Am Ende der Handtaschen-Weitwurf-WM waren sie alle glücklich: Die Veranstalter, weil in Bottrop auch mal was los war, Roberto Blanco, weil man seine versteckten Talente erkannt und ihn in die Jury gesteckt hatte, und ganz Österreich, weil die Alpenrepublik ihren Weltmeistertitel verteidigen konnte.

Damit schlägt das österreichische Sportlerherz nun nicht mehr nur im Winter, gesellen sich zu den Legionen erfolgreicher Skifahrer auch einige höchst schwungvolle Handtaschenathleten. Beiderlei Geschlechts übrigens. Denn als Sportgerät ist das Täschchen keineswegs ein unbemanntes Flugobjekt, ganze Kerle schleudern die Zwei-Kilo-Variante des eckigen Leders locker 50 Meter weit. Nicht bestätigt sind Gerüchte, wonach die modische Werferei demnächst auch olympisch werden soll - auf österreichischen Antrag. Dann könnte es auch Zusatzdisziplinen geben, wie "Inhalt von Handtaschen erraten (und dessen Sinnhaftigkeit". Dafür würden sich dann aber kaum noch Männer qualifizieren - höchstens handtaschenverlesene Experten wie Roberto Blanco.