Es geht nicht nur um die Zahl 60. So viele Frauen müssen zukünftig in den Aufsichtsräten großer Unternehmen gewählt werden. Dort, wo die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen werden. Und wo Frauen nicht nur sitzen, weil sie dort ihre sogenannten Soft Skills ja so perfekt anwenden können, Einfühlungsvermögen oder die Fähigkeit in Konflikten zu vermitteln etwa. Weswegen eine stattliche Zahl von Personalmanagern in unterschiedlichen Firmen weiblich sind, aber nicht zur ersten Führungsebene gehören.

Ganz unabhängig davon, dass es durchaus Frauen (und Männer) gibt, die ihr Leben nicht einem dienstlichen Terminkalender unterwerfen wollen und in 14-Stunden-Tagen keine Erfüllung sehen, ist die Einführung der Frauenquote wohl nötig.
Weil bisher noch viel zu viele Männer nach dem Motto "Ich befördere meinen Kumpel, weil der genauso denkt wie ich" aufsteigen und ebenso qualifizierte Frauen nicht. Weil durchsetzungsstark bei Männern ein Qualitätsmerkmal ist, Frauen dagegen als kalt und berechnet gelten. Weil Männer viel mehr Werbung in eigener Sache machen und Frauen lieber gute Arbeitsergebnisse abliefern als darüber zu reden (und deshalb weniger präsent sind).

All das mag zwar eine gesetzliche Quote ins Bewusstsein rücken und vielleicht schafft es mit ihrer Hilfe ja sogar die ein oder andere qualifizierte Frau auf den Chefinnenstuhl, die sonst keine Chance gehabt hätte.
Das Umdenken in den Köpfen hat aber erst begonnen. Ein Umdenken darüber, dass ein Mensch nicht aufgrund seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung oder seiner Entscheidung für oder gegen Kinder, für oder gegen Elternzeit eine Stelle bekommt. Sondern weil er der beste Kandidat für den Job ist.