Prominente, die an ihre körperlichen Grenzen gehen, pikante Details aus dem Leben der Stars, Zickenkrieg und harte Auseinandersetzungen; versetzt mit einem Hauch Zeltlagererotik. All das gab es im diesjährigen Dschungelcamp nur beinahe.

Bereits bei der Auswahl der Kandidaten fragte sich manch Zuschauer, wer da eigentlich zwei Wochen lang um den Titel "Dschungelkönig" kämpfen wird. Das Potenzial an aufmerksamkeitsbedürftigen C-Promis scheint entweder ausgeschöpft oder RTL hat schlicht kein gutes Händchen in diesem Januar bewiesen.

Walter und Tanja heben die Quote

Ein Glück für die durchgehend hinter den Erwartunge zurückliegenden Quoten waren da Kandidaten wie Walter Freiwald oder Tanja Tischewitsch. Während andere "Stars" teils bewusste Arbeitsverweigerung betrieben, sorgten die beiden immerhin für ein Mindestmaß an Unterhaltung.

Walter Freiwald probierte sich in mehreren Rollen. Der jammernde, eingebildete Kranke kam dabei weniger an. Ein Mann seiner Erfahrung und Güte - so denkt er sicherlich von sich selbst - merkt das natürlich und da schwenkte er um auf den ruppigen Entertainer, der als frei drehendes Radikal möglichst viele Mitbewohner anpöbelt und sich in gnadenloser Selbstüberschätzung alles und noch mehr zutraut. Das Amt des Bundespräsidenten ist da sicherlich nicht einmal der Gipfel seiner Ambitionen.

Tanja Tischewitsch als naives Plappermaul quasselte sich immerhin ins Finale, sicherlich auch mithilfe ihrer Figur und ihrer ansehnlichen Rundungen, um die sie in ernste Sorge geriet. Bacon 1 und Bacon 2, wie sie ihre Brüste nennt, schrumpften nämlich in beunruhigendem Maß, jedenfalls in ihrer Wahrnehmung.

Enttäuschungen im Dschungel

Der Zickenfaktor sowie die Nacktheit wurden schon mal nicht gut bedient. Da änderten auch Walter und Tanja wenig. Der erwartete Zickenkrieg zwischen den Playboy-Covermodels Sara Kulka und Angelina Heger fand nicht statt. Walter Freiwald pöbelte zwar freimütig, vertrug sich dann aber allzu schnell wieder mit dem Hauptziel seines Spotts, Maren Gilzer.

Der Gipfel der Nacktheit waren da schon Tanjas bereits angesprochene Bacon-Freunde. Welcher Zuschauer auf blitzende Brüste und intime Einblicke und Gefummel im Dschungeltümpel gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Auch vollmundige Ankündigungen von Aurelio Savina, er könne sich Sex im Dschungel vorstellen, mündeten in lethargischem Herumliegen in der Hängematte.

Ekelfaktor - eher mittel

Bei den obligatorischen Dschungelprüfungen starteten die Stars schwach und steigerten sich dann eher mäßig. Der Ekel nutzt sich natürlich mit der Zeit ab, doch was bleibt, ist die Schadenfreude, das Fremdschämen oder das Mitfiebern. Teilweise waren die Kandidaten jedoch so zimperlich, dass es gar nicht so weit kam.

Erst gegen Ende entdeckten etwa Rolfe Scheider oder Jörn Schlönvoigt (bei dem man erstaunt feststellte, dass er noch da war, bemerkt hatte man ihn ja nie) ungeahnte Nehmerqualitäten und erspielten Sterne und damit Essen für die Gruppe.

Dunkle Geheimnisse - Fehlanzeige

Noch ein Punkt, der sonst für zumindest das ein oder andere "Aha" oder "Oho" gesorgt hat. Doch dramatische Kindheitsgeschichten, persönliche Tragöden und dergleichen waren eher dünn gesät. Walters traurige Kindheit war da schon der Höhepunkt, die anderen hielten sich eher bedeckt. Die Abrechnung von Patricia Blanco mit ihrem Vater blieb aus - auch hier wurden sicherlich Erwartungen enttäuscht.

Maren wird gekrönt - nur warum eigentlich?

Betrachtet man die Abstimmungsergebnisse, die RTL im Nachhinein veröffentlicht, sieht man, dass Maren durchgehend gute Anrufquoten hatte. In den letzten Tagen haben teilweise fast die Hälfte der Anrufer für die ehemalige Buchstabenfee votiert.

Rührt ihr temporärer Dschungelruhm etwa daher, dass sie brav ihren Teller bei der Prüfung aufgegessen hat? Oder weil sie - wie Jörn nicht müde wurde, hinzuweisen - sie selbst gebleiben ist? Es ist eigentlich auch egal, keiner der bisherigen Dschungelkönige und -königinnen konnte dauerhaftes Kapital aus seinem Titel schlagen.

Nun ruht der Dschungel wieder, bis zum nächsten Januar. Oder bis zum Sommer, wenn man Berichten der Bildzeitung glaubt. Ob das Grund zur Freude ist oder eher zum Gruseln, ist jedem selbst überlassen.

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