Ein Lastwagenfahrer verliert in Schramberg die Kontrolle über seinen Lkw, der Transporter erfasst eine Mutter und ihr Kind. Hatte der Fahrer ein gesundheitliches Problem?
Dort, wo sonst der Verkehr durch die Schwarzwald-Gemeinde Schramberg zieht, an den Geschäften vorbei und den Restaurants, dort verbergen große weiße Sichtschutzwände an diesem Morgen den Blick auf das Unfassbare. Zwei Menschen, eine Mutter und ihr Kind, sind an dieser Stelle von einem Lastwagen erfasst worden und ums Leben gekommen. Rettungshelfer und Passanten hatten erfolglos versucht, sie wiederzubeleben.
Der Fahrer muss nach Einschätzung der Polizei die Kontrolle über sein schweres Fahrzeug verloren haben. Erst die Hauswand einer früheren Gaststätte bringt den Transporter zum Stehen. Mit seiner demolierten Front steht er vor der Wand, das Führerhaus des Lastwagens steckt geradezu in der Fassade. Ein gelber Bremskeil verhindert, dass sich der Wagen weiter bewegt, während Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste den Unfallort untersuchen.
Oberbürgermeisterin: «Trifft uns ins Herz der Stadt»
Die 29-jährige Frau und ihr 3 Jahre alter Sohn hatten nach Angaben der Polizei keine Chance. Trotz sofortiger Versuche, die beiden wiederzubeleben, starben sie noch am Unfallort an ihren schweren Verletzungen. Der Lkw-Fahrer hingegen konnte sich leicht verletzt selbst aus dem Lkw befreien, wie die Polizei mitteilte. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus.
Nach dem Unfall herrscht Entsetzen in der Schwarzwald-Gemeinde. «Das trifft uns ins Herz der Stadt», sagte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (parteilos). «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen all unser Mitgefühl gilt.» Für sie habe die Gemeinde den Festsaal geöffnet, auch der psychosoziale Dienst stehe bereit. «So hoffen wir, in den schweren Momenten ein bisschen beistehen zu können», sagte Eisenlohr.
Wie Spielzeugautos
Der 53-jährige Lkw-Fahrer hatte am Morgen gegen 9.00 Uhr «aufgrund medizinischer Ursache» die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, wie die Polizei nach dem Unfall mitteilte. Er selbst habe ausgesagt, er habe das Bewusstsein verloren. Nach Angaben von Daniel Brill, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, spielen Alkohol oder Drogen nach den ersten Erkenntnissen aber keine Rolle bei dem Unfall.
Nach den Erkenntnissen der Polizei und den Aussagen von Zeugen kam der Lastwagen links von der Straße ab, er stieß heftig gegen zwei geparkte und ein fahrendes Auto, erfasste die Frau und ihr Kind auf dem Gehweg und prallte schließlich gegen die Hauswand.
Die Bilder aus Schramberg lassen die Wucht erkennen, mit der der außer Kontrolle geratene Lkw auf den Gehweg und gegen die Fassade gerast sein muss. «Die Einsatzstelle war zunächst recht unübersichtlich», sagt der Einsatzleiter der Schramberger Feuerwehr, Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle. Er beschreibt die Szenerie vor Ort als «relativ großes Trümmerfeld».