Hunger, Emotionen und Tränen im Dschungelcamp: In der neunten Folge der diesjährigen Staffel von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" bekommt der Zuschauer endlich zu sehen, was die RTL-Dschungelshow neben Ekelprüfungen und bösen Kommentaren der Moderatoren so populär macht: Ausgezehrte und vom Hunger gezeichnete Kandidaten plaudern aus dem Nähkästchen, offenbaren ihre Lebensgeschichten und drohen dazu noch unter dem Ansturm der Naturgewalten zusammenzubrechen.

Buchstabieren und Werfen in der Dschungelprüfung - zu schwer für Maren und Benjamin
Das Konzept ist perfide: Man schickt geltungsbedürftige Kandidaten in Ekelprüfungen - wer kneift, droht aus dem Camp gewählt zu werden. Und wenn die Stars versagen, gibt es weniger Essen. Und weniger Essen heißt natürlich auch immer dünnhäutiger werdende Camper.

Maren Gilzer und Benjamin Boyce werden von ihren Mitstreitern dazu bestimmt - oder verdammt? - bei der Dschungelprüfung "Un-Glücksrad" anzutreten. Wenn die beiden da auf das Rad gespannt werden, hat das etwas von einer mittelalterlichen Bestrafung. Doch gerädert werden sie dann doch nicht ganz - lediglich in Wasser mit allerlei Tieren getunkt. Auch Bälle befinden sich darin. Diese müssen sich Maren und Benjamin greifen, um sie dann in Körbe zu werfen.

Doch zur körperlichen Herausforderung kommt eine geistige. Maren muss außerdem Wörter buchstabieren, die ihr von den Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich vorgegeben werden. Als Buchstabiermeisterin profiliert sich Maren nicht, doch werfe nur der den ersten Ball, der beim Buchstabieren selbst kopfüber getunkt wird. Gnädigerweise rundet Sonja Zietlow auf zwei Sterne auf. Weniger gnädig sind die Zuschauer, denn am Ende muss Benjamin seinen Hut nehmen, er muss das Camp verlassen.

Hunger Games im Dschungelcamp
Der eher mäßige Erfolg von Maren und Benjamin dürfte den Hunger der Kandidaten im Dschungel wohl kaum stillen. Und das ewige Grollen im Bauch scheint sehr an den Stars zu nagen. Da wird auch ein Walter Freiwald emotional und weint alleine am Lagerfeuer. Der Streit mit Maren ist ihm an die Nieren gegangen - nachdem sie ihm gedroht hatte, andere Regionen seines Körpers zu malträtieren. Für Walters Intimzone gibt es aber Entwarnung: Er versöhnt sich mit Maren, Knuddeln inbegriffen.

Für die tragische Geschichte sorgt dieses Mal Walter
Walter lässt auch noch tief blicken - dieses Mal in seine Kindheit. Die obligatorischen Geschichten der Stars sind fester Bestandteil jeder Staffel. Jedes Jahr im Januar erfahren wir Dinge, von denen wir gar nicht wissen, ob wir sie erfahren wollen, von Leuten, die wir oft bis dahin gar nicht kannten oder schon vergessen hatten.

Dass man zuhört und sich nun mit der Kindheit oder den gescheiterten Ehen der vielmals gescheiterten Stars immer noch auskennt, muss nicht erwähnt werden. Walter jedenfalls hatte eine schwere Kindheit - Alkohol und Prügel inklusive. Walter hat mit seinen Eltern gebrochen, sie zu Grabe getragen und fertig. Sagt er. Doch erzählen will oder muss er schon irgendwie davon.

Musikalisch untermalt wird die Achterbahn der Gefühle von unsagbar schlechten Cover-Versionen großer Hits. Mag man auch Kritik üben an angeblich menschenverachtenden Dschungelprüfungen, das eigentliche Vergehen des Dschungelsenders ist ein müde vor sich hin jammerndes Cover von "Boys don't cry". So etwas tut man nicht!

Land unter - Rebellion per Buschfunk
Die Kandidaten im australischen Dschungel versinken nicht in Melancholie, sondern eher in den Wassermassen, die sich auftürmen. So klingt es jedenfalls, wenn sie über nasse Betten klagen und gemeinschaftlich mit dem Auszug drohen.

Rolf Scheider will seinen Anwalt anrufen und Aurelio Savina sowie Benjamin Boyce wollen der Camp-Marianne direkt folgen schließlich wird Benjamins Gesicht nass und da hört nun selbst für einen eisenbereiften Boygroupsänger der Spaß auf. Doch RTL wird schon nicht die Ranger rufen müssen, um aufmüpfige Stars zurück in den Dschungel zu treiben. Der Titel Dschungelkönig und vielmehr die winkende Gage wird diese Aufgabe erledigen.

Tanja redet über wirklich wichtiges - die Liebe
Beim Gespräch "unter vier Augen" am Lagerfeuer bei der Nachtwache kommen Maren und Tanja Tischewitsch dann auch mal auf die wirklich wichtigen Dinge zu sprechen: Beziehungen. Tanja erzählt Maren, dass sie sonst eher dem lockeren Spaß zugetan ist, aber jemanden kennengelernt hat, mit dem es etwas werden könnte.

Sie will aber nicht mehr verraten, denn er ist ja auch kein "No Name" - klar, mit normalsterblichen Menschen würde eine Tanja Tischewitsch wohl kaum verkehren. Sie kennt ihn laut ihrer Aussage schon seit DSDS und da man ihn wohl auch kennt, will sie nicht recht herausrücken mit dem Namen. Ein Schelm, wer da Taktik vermutet. Am Ende erfahren wir nie, wer der geheimnisvolle Liebhaber in spe ist, wenn Tanja nun aus dem Dschungel gewählt wird.

Wer schlüpfrige Bettgeschichten von diesem nächtlichen Gespräch erhofft hat, wird enttäuscht. Für die "Erotik" muss in dieser Folge schon Walters liebevolles Knabbern an Tanjas Schulter herhalten, als die Gruppe via Dschungeltelefon anbietet, dass Aurelio für Burger strippt. Wir wissen nun: Tanja steht auf Bisse. Ach ja und sie steht auch auf Rollenmodelle aus dem vorletzten Jahrhundert. Aurelios Leitwolf-Attitüden hatten sie zum Träumen gebracht - vom wilden Tarzan und der kleinen, schutzbedürftigen Jane. Da leuchten Tanjas große braune Augen. Vielleicht schwingt sich Aurelio doch noch vor Ablauf der Staffel mit ihr von Ast zu Ast.



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