• Warum gibt es eine Volkszählung?
  • Wer wird befragt?
  • Was wird gefragt?
  • Gibt es eine Pflicht zur Teilnahme?
  • Was ist mit dem Datenschutz?

Nein, ganz so aufwendig wie bei Maria und Josef in der Weihnachtsgeschichte, die von Nazareth nach Bethlehem reisen mussten, um sich zählen zu lassen, ist es nicht mehr. Heute kommt der Fragebogen per Post, Online oder der Interviewer steht vor der Tür. In diesem Jahr ist es wieder so weit: In Deutschland wird ab 16. Mai gezählt.

Warum gibt es eine Volkszählung?

  • Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Und dazu braucht es verlässliche Basiszahlen: Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfinden soll. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der anstehende Zensus von 2021 in das Jahr 2022 verschoben.

Wer wird befragt?

  • Der Zensus 2022 hat drei Teile: (1) Es gibt eine Haushaltebefragung bei ausgewählten Bürgern. Dafür werden ca. 10,2 Millionen der Bevölkerung per Zufallsstichprobe gezogen. (2) Befragung aller Nutzer von Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften und (3) eine Gebäude- und Wohnungszählung zu der alle Eigentümer und Verwalter (rund 23 Mio.) zu befragen sind.

Warum muss nicht jeder Bürger Auskunft geben?

  • Da die meisten Daten der Menschen bereits in den Registern der Verwaltungen - etwa bei den Einwohnermeldeämtern - vorliegen, kommt 2022 auch ein sogenannter registergestützte Zensus zum Einsatz. Das bedeutet: Vorhandene Kopien der in den Ämtern vorliegenden Daten stehen der amtlichen Statistik zur Auswertung zur Verfügung. Dort würden sie "unter strengen Datenschutzvorgaben in einem abgeschotteten Bereich zusammengeführt", so das Statistische Bundesamt.

Sind die Melderegister fehlerhaft?

  • Melderegister können ungenau oder fehlerhaft sein. Um solche Ungenauigkeiten in der Statistik herauszurechnen, ist es notwendig, stichprobenartig Menschen persönlich zu befragen. Dabei werden neben dem Wohnort auch Daten abgefragt, die nicht in den Registern vorliegen.

Wie ist der Ablauf?

  • Starttermin war Montag, der 16. Mai. Ab diesem Datum erhalten rund 10,2 Millionen Menschen per Post die Information, dass sie zufällig für eine Befragung zu Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit sowie Wohn- und Arbeitssituation ausgewählt wurden. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnheimen werden befragt, bei Gemeinschaftsunterkünften wie Altenheimen muss die Leitung Auskunft geben. Nur ein Teil der Fragen soll in kurzem persönlichen Kontakt geklärt werden. Der Rest der Informationen kann online übermittelt werden. "In Zeiten von Corona spielt die Möglichkeit zur kontaktlosen Online-Befragung eine zentrale Rolle", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel. Zusätzlich sollen etwa 23 Millionen Eigentümer oder Verwaltungen online Auskunft zu ihren Wohnungen und Wohngebäuden geben.

Gibt es eine Pflicht zur Teilnahme?

Um welche Informationen geht es genau?

  • Bei der Haushaltsbefragung geht es um Geburtsdatum, Geschlecht, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Erwerbsstatus, Bildungsabschluss, Wohnsituation.
  • Der Fragenkatalog der Gebäude- und Wohnungszählung erfasst beispielsweise, wie viele Wohnungen es gibt, wie groß sie sind, wie hoch die Nettokaltmiete ist, wem sie gehören, das Baujahr und Heizungsart. Zudem müssen Eigentümer Auskunft geben, ob ihre Wohnungen vermietet sind, weshalb und wie lange sie leer stehen und wie viele Zimmer es gibt. Zusätzlich müssen die Namen und die Zahl der Bewohner angegeben werden. Die Angaben sollen unter anderem dabei helfen, den Wohnungsbau zukünftig verlässlicher zu planen.

Wer führt die Befragung durch?

  • Die Kommunen suchen bereits Freiwillige. Die Stadt Frankfurt am Main beispielsweise sucht rund 450 sogenannte Erhebungsbeauftragte, die nach einem eintägigen Lehrgang jeweils rund 150 Befragungen durchführen und die Daten übermitteln sollen. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung von rund 1.300 Euro. Die Interviewer müssen sich schriftlich verpflichten, das Statistikgeheimnis zu wahren, und erhalten einen speziellen Ausweis.

Warum passiert das nicht online?

  • Nur ein Teil der Fragen wird beim Zensus 2022 durch Interviewer in einer kurzen persönlichen Befragung erhoben. Die meisten Fragen sind auch online zu beantworten. "Der Fragebogen lässt sich zu Hause auf der Couch mit dem Smartphone oder Tablet ausfüllen", so der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel. "Damit werden nicht nur die Befragten selbst, sondern auch die Umwelt entlastet. In Zeiten von Corona spielt die Möglichkeit zur kontaktlosen Online-Befragung eine zentrale Rolle."

Was ist mit dem Datenschutz?

  • Bei der Erfassung und Verarbeitung der Daten sind die Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der IT-Sicherheit erfüllt, betont das Statistische Bundesamt.

Die Ergebnisse des Zensus 2022 werden wohl erst voraussichtlich Ende 2023 ausgewertet sein.