Ehec - Es waren wohl die Sprossen

Was genau im Mai 2011 in Norddeutschland die Infektion mit Ehec ausgelöst hat, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Ein bis dahin kaum bekannter Typ dieser Kolibakterienart (Enterohämorrhagische Escherichia coli) verursachte bei den Erkrankten heftigen, blutigen Brechdurchfall und Nierenschäden (hämolytisch-urämisches Syndrom/HUS). 855 Menschen erkrankten lebensgefährlich, 53 starben. Experten hatten auf der Suche nach der Herkunft dieses Erregers zunächst vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und Salat gewarnt. Wenig später ging man davon aus, dass Sprossen, genauer gesagt Samen des Bockshornklees aus Ägypten mit hoher Wahrscheinlichkeit Ursache des Ehec-Ausbruchs waren. So schnell die Epidemie ausgebrochen war, so schnell verschwand sie. Im Juli 2011 gab es den letzten Krankheitsfall. Ob und wann Ehec wieder auftaucht, bleibt ungewiss. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene bemängelt, dass viele Fragen offen blieben.


BSE - Rinderwahn bleibt gefährlich

Kein Deutscher ist bisher daran erkrankt. Aber die rund 230 Menschen, die weltweit an der Krankheit gestorben sind - in der Mehrzahl Briten - litten unter einem grässlichen Krankheitsverlauf. Die seit 1996 in Großbritannien auftretende neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) zählt zur Gruppe der "übertragbaren, schwammartigen Hirnerkrankungen". Sie wird ziemlich sicher durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch hervorgerufen und führt beim Menschen über Depressionen, Muskelzuckungen und Demenz bis hin zum Tod. Möglicherweise kann die Krankheit noch Jahrzehnte nach der Infektion ausbrechen, sie muss es aber nicht. Als wichtigste Verhütungsmaßnahme zählt der Test von Schlachtrindern auf BSE. Experten empfehlen daneben ein Verfütterungsverbot von Tiermehl an zur Nahrung bestimmten Tierarten. Im Zeitraum von 2001 bis Ende 2015 wurden in Deutschland laut Behördenangaben rund 23,5 Millionen Rinder auf BSE untersucht.


Vogelgrippe - Kontakt mit Vögeln heikel

Immer noch erkranken Menschen an dem Virus, das 2006 die Welt in Angst versetzte. Infektionen mit H5N1, wie die Vogelgrippe abgekürzt bezeichnet wird, sind in verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas und im Nahen Osten aufgetreten. Als man 2006 auf Rügen an H5N1 verendete Schwäne fand, reagierten deutsche Politiker besorgt. Doch das Risiko für die Bevölkerung war überschaubar. Denn nach wie vor wird die Vogelgrippe so gut wie nie von Mensch zu Mensch übertragen. Nur durch einen sehr intensiven Kontakt mit lebendem Geflügel springt das Virus auf den Menschen über. In Süd-Ost-Asien ist das häufiger der Fall. Von denen, die sich infizieren, stirbt jeder Zweite bis Dritte. Im Jahr 2015 registrierte die WHO weltweit 143 humane Erkrankungen und 42 Todesfälle, die meisten in Ägypten. Weltweit starben bisher 449 Menschen. Die künftige Ausbreitung der Seuche bleibt schwer vorhersagbar. Ein Risiko sind Reisende, die trotz Verbots Geflügelprodukte aus H5N1-Ländern wie Indonesien mitbringen.


Sars - Seit Jahren keine neuen Fälle

Vier Buchstaben - sie beschreiben eine Viruserkrankung, die die Lungen angreift und Atemnot verursacht. Als das schwere akute respiratorische Syndrom sich Ende 2002 in Asien in rasantem Tempo ausbreitete, machte sich schnell Panik breit. Vorübergehend kamen Flugverkehr und Tourismus zum Erliegen. Innerhalb weniger Monate starben weltweit rund 1000 Menschen. Der Erreger, das Coronavirus, war von Fledermäusen auf eine bestimmte Schleichkatzenart übertragen worden, die im Dschungel Südchinas lebte und bei der Bevölkerung als Delikatesse galt. Die WHO fürchtete damals eine Pandemie mit Millionen von Toten. Doch die Katastrophe blieb aus. Seit Juli 2003 wurden nach WHO-Angaben nur noch vier Erkrankungsfälle registriert, drei davon nach Laborunfällen. Vorteil dieser Seuche: Sie war erst ansteckend, wenn auch die Symptome auftraten. Zwar gab es keinen Impfstoff, aber durch Quarantäne und Einhalten von Hygienevorschriften konnte man Sars gut eindämmen.