Auch die Taxi-Branche selbst interessiert sich: Im Portal «Taxi-heute» erschien ein ausführlicher Beitrag zum Thema inklusive Bratanleitung zum Selbermachen.
Ein hungriger Taxifahrer prägte den Namen
Der Name «Taxi-Teller» entstand der Legende nach, als ein Taxifahrer zu später Stunde in seinem Stammimbiss nicht mehr genug Gyros vorfand und der Gastwirt einfach eine Currywurst plus Pommes als Sättigungsbeilage dazupackte.
Seitdem ist das Gericht zum festen Bestandteil des Angebots zahlreicher Imbissbuden und - wegen des Gyros - griechischer Restaurants geworden. Vor allem Jugendliche lieben die salzige Fett- und Fleischdröhnung - gern auch als solide Grundlage vor einer Kneipentour oder als Kater-Killer danach.
«Wir gehen so alle zwei Wochen "Taxi-Teller" essen», sagt etwa die 19 Jahre alte Studentin Antonija Dreznjak im «Nikolaus-Grill» in Essen-Stoppenberg. «Das ist ’ne gute Grundlage, wenn wir in der Kneipe feiern gehen. Meistens kriege ich ihn gut weg, sonst hilft mir ein Freund», sagt die junge Frau.
Aufessen ist durchaus eine Herausforderung
Aufessen ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich liegen 120 Gramm Wurst plus mindestens genauso viel Gyros auf dem Teller. Plus Pommes, Zwiebeln und die Soßen. 12,90 Euro verlangt Grill-Chef Stergios Angelou für einen Teller mit allem. «Das sind locker 300 Gramm Fleisch - muss man erst mal schaffen», sagt der 43-Jährige.
Die Zahl der «Taxi-Teller»-Kunden ist deutlich gestiegen, seitdem das Gericht Thema bei Social Media geworden ist. Viele probierten es jetzt aus. «Ich verkaufe inzwischen 30 bis 35 Taxi-Teller pro Tag - viel mehr als früher», sagt Angelou.
Zur «Taxi-Teller»-Stammkundschaft zählt Angelou etwa drei hungrige Bauarbeiter, die an einem Freitagmittag um kurz vor 12.00 Uhr schon vor der Tür auf die Öffnung gewartet haben und dreimal «Taxi-Teller» bestellen. Zwei Tische weiter sitzt Studentin Dreznjak mit zwei Mitstudenten - ebenfalls vor jeweils einer Riesenplatte. «Schlecht ist mir nicht, aber ich könnte jetzt ein Nickerchen machen», sagt die Studentin, als ihr Teller leer ist.
Wenig Beifall von Ernährungsfachleuten
Ernährungswissenschaftler können sich darüber wenig freuen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal 120 Gramm Fleisch - ein- bis ausnahmsweise zweimal pro Woche. «Taxi-Teller»-Esser hätten damit ihre gesamte Wochen-Ration schon nach einer Portion intus, sagt Sprecherin Claudia Müller - von den fetten Soßen und Pommes und der hohen Salzzufuhr ganz zu schweigen.
«Das ist schon reichlich energiereich, keine tolle Entwicklung.» Daueressern solcher Fast-Food-Gerichte drohe - je nachdem, was sie sonst noch zu sich nehmen - möglicherweise Übergewicht mit den bekannten Gefahren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
«Taxi-Teller» - da geht noch mehr
Wenig erquickliche Aussichten, die hart gesottene Fans aber kein bisschen abschrecken. Stattdessen diskutieren sie schon über neue Erweiterungsmöglichkeiten. Ein Viel-Esser rät bei Instagram zur Kombination des Tellers mit einem zusätzlichen Zwiebel-Mett-Brötchen zum «Taxi-Teller 2.0».
Im «Nikolaus-Grill» in Essen-Stoppenberg bestelle ein Stammkunde zweimal pro Woche eine Extrem-Dröhnung, erzählt Angelou: «Taxi-Teller» mit doppelt Pommes, reichlich Gyros, zwei Würsten und doppelt Mayo und Zwiebeln. «Das würde ich nie aufkriegen», sagt der Imbisschef, «obwohl ich jeden Tag Gyros esse».