Ja, ich hatte mir tatsächlich vorgenommen, nicht über die lähmende Langeweile im Dschungelcamp, bei den Moderatoren und bei den Zuschauern zu schreiben. Ich war guter Dinge, dass tägliche Abwahl, Langeweile und Hunger endlich aus dem Mix profilneurotischer Charaktere ein hochexplosives Pulverfass machen, das in einem hitzigen Streit explodiert. Dass die Vorankündigungen des Senders nicht heillos übertrieben sind, wenn die Rede von einer Kluft zwischen den Campern ist.

Aber daraus wird nichts.

Inzwischen verrichten schon Joungleure ihren Dienst auf der Moderatoren-Plattform, damit der Zuschauer optisch etwas geboten bekommt, denn, wie Sonja Zietlow und Daniel Hartwich bereits in einer vorherigen Sendung angemerkt haben, die Kandidaten sind dermaßen letargisch, dass man statt einer Live-Übertragung auch ein Ölgemälde anfertigen könnte.


"Vorhang auf zur nächsten Wahnvorstellung"
Wie froh ist man da über Walter Freiwald, der fröhlich darüber schwadroniert, dass er sich eine Sendung wie "Wer wird Millionär" durchaus vorstellen könnte. Außerdem habe er ja seinerzeit "Wetten, dass..." abgelehnt - eine langfristige Anstellung als Showmaster beim ZDF, etwa für eine Musiksendung, peilt Walter für etwa 15 Jahre an. Da kann man sich wenigstens fremdschämen, wenn schon sonst kaum Emotionen hervorgerufen werden.

Da dürfte die Enttäuschung ähnlich groß werden wie Aurelios Ernüchterung. Der italienische Entertainer - man glaubt kaum, dass er sein Geld damit verdient, Menschen zu unterhalten - hatte gedacht, dass es beim Dschungelcamp ein Preisgeld zu gewinnen gibt. Dass es sich nicht im Vertrag wiederfand, hatte weder ihn noch sein Management stutzig gemacht, man sei einfach davon ausgegangen. Das bedeutet natürlich einen mächtigen Knick in Aurelios Motivationskurve. Die eigentliche Überraschung: Es geht noch weniger Motivation.


"Titten Rot-Weiß": Maren beißt sich durch
Für etwas Bewegung in einem Dschungelcamp voller Aktivitätsverweigerer wird bei der Dschungelprüfung gesorgt. Setzen sich die Stars sonst zum Essen einfach an einen Tisch, werden nun Maren Gilzer und Jörn Schlönvoigtin einem albernen Gefährt im Kreis herumgeschickt, damit sie sich an einem Drive-In in der Raststätte "Würgenich" Gerichte bestellen, die lustig klingen, aber wohl weniger lustig schmecken.

Bei den "belegten Klötchen" langt Maren tapfer zu, während Jörn nach wenigen Sekunden aufgibt mit den Worten, dass die Schafshoden zu sehr nach Hoden schmecken. Ach was. Sein Glück, dass Maren schneller Krokodilpenisse schluckt, als sie buchstabiert und damit einen Stern sichert, nachdem sich Jörn dabei reichlich schwer getan hat. Es zeigt sich auch bei den Schweinerosetten und der "Karattensuppe" (Suppe aus Rattenschwänzen, Mehlwürmern und Kotzfrucht), dass die Nahrungsaufnahme mehr zu Marens Kernkompetenzen zu zählen scheint als die Orthographie. Lediglich bei "Titten Rot-Weiß", also gekochten Kuhnippeln mit "dschungeligem" Dip muss selbst Maren "das Biest" Gilzer passen.

Den Beinamen hat ihr ein sichtlich beeindruckter Jörn Schlönvoigt verpasst, dessen Hauptaufgabe daraus besteht, Maren durch Rückenstreicheln zu unterstützen. Marens Geheimnis für die fünf verdienten Sterne: mangelnde Vorstellungskraft und eine Oma, die nicht kochen konnte.


In geheimer Mission
Bei der täglichen Schatzsuche müssen Walter und Tanjaden Tag über vor der Gruppe eine Wasseruhr in einer Höhle geheimhalten und mittels Nachfüllen am Laufen halten. Die beiden werden wohl kein Angebot der CIA oder vom MI6 erhalten, aber ihr Mangel an Talent für Geheimhaltung wird ausgeglichen durch das eher mäßige Interesse der meisten Campbewohner. Lediglich Maren und Rolfe werden stutzig. Bevor die geheime Mission jedoch enttarnt wird, ist das Spiel vorbei. Als Belohnung gibt es einen Schokokuchen, den Walter und Tanja mit der Gruppe teilen.


Wer geht - Tanja oder Rebecca?
Nachdem am Vortag niemand das Camp hatte verlassen müssen, steht heute wieder eine Entscheidung an. Obwohl Tanja am Montag mit Aurelio die wenigsten Anrufe hatte, muss nun doch Rebeccagehen. Man wird es kaum bemerken. Sie war bereits während der Sendung endgültig in der inneren Emigration verschwunden. Dennoch hofft sie auf eine eigene TV-Show.

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