Trevi-Brunnen nun kostenpflichtig: Rom reagiert auf Besuchermassen

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Für den Besuch des Trevi-Brunnens, einem der bekanntesten Wahrzeichen Italiens, muss seit heute Eintritt gezahlt werden - eine Reaktion Roms auf die Besuchermassen.

Rom macht Ernst mit dem Schutz seiner Kulturschätze: Der weltberühmte Trevi-Brunnen kostet ab sofort Eintritt. Zwei Euro müssen Touristen zahlen, um einen Blick auf das barocke Meisterwerk zu werfen oder die beliebte Tradition des Münzwurfs zu pflegen. Die Maßnahme soll nicht nur Schäden am Denkmal verhindern, sondern auch die Besuchermassen besser regulieren. Einheimische bleiben von der Gebühr ausgenommen – für sie gibt es separate Zugänge.

Mit jährlich Millionen Besuchern gehört der Trevi-Brunnen zu den Hauptattraktionen der Ewigen Stadt. Doch das Gedränge rund um das Wasserbecken stört zunehmend die Atmosphäre und gefährdet das Denkmal. Rom rechnet durch die Eintrittsregelung mit Einnahmen in Millionenhöhe, die auch anderen historischen Sehenswürdigkeiten zugutekommen sollen. Nachhaltigkeit und Kulturschutz stehen im Vordergrund dieser Entscheidung.

Eintritt für den Trevi-Brunnen: Rom reguliert den Massentourismus

Die Zeiten des kostenlosen Zugang zum wohl berühmtesten Brunnen der Welt sind vorbei. Zwei Euro müssen Touristen seit Montag (2. Februar 2026) zahlen, um einen der wichtigsten Touristenmagneten der Ewigen Stadt ganz nah betrachten zu können. 

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hatte Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri im vergangenen Dezember mit Pauken und Trompeten als Startdatum für die neue Regelung der 1. Februar angekündigt worden. Nach Berichten über eine Verzögerung der Einführung des Eintrittsgeldes bis in den März hinein stellte die Stadt Rom nun klar, dass es ab Montag, 2. Februar, losgeht. Mit dieser Maßnahme möchte die Stadtverwaltung die Besucherströme besser steuern und die Umgebung des historischen Denkmals schützen. Einheimische sind von der Gebühr ausgenommen, der Zugang erfolgt für sie über getrennte Eingänge. Bürgermeister Roberto Gualtieri hebt hervor, dass der Eintritt ein wichtiger Schritt für einen nachhaltigeren Tourismus sei, gemäß Reisereporter.

Der Trevi-Brunnen ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Italiens und zieht jedes Jahr Millionen Touristen an. Berühmt wurde die "Fontana di Trevi" etwa durch den Film "La dolce vita" ("Das süße Leben", 1960) von Federico Fellini mit der nachts im Brunnen badenden Anita Ekberg. Heute verdankt er seine Beliebtheit nicht nur seiner prächtigen barocken Architektur, sondern auch der Tradition, Münzen über die Schulter in das Wasser zu werfen. Laut einer Legende bringt dies Glück und garantiert eine Rückkehr nach Rom.

Nachhaltiger Tourismus und Einnahmen für Denkmäler

Allein 2025 besuchten über 5,3 Millionen Menschen den Brunnen, wodurch Gedränge und chaotische Zustände zunehmend zum Problem wurden, so die Kleine Zeitung. Bereits seit gut einem Jahr wird der Besucherandrang am Trevi-Brunnen zwar gedrosselt: Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig in der Anlage aufhalten. Dennoch hätten täglich etwa 30.000 Menschen den Brunnen besucht, an manchen Tagen sogar bis zu 70.000, heißt es von der Stadt.

Die Stadt Rom rechnet mit jährlichen Einnahmen von etwa 20 Millionen Euro durch die neue Eintrittsregelung. Diese Gelder sollen nicht nur für die Pflege des Trevi-Brunnens verwendet werden, sondern auch für andere beliebte Sehenswürdigkeiten in der Ewigen Stadt.

Bürgermeister Gualtieri betont, dass der Eintritt den Besuch angenehmer machen soll, indem der Besucherandrang reduziert und die Sicherheit am Brunnen verbessert wird.

Die Eintrittsregelung bringt einige Vorteile mit sich:

  • Gezielte Besucherlenkung: Weniger Gedränge und ein regulierter Zugang.
  • Schutz des Denkmals: Vermeidung von Schäden durch Massentourismus.
  • Finanzierung von Restaurierungen: Einnahmen werden für die Pflege anderer historischer Stätten genutzt.
  • Nachhaltigkeit: Förderung eines verantwortungsvollen Tourismus.

Die Stadt Rom ist davon überzeugt, dass mit der neuen Regelung nicht nur die Sicherheit vor Ort - das Getümmel war ein beliebter Arbeitsort für Taschendiebe, außerdem sorgte das Chaos mitunter für Konflikte unter Touristen und Passanten - sondern auch die Qualität des Besuchserlebnisses verbessert wird. Nicht jedem gefällt jedoch die Maßnahme. Kritiker bemängeln etwa die Monetarisierung einer historischen und kulturellen Stätte.

Das neue Eintrittsgeld am Trevi-Brunnen: So funktioniert es

Der Trevi-Brunnen befindet sich im Herzen von Rom, nur wenige Minuten von der bekannten Via del Corso entfernt. Er liegt an der Kreuzung dreier Straßen, was ihm den Namen "Trevi" (von "tre vie" für "drei Straßen") verleiht. Die zentrale Lage macht den Brunnen zu einem der meistbesuchten Orte der italienischen Hauptstadt.

Das neue Ticketsystem bringt folgende Neuerungen mit sich:

  • Einführung eines Ticketsystems
    • Der Zugang zum unmittelbaren Bereich am Wasserbecken des Trevi-Brunnens ist ab sofort kostenpflichtig.
    • Tickets können bereits im Voraus online über eine eigene Website (auf Englisch und Italienisch) erworben werden.
    • Der Kauf vor Ort am Eingang zur Via della Stamperia ist möglich, jedoch ausschließlich mit Kreditkarte.
    • Tickets werden zudem an ausgewählten touristischen Informationsstellen verkauft
  • Zwei getrennte Warteschlangen
    • Vor dem Brunnen gibt es zwei getrennte Schlangen:
    • Eine für Besucher mit vorab online gekauftem Ticket und eine für Besucher, die das Ticket erst vor Ort erwerben.
    • Aufsichtspersonal kontrolliert den Einlass und prüft die Tickets.
  • Zugang und Zeiten
    • Das Ticket berechtigt zum Zugang des schmalen Durchgangs direkt am Wasserbecken.
    • Mit dem Ticket kann man sich frei auf dieser Fläche bewegen.
    • Die neue Regelung gilt an den meisten Tagen von 9.00 bis 22.00 Uhr, montags und freitags jedoch erst ab 11.30 Uhr
  • Bauliche Veränderungen
    • Um den Bereich am Wasserbecken wird bis Mitte Februar eine Umzäunung errichtet, um den Zugang besser zu kontrollieren.
  • Öffentlicher Bereich bleibt erhalten

Globaler Trend zur Regulierung

Die Einführung von Eintrittsgeldern stieß auf unterschiedliche Meinungen. Kritiker bemängeln, dass der Zugang zu kulturellen Schätzen nicht von finanziellen Mitteln abhängig sein sollte. Befürworter hingegen sehen die Maßnahme als überfällig an, um die Touristenströme zu lenken und die Sicherheit zu gewährleisten. Der Trevi-Brunnen bleibt ein Symbol für Rom – nun jedoch mit einem kleinen Preis.

Rom setzt mit der Eintrittsregelung ein Zeichen für nachhaltigen Tourismus. Der Trevi-Brunnen, ein Meisterwerk des Spätbarocks, bleibt weiterhin ein Magnet für Besucher aus aller Welt. Ob die Maßnahme langfristig den gewünschten Erfolg bringt, wird sich zeigen. Fest steht jedoch, dass Rom mit dieser Entscheidung einen neuen Weg im Umgang mit Massentourismus eingeschlagen hat, so der ADAC.

Nicht nur Rom reagiert auf die Herausforderungen des Overtourism. Auch andere Städte wie Verona haben bereits Eintrittsgebühren für bekannte Attraktionen eingeführt. Im Fall von Verona betrifft dies die Casa di Giulietta, eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Trend zeigt, dass immer mehr europäische Reiseziele Maßnahmen ergreifen, um ihre kulturellen Schätze zu bewahren.

Auch im "wohl schönsten Dorf Südtirols" wird Overtourism zunehmend zum Problem. Zwischen Alpenidylle und Social-Media-Hype prallen Tradition und Zeitgeist aufeinander - Reisebusse, Mietwagen und Selfie-Sticks bestimmen das Bild, während Einheimische um ihre Ruhe fürchten. 

Schon gewusst? Italien hat mehr zu bieten als die klassischen Touristenstädte. Fünf unvermutete Perlen warten darauf, ihre einzigartige Schönheit und kulturelle Vielfalt zu zeigen.

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