geschafft. Der Film um vier jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem Bauernhof in der Altmark leben, ist Deutschlands Kandidat für die 98. Oscar-Verleihung im März.
Deutsche Hoffnungen wurden bei den Golden Globes diesmal enttäuscht. Chancen hatten Filmkomponist Hans Zimmer (68) mit seiner Musik für den Rennsportfilm «F1» und der in Deutschland geborene britische Komponist Max Richter (59) mit seiner Untermalung des Dramas «Hamnet». Doch der Globe für die beste Filmmusik ging an den Schweden Ludwig Göransson für den Soundtrack des Films «Blood & Sinners».
Auch Preise für TV-Produktionen
Bei den Golden Globes geht es nicht nur um Film, sondern auch um Fernsehen und Streaming. Haushoher Gewinner unter den Fernsehproduktionen war die Netflix-Serie «Adolescence». Die in einer einzigen Einstellung erzählte Geschichte einer Mordermittlung unter Jugendlichen gewann als «beste Miniserie». Zudem sahnten die Schauspieler Stephen Graham, Owen Cooper und Erin Doherty jeweils eine Trophäe ab.
Großes Staraufgebot
Die Verleiher der Golden Globes preisen ihre Trophäenshow gerne als «Hollywoods Party des Jahres». Tatsächlich lockte die über dreistündige Gala viele Stars an. Ariana Grande lief in einer eleganten schwarzen Robe über den roten Teppich, Kate Hudson glänzte in Silber, Jennifer Lawrence zeigte reichlich nackte Haut. Auch George Clooney in Begleitung von Ehefrau Amal und Selena Gomez gemeinsam mit Benny Blanco waren unter den vielen Filmschaffenden und Stars, die an Fotografen vorbeiflanierten.
Vorgeschmack auf die Oscars?
Mit dem Globe-Sieg dürften «One Battle After Another» und «Hamnet» nun ihre Oscar-Chancen weiter verbessert haben. Die Abstimmung über die Oscar-Nominierungen beginnt am Montag, gleich nach Globe-Nacht. Mehr als 10.000 Mitglieder gehören der Oscar-Akademie an, damit stimmen deutlich mehr Juroren als bei dem kleinen Globe-Verband mit rund 400 Journalisten und Journalistinnen aus aller Welt ab.
Die Anwärter für Hollywoods höchsten Preis werden am 22. Januar verkündet. Die 98. Oscar-Verleihung soll dann am 15. März über die Bühne gehen.