Helfen kann da der sogenannte Wahl-O-Mat. Dieses Online-Angebot zur Landtagswahl am 15. September wurde gestern in München von Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sowie Vertretern von Jugendverbänden vorgestellt und offiziell freigeschaltet.

Den Wahl-O-Mat hat die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit zusammen mit dem Bayerischen Jugendring und der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt. Eine Redaktion von jungen Erwachsenen hat unter Beratung von Experten für die Internetanwendung eine ganze Reihe von Thesen entwickelt, von denen schließlich 37 ausgewählt und in den Wahl-O-Mat eingespeist wurden.

Da geht es beispielsweise um die Schuldenbremse, die in die Bayerische Verfassung aufgenommen werden soll. Oder um Olympia 2022 und die Frage der finanziellen Unterstützung der Bewerbung Münchens für die Winterspiele.
Auch ein Thema: Die Rente mit 67 und die Frage, ob sie beibehalten werden soll. Alle 15 zur Landtagswahl kandidierenden Parteien haben die Thesen beantwortet.

Wer seine Meinung zu den jeweiligen Thesen per Zustimmung oder Nichtzustimmung deutlich macht, erhält am Ende eine Auflistung mit der Partei an der Spitze, die die meisten Übereinstimmungen mit der eigenen Meinung aufweist.
Bei der Landtagswahl sind knapp 9,5 Millionen Menschen stimmberechtigt, rund 650 000 von ihnen sind Erstwähler.

www.wahl-o-mat.de/bayern

Eine ähnliche Wahlhilfe zur Bundestagswahl liefert der Bundeswahlkompass. Auch hier können sich Interessenten im Internet interaktiv über die Bundestagswahl am 22. September informieren. Das Angebot wurde von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit der Vrije Universität Amsterdam und dem Wahlhilfe-Entwickler Kieskompas entwickelt.

Auch hier kann der Nutzer mit Hilfe von 30 Thesen und den dazu gegebenen Antworten seine Position in der politischen Landschaft Deutschlands herausfinden und sich leichter darüber klar werden, welche Partei für ihn am ehesten in Frage kommt. Die Thesen wurden von einer Gruppe angesehener deutscher Politikwissenschaftler entwickelt.

Die Positionen der deutschen Parteien zu den jeweiligen Themen wurden den offiziellen Wahlprogrammen oder anderen Parteidokumenten entnommen. Die angewandte Methode hat sich bewährt. Sie wurde schon bei etlichen Wahlen in mehr als 40 Ländern, darunter Frankreich und die USA, angewandt. Sie soll auch bei den Europawahlen 2014 eingesetzt werden.

www.bundeswahlkompass.de