Mariä Lichtmess, auch als "Darstellung des Herrn" bekannt, feiern Christen am 2. Februar jeden Jahres. An diesem Tag ist das Weihnachtsfest exakt vierzig Tage her, weshalb der Feiertag auch als Abschluss der Weihnachtszeit angesehen wird.

Mariä Lichtmess: Der biblische Ursprung des Feiertages

Mariä Lichtmess, früher auch häufig Mariä Reinigung beziehungsweise "Purificatio Mariae", beruht auf zwei verschiedenen Riten, die in der Bibel erwähnt werden.

Biblischen Gesetzen zufolge galt die Frau vierzig Tage nach der Geburt als unrein. Nach dieser Zeit musste sie dem Priester ein Schaf oder eine Taube zur Opferung übergeben.

Darüber hinaus galt jeder erstgeborene Sohn als "Eigentum" Gottes und wurde ihm im Tempel symbolisch überreicht, beziehungsweise "dargestellt". Das Kind musste dann durch ein Geldopfer ausgelöst werden.

Mariä Lichtmess am 02.02.2020: Der historische Ursprung

Eine heidnische Sühneprozession, die in Rom alle fünf Jahre stattfand, ist wohl der historische Kern des Feiertags. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Brauch schlicht übernommen wurde. Erste Zeugnisse dieses Festes in Jerusalem datieren aus dem vierten Jahrhundert.

In der Bibel berichtet Lukas von einer Prozession, die Mönche aus Jerusalem zu Jesus ersten Besuch der Stadt vollzogen. Die Geistlichen gingen Jesus mit Kerzen entgegen, was sich noch heute in kirchlichen Ritualen niederschlägt: Traditionell werden an Lichtmess der Jahresbedarf der Kirchen an Kerzen geweiht.

Bräuche zu Mariä Lichtmess

Der am weitesten verbreitete Brauch zu Lichtmess ist die Lichterprozession. Kerzen finden an Lichtmess allerdings noch weitere Verwendungszwecke: Weil herunter tropfendes Wachs als Segen galt, flackerten zu Lichtmess früher Kerzen auf den Balken der Häuser. Außerdem sollen Menschen drei Tropfen Wachs einer geweihten Kerze auf ein Brot geträufelt haben, um es Kindern und Tieren zu essen zu geben. Dieses Ritual sollte vor Krankheiten schützen.

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Ein weiterer Brauch zu Lichtmess war das gemeinsame Beten des Rosenkranzes. Dazu brannten so viele Kerzen, wie Personen im Raum anwesend waren. Je nachdem wie sich die Flamme der Kerzen beim Beten veränderte, sollte sich die Zukunft der Anwesenden verändern. Gebetet wurde so lange, bis die Kerzen erloschen waren. Jetzt bei Amazon kaufen: Rosenkranz-Kette mit Kreuz

In einigen Teilen Deutschlands ist es zudem Brauch, den Weihnachtsschmuck bis Lichtmess hängen zu lassen. Denn erst dann gilt die Weihnachtszeit als abgeschlossen.

Mariä Lichtmess: Bedeutung für das Bauernjahr

Für Knechte und Mägde im 20. Jahrhundert war Lichtmess im wahrsten Sinne des Wortes ein Feiertag: Dann bekamen die Bediensteten nämlich ihren Lohn und zudem ein paar Tage frei - oftmals der einzige Urlaub im gesamten Jahr.

Außerdem entschied sich am zweiten Februar, ob die Knechte und Mägde auch im anstehenden Bauernjahr weiterhin auf dem Hof arbeiten, oder sich eine neue Dienststelle suchen würden. Waren beide Seiten zufrieden, spendierten die Gutsherren in der Regel an Lichtmess ein Festmahl. Quittierten die Bediensteten die Arbeit, geschah das mit dem traditionellen Spruch: "Bauer, wir zwei machen Lichtmess!"

Was Lichtmess mit dem Wetter zu tun hat

Zahlreiche Bauernregeln sprechen dem Feiertag eine besondere Bedeutung zu. Knapp zusammengefasst: Ist es um Lichtmess herum mild und sonnig, steht noch eine Kälteperiode bevor. Trübes und schlechtes Wetter soll den Bauernregeln zufolge dagegen einen baldigen Sommer prophezeien.

Bauernregeln zu Mariä Lichtmess

"Ist's zu Lichtmess mild und rein, wird's ein langer Winter sein."

"Lichtmess-Sonnenschein bringt großen Schnee herein."

"Ist's Lichtmess Licht, geht der Winter nicht."

"Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, gibt's noch sehr viel Schnee und Eis."

"Lichtmess trüb ist dem Bauern lieb, ist Lichtmess aber Licht, weicht der Winter nicht."

"Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell."

"Lichtmess im Klee, Palmsonntag im Schnee."

"An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an."

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Mariä Lichtmess: Was brennende Christbäume damit zu tun haben

Lichterloh steht der Weihnachtsbaum in Flammen - und mit ihm die ganze Wohnung. Auch wenn der Heilige Abend mehr als einen Monat zurückliegt, brennen dieser Tage immer wieder Christbäume. Der Grund liegt im katholischen Glauben: Nach dem Kirchenkalender endet die Weihnachtszeit erst am 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess. Es erinnert daran, dass gemäß der jüdischen Tradition Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn Jesus 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel brachten, um ihn Gott zu weihen.

In manchen Kirchen wird der Weihnachtsschmuck deshalb erst an diesem Tag abgenommen. Auf dem Land standen Christbäume einst bis Mariä Lichtmess in nur karg geheizten Häusern. In der Wohnküche, oftmals der einzige wirklich gemütlich warme Raum, hatte der Baum nichts zu suchen. So blieb er frisch.

Heute ist das freilich anders - und das bekommen Feuerwehrleute zu spüren: In den gut geheizten Stuben trocknen die eh schon ausgedorrten Bäume vollends aus und stehen ruckzuck in Flammen.

Allein im Januar wurde beispielsweise eine vierköpfige Familie in München bei einem Wohnungsbrand verletzt, weil ein Christbaum Feuer gefangen hatte, das sich ausbreitete. Rund einen Monat nach Heiligabend geriet in Marktheidenfeld (Kreis Main-Spessart) ein Christbaum in Brand. Löschversuche der Bewohner scheiterten.

In Regensburg löste ein Christbaum mit echten Kerzen einen Zimmerbrand aus. Der Baum war binnen weniger Minuten in Brand geraten und das Feuer hatte auf das Mobiliar übergegriffen. Ähnliches ereignete sich in Volkach (Landkreis Kitzingen). Der wohl traurigste Fall: Nach einem Christbaumbrand in einer Wohnung in München starb eine 94-Jährige an den Folgen starker Verbrennungen. Eine defekte Lichterkette hatte das Feuer den Angaben nach ausgelöst.

Für Jürgen Weiß, Referent für Facharbeit beim Landesfeuerwehrverband (LFV) Bayern in Unterschleißheim bei München, ist das ein bekanntes Phänomen: Ende Januar brennen immer wieder Christbäume. Eine Häufung kann er heuer nicht feststellen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Statistisch wird der Christbaumbrand aber nicht ausgewertet." Das Problem sei: Die Fichten und Tannen gehörten längst aus dem Haus. "Alles, was sehr trocken ist, brennt sehr leicht."

Weiß kann überhaupt nicht verstehen, dass Menschen Ende Januar noch echte Kerzen in einem völlig vertrockneten Baum anzünden. "Da ist die Brandgefahr riesengroß", sagte er. Auch helfe es wenig, einen Zehnliter-Eimer mit Wasser neben den Baum zu stellen. "Da muss man schon daneben stehen, wenn der Feuer fängt, damit das was bringt."

Lichtmess war früher für die Mägde und Knechte auf den Bauernhöfen der Tag des Abschiednehmens vom Dienstherrn. Es gab den Lohn fürs ganze Jahr, der auf Märkten teils gleich wieder ausgegeben wurde. Danach suchte sich das Personal eine neue Stelle.

Heute begehen Katholiken den Tag mit feierlichen Gottesdiensten, vielerorts auch mit Kerzenweihe und Lichterprozessionen. Bis 1912 war der 2. Februar sogar offizieller katholischer Feiertag.

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