Am Tatabend habe er Amphetamine und in kleiner Menge Alkohol konsumiert. Er habe vor der Tat «massive Wut» gespürt und sei in aggressiver Stimmung gewesen. «Ich habe mich getrieben gefühlt.» Vor allem habe ihm Cannabis gefehlt, gab der 33-Jährige an. Hätte er Cannabis gehabt, «wäre es wahrscheinlich nicht passiert.»
Auf die ausdrückliche Nachfrage des Richters nach dem «Warum» schob der Angeklagte nach: «Es hat sich wahrscheinlich einfach sehr viel angestaut. Es kamen viel Faktoren zusammen.» Sein späteres Opfer habe er nicht gekannt, sagte er. Auch dessen zwei Freunde nicht, die ihn am Tatabend begleiteten.
Er habe geglaubt, die Drei hätten sich «über meinen Laufstil lustig gemacht». Daraufhin sei er nach Hause gegangen, habe das Messer geholt, den Dreien aufgelauert und die Tat begangen. Danach habe er auf dem Parkplatz gebrüllt, dass er jemanden getötet habe und auf die Polizei gewartet.
Mehreren Zeugen schilderten das Geschehen
Am ersten Prozesstag sagten mehrere Zeugen aus. Zwei Kassiererinnen berichten von den Abläufen, dass alles sehr schnell gegangen sei. Eine 63-Jährige berichtete, der Jugendliche habe nach den Messerstichen auf dem Boden gelegen und sei nicht mehr ansprechbar gewesen. Sie selbst sei seitdem in psychologischer Behandlung.
Ihre 65-jährige Kollegin schilderte, sie sei «krankgeschrieben wegen der Sache». Eine 27-jährige Arzthelferin, die als Kundin vor Ort war, hatte versucht, den Schüler zu reanimieren. Aber: «Er hatte zwei schwere Verletzungen und lag im Blut.»
Wie es nun weitergeht
Die Zeugenaussage der beiden Freunde des Getöteten wurde auf die nächste Verhandlung am 26. März verschoben. Im Saal war auch ein Gutachter anwesend. Laut Gerichtssprecher soll er sich ebenfalls zum kommenden Termin äußern. Es gehe unter anderem um die Fragen, ob der Angeklagte voll oder vermindert schuldfähig sei und – im Falle einer Verurteilung – ob Voraussetzungen für eine anschließende Sicherungsverwahrung vorliegen.
Laut Richter ist der Angeklagte vorbestraft, aber nicht wegen Gewaltdelikten. Der Gerichtssprecher erläuterte, dem 33-Jährigen drohe bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bei einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit könnten es bis zu 15 Jahre werden. Ein Urteil ist spätestens zum dritten Termin am 14. April geplant.
Der Vater des Getöteten sagte der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Verhandlung: «Ich möchte auf jeden Fall, dass er eingesperrt wird und so eine Tat nie wieder begehen kann.»