Auch wenn die betroffenen Bauern gerne vorgeben, nach dem Acht-Stunden-Tag im Industriebetrieb sei die Arbeit im Stall oder auf dem Traktor regelrecht entspannend - die Belastung ist hoch. Dass immer mehr aufgeben und ihre Felder verpachten, ist eine logische Entwicklung.

Zumal die Arbeit auf den Feldern oder im Stall zusehends bürokratischen Restriktionen unterworfen ist. Wieviel Stickstoff, Kali oder Phosphat in Abhängigkeit von Fruchtart und Ertragserwartung auf den Feldern ausgebracht werden darf, ist bis ins Kleinste vorgeschrieben und hat in einer Nährstoffbilanz ausgewiesen zu werden. Und wenn ein angrenzendes Waldstück oder eine Hecke auch nur einen halben Meter ins Feld hineingewachsen ist, stehen die Kontrolleure der Landwirtschaftsämter auf der Matte.

In der Hand als Beleg ein Satellitenfoto des betreffenden Ackers. Da bleibt es nicht beim erhobenen Zeigefinger, da werden gleich Prämien gekürzt.
Kein Wunder, dass angesichts dieses Szenarios immer weniger junge Leute bereit sind, den elterlichen Hof zu übernehmen. Schon gar nicht im Nebenerwerb. Weshalb sich besonders in Franken mit seinem hohen Nebenerwerbsanteil die Struktur der Landwirtschaft in den nächsten Jahren deutlich verändern dürfte.

Auch der sogenannte bäuerliche Familienbetrieb wird dann dank technischer Möglichkeiten zusehends in industrielle Dimensionen vorstoßen. Einzelne Nebenerwerbslandwirte bearbeiten heute bereits Betriebe mit einer Größe von über 100 Hektar. Im Nebenerwerb wohlgemerkt! Wie sieht da die landwirtschaftliche Vision für Franken aus? Immer weniger, aber immer größere Vollerwerbsbetriebe. Mit 200, 300 Hektar und mehr. Eben der ganz normale Wahnsinn.