Drei Stunden lang hatte ein Mann sich in einer Bankfiliale verschanzt, ein Mitarbeiter starb. Das Tatmotiv ist noch weitgehend unklar. Fest steht: Der 20-Jährige hatte ein Waffenbesitzverbot.
Nach der tödlichen Messerattacke in einer Regensburger Bank sitzt der 20 Jahre alte Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Er steht in Verdacht, tags zuvor einen Bankmitarbeiter mit mehreren Messerstichen so schwer verletzt zu haben, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Der Haftbefehl lautet unter anderem auf Mord aus Habgier und ein versuchtes Raubdelikt.
Das Motiv des Mannes für die Bluttat sei noch weitgehend unklar, sagte der Leiter der Kripo Regensburg, Robert Fuchs. Er habe in der Bank ein Messer und einen Zettel in der Hand gehabt, auf dem sinngemäß gestanden habe, dass er einen Bankraub vorhabe und Geld erbeuten wolle. Es habe sich jedoch um eine bargeldlose Filiale gehandelt, die Aussicht auf Beute habe von vornherein nicht bestanden.
Für den 20-Jährigen bestand bereits seit geraumer Zeit ein Waffenbesitzverbot, weil er in der Vergangenheit unerlaubt mit einem Messer und einem Elektroschocker angetroffen worden war.
Keine Hinweise auf psychische Erkrankung
Die Staatsanwaltschaft habe Haftbefehl beantragt, ein Ermittlungsrichter habe diesem Antrag stattgegeben, sagte Staatsanwalt Thomas Schug. Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Verdächtigen gebe es derzeit nicht. Er werde jedoch entsprechend untersucht.
Der 20-Jährige hatte sich nach dem Messerangriff zunächst in einem Büroraum der Bankfiliale verschanzt. Währenddessen sei es der Polizei gemeinsam mit Kunden und Mitarbeitern der Bank gelungen, das Opfer zur weiteren Versorgung durch ein Fenster auf den Bürgersteig neben das Gebäude zu bringen.
Zwei weitere Bankmitarbeiter konnten befreit werden. Zu Beginn der Tat hatten sich auch Kunden in der Bank befunden, darunter ein junges Ehepaar samt Kleinkind, wie die Ermittler weiter mitteilten.
Festnahme in Toilette
Bei dem tödlichen Angriff nutzte der Täter Ermittlungen zufolge ein Küchenmesser. Die Klinge sei zwölf Zentimeter lang und zwei Zentimeter breit, teilten die Ermittler bei einer Pressekonferenz mit. Spezialkräfte konnten den 20-Jährigen noch in der Bank festnehmen - drei Stunden nach Bekanntwerden der Tat. Widerstand habe der Mann nicht geleistet. Er habe sich in der Toilette befunden, sagte Kripo-Chef Fuchs. Dort in der Nähe sei auch die Tatwaffe gefunden worden. «So wie es für uns ausschaut, ist sie auch saubergemacht worden», schilderte Fuchs weiter.